Stippler eingesetzt! Harte Strafe für HRT wegen Verstoß gegen Testreglement
(Motorsport-Total.com) - Harte Strafe gegen das Ford-Team HRT wegen eines Verstoßes gegen die Testbeschränkung in der DTM: Sowohl Arjun Maini als auch Finn Wiebelhaus müssen beim Heimspiel auf dem Nürburgring (alle Infos zu TV-Zeiten, Stream etc.) im Samstagsrennen eine Boxendurchfahrtsstrafe antreten. Durch den großen Zeitverlust sind ihre Rennen damit praktisch schon vor dem Start zerstört. Aber was hat sich das Team, das eben erst wegen Kündigungen von Ingenieuren für Schlagzeilen sorgte, zuschulde kommen lassen? Nachdem man am 2. August mit beiden DTM-Piloten den Joker-Testtag auf dem Nürburgring nutzte, meldete man bei der DTM auch für den 3. August einen Test auf dem Eifelkurs an. Allerdings ohne DTM-Fahrer und ohne einen Fahrer, der im FIA-Einstufungssystem Platin-Status hat, was in der Regel Werksfahrern vorbehalten ist. Dennoch saß mit Nordschleifen-Ass Frank Stippler ein Platin-Fahrer im Ford Mustang GT3 Evo, was das Testreglement nicht erlaubt. "Operativer Fehler" mit schweren Folgen Und das mit Pirelli-Reifen und auf einer DTM-Strecke. Abgesehen davon habe man die Meldefrist von mindestens drei Tagen vor der Aktivität nicht eingehalten, heißt es vom Regelhüter DMSB (Deutscher Motor Sport Bund). Das sei zwar ein bürokratischer Fehler, aber der Test mit einem Platin-Fahrer mit Pirelli-Reifen auf einer DTM-Strecke sei ein "klarer Verstoß gegen das Reglement". Deshalb habe man eine Durchfahrtstrafe ausgesprochen, anstatt es wie sonst bei Formalitäten üblich bei einer Geldstrafe zu belassen. Wie das Haupt Racing Team reagiert? Der Mannschaft sei ein "operativer Fehler" passiert, "den wir zutiefst bereuen und der uns keinen Vorteil bot", erklärt HRT in einem Statement. "Das ist vor allem für unsere zwei Fahrer sehr unglücklich, die bei dieser Entscheidung keine Rolle spielten und absolut nichts falsch gemacht haben. Wir werden das aber gemeinsam als Team durchstehen und stärker zurückkommen", kündigt man an. Reiner Funktionstest? Wie es zum HRT-Fauxpas kam Wie es zum Fauxpas kam? "Das war ein Auto aus dem ADAC GT Masters, das ein Problem hatte", erklärt HRT-Pilot David Schumacher bei ran.de. Laut Informationen von Motorsport-Total.com handelte es sich um ein Problem mit dem ABS. "Dieses Problem wurde in der Firma nicht gefunden. Deswegen hat man zwei Runden gemacht. Es waren wirklich nur zwei Runden, um herauszufinden, ob das Problem gelöst wurde", spricht Schumacher von einem Funktionstest. Der Fehler war, dass das Team statt ADAC-GT-Masters-Pilot Niklas Kalus, der Silber-Status hat, den Platin-Fahrer Stippler mit dem Test beauftragte. "Das hat man übersehen", weiß Schumacher. Dass dabei auf dem DHG-Reifen von Pirelli getestet wurde und auch nicht das aus der DTM bekannte Streckenlayout zum Einsatz kam, spielt keine Rolle. Denn laut Reglement gilt jeder Pirelli-Reifen als DTM-Reifen. Und für die Definition der Strecke ist "der tatsächliche Verlauf der Strecke irrelevant". Noch eine Strafe für HRT wegen Testvergehens Man darf nun gespannt sein, wie HRT auf die Strafe reagiert. Denn strategisch würde es Sinn ergeben, am Samstag Reifen zu sparen und den Fokus voll auf den Sonntag zu legen, zumal dieses Wochenende an beiden Renntagen nur insgesamt drei Sätze pro Fahrer genutzt werden dürfen - und der Mustang einen hohen Reifenabbau hat. Abgesehen von der Strafe muss das HRT-Team wegen eines weiteren Verstoßes gegen das Testreglement auch noch eine Geldbuße hinnehmen. Denn das Team hatte am 5. und 6. August auch noch einen Test auf dem Hockenheimring - und damit auf einer DTM-Strecke - absolviert, meldete diesen allerdings nicht wie vorgeschrieben drei Tage im Voraus an.