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Straße von Hormus in Iran: 20 Tote und 6000 gestrandete Seeleute

Wirtschaft

Insgesamt zählte die IMO in den vergangenen sechs Monaten 68 sogenannte maritimen Ereignisse im Persischen Golf und in den angrenzenden Gewässern. Dazu gehören Beschädigungen von Handelsschiffen, Brände, Lecks oder Sinken, Festsetzungen, aber auch direkte Angriffe. Die britische Seefahrtbehörde UKMTO stufte 47 dieser Vorfälle als Angriffe ein.

Die Häufigkeit der Vorfälle veränderte sich über den Verlauf des Krieges. Vom Beginn des Krieges Ende Februar bis zu einer Einigung auf ein Rahmenabkommen Mitte Juni, das eigentlich binnen 60 Tagen zu einem Friedensabkommen hätte führen sollen, wurde im Schnitt rund alle zwei Tage ein Vorfall gemeldet. In diesem Zeitraum wurden auch 16 der insgesamt 20 Todesfälle gezählt. Zudem wurden 19 Menschen verletzt.

Rund 6000 Seeleute und 500 Schiffe sind der IMO zufolge nach wie vor im Persischen Golf gestrandet. Die Organisation erklärte, es gebe »laufende Gespräche«, um eine sichere Durchfahrt für die Schiffe zu gewährleisten. Der Ausgang der Verhandlungen hänge jedoch »von einer Deeskalation in der Region« ab.

Es kommen kaum Schiffe durch

Vor dem Kriegsausbruch wurden rund ein Fünftel des globalen Erdölverbrauchs und etwa ein Fünftel des globalen Flüssigerdgashandels durch sie verschifft. Nach der Schließung der durch Teheran nahm der Verkehr mit Rohstofftankern laut einer Analyse der Nachrichtenagentur AFP auf der Grundlage von Daten des Schifffahrts-Monitors Kpler stark ab: von durchschnittlich 95 Durchfahrten pro Tag im Februar auf durchschnittlich zehn Durchfahrten pro Tag.

Das im Juni vereinbarte Rahmenabkommen führte vorübergehend zu einem Anstieg der Durchfahrten auf durchschnittlich 36 pro Tag, bevor sie nach der Wiederaufnahme der Kämpfe am 8. Juli wieder auf einen Schnitt von 15 pro Tag fielen.

Vor dem Krieg passierten Schiffe die Straße von Hormus mautfrei über eine Fahrrinne in der Mitte der Meerenge, die von der IMO festgelegt worden ist. Inzwischen gibt es zwei Routen: Eine im Norden nahe der iranischen Küste, die als einzige offiziell von Teheran genehmigt ist, sowie eine im Süden zwischen der omanischen Küste und potenziell verminten Gebieten. Teheran nennt sie eine »Gefahrenzone«.

Zwischen der Vereinbarung des Rahmenabkommens und der Wiederaufnahme der Kämpfe nutzten durchschnittlich neun Schiffe pro Tag die iranische Route und acht die omanische. Der Rest passierte über nicht identifizierte Routen oder den traditionellen IMO-Korridor die Meerenge.

Seit dem Ende der Waffenruhe am 8. Juli erfolgen in der Straße von Hormus jedoch mehrheitlich »dunkle« Durchfahrten. Gemeint sind Schiffe, deren genaue Route aufgrund unzureichender Daten nicht bestätigt werden kann. Gründe dafür können deaktivierte Transponder, gestörte Signale oder fehlende Satellitenbilder sein.

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