Stockholm: Schweden verdoppelt Haftstrafen für Gangmitglieder
Audioplayer wird geladen Anzeige Im Kampf gegen brutale Gangs zieht Schweden die Zügel an: Bandenkriminelle können ab sofort doppelt so hart bestraft werden. Ein Gangmitglied, das mit einer Schusswaffe festgenommen wird, musste der Nachrichtenagentur TT zufolge bislang mit einer Höchststrafe von vier Jahren rechnen. Seit Samstag kann derselbe Bandenkriminelle mit bis zu acht Jahren Gefängnis bestraft werden. Sogar für Minderjährige soll das doppelte Strafmaß gelten – allerdings soll es für Jugendliche andererseits auch Strafnachlässe geben. Schweden kämpft seit vielen Jahren gegen die grassierende Gang-Gewalt. Banden heuern gezielt Minderjährige für Auftragsmorde an. Anzeige Bislang hatte das Land der Kriminalität wenig entgegenzusetzen. In diesem Jahr liegt die Zahl der Schusswaffentaten und -toten aber bislang auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Lesen Sie auch Die doppelten Strafen haben sich die Schweden nun vom Nachbarn Dänemark abgeguckt. Dort werden Verbrechen im Zusammenhang mit Bandenkriminalität schon länger härter bestraft. Anzeige Die Obergrenze für das verdoppelte Strafmaß in Schweden liegt künftig bei 18 Jahren. Das Gesetz ist Teil eines umfassenden Reformpakets im Strafrecht, das außerdem die Verschärfung von rund 50 Strafrahmen beinhaltet. Lesen Sie auch Es wurde Mitte Juni im schwedischen Parlament verabschiedet und ist seit 1. August in Kraft. Das Gesetz ist aber umstritten: Einige Experten hatten die längeren Freiheitsstrafen als wirkungslos kritisiert. Schweden hat seit Jahren mit Bandenkriminalität zu kämpfen Das Land ist seit Jahren mit ausufernder Bandenkriminalität konfrontiert: Die Gangs, die großteils aus jungen Männern mit Migrationshintergrund bestehen, kämpfen um die Kontrolle des Drogenmarktes, sie liefern sich Schießereien und verüben Anschläge mit selbst gebauten Sprengsätzen. Geplant werden die brutalen Taten laut Polizei zunehmend aus dem Ausland. Um auf Gegner zu schießen, sie zu verprügeln oder Bombenanschläge zu verüben, werden oftmals Fremde rekrutiert. dpa/nw