Straße von Hormus: Iran und Oman verhandeln
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Iran und Oman verhandeln über Hormus: Doch während Trump droht, verliert die Meerenge an Bedeutung
Von: Felix Busjaeger
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Iran und Oman verhandeln über einen Navigationskorridor in der Straße von Hormus – doch Trumps Drohungen und neue US-Sanktionen überschatten die Gespräche.
Teheran/Maskat – Der Iran und der Oman haben in Teheran ihre Gespräche über eine Neuregelung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus intensiviert. Die Außenminister beider Länder erörterten laut einer gemeinsamen Erklärung des iranischen Staatsrundfunks Irib einen „stufenweisen Rahmen, der eine praktische und umsetzbare Grundlage für weitere Schritte bieten könnte“. Konkret sieht der Vorschlag inmitten des aktuellen Iran-Kriegs einen gemeinsamen befristeten Navigationskorridor sowie ein Minenräumprojekt in der Meerenge vor. In weiteren Verhandlungen soll dann ein dauerhafter Korridor festgelegt werden, inklusive eines Mechanismus für Informationsaustausch und Verkehrsmanagement.
Der omanische Außenminister Badr al-Busaidi zeigte sich nach den Gesprächen optimistisch: „Ich bin zuversichtlich, dass wir bald einen temporären Korridor für die Straße von Hormus bekanntgeben werden“, schrieb er auf der Plattform X zur aktuellen Lage im Iran-Krieg. Der stellvertretende iranische Außenminister Kassem Gharibabadi präzisierte im Staatsfernsehen, die vorübergehende Einlaufroute solle vollständig durch iranische Hoheitsgewässer führen, die Auslaufroute sowohl durch iranische als auch durch omanische Gewässer. Beide Seiten wollen in den nächsten 30 bis 60 Tagen weitere Gespräche führen.
Ringen um Straße von Hormus: Lage inmitten des aktuellen Iran-Kriegs bleibt angespannt
Die Verhandlungen finden in einem angespannten Umfeld im Nahen Osten statt: US-Präsident Donald Trump hatte den Oman erst wenige Tage zuvor zuvor in einem Fox-News-Interview offen bedroht. „Wenn der Oman uns in die Quere kommt, bomben wir sie zum Teufel weg“, sagte Trump, als das im Juni geschlossene US-Iran-Rahmenabkommen auslief. Ob Washington die zwischen dem Iran und Maskat erzielte Einigung akzeptiert, ist derzeit offen. Parallel dazu besuchte eine pakistanische Militärdelegation Teheran, um Gespräche zur Beendigung des aktuellen Iran-Krieges wiederanzukurbeln.
Die Hoffnung auf eine Öffnung der Straße von Hormus ließ die Ölpreise deutlich nachgeben. Die Sorte Brent fiel am Mittwoch um rund zwei Prozent auf 86,80 US-Dollar pro Barrel, die US-Sorte WTI gab auf 80,87 Dollar nach. „Der Markt reagiert weiterhin auf die Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus. Die Hoffnung auf Fortschritte in den Gesprächen zwischen Iran und Oman hat einen Kurssturz ausgelöst“, sagte Mitsuru Moraishi, Analyst bei Fujitomi Securities, laut der jemenitischen Nachrichtenagentur Saba. Er verwies jedoch auch auf Grenzen der Bewegung: „Die Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Entwicklung hat Kaufinteresse geweckt und so weitere Verluste begrenzt.“
Die strategische Bedeutung der Straße von Hormus steht derweil im aktuellen Iran-Krieg unter Druck und könnte sich als Teherans schwindende Trumpfkarte entpuppen. Vor Beginn des Konflikts Ende Februar floss rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gaslieferungen durch die Straße von Hormus. Inzwischen versucht der globale Handel, Alternativen zu erschließen. Die Meerenge gilt weiterhin als „Säule der neuen Sicherheitsordnung“ des Iran und so transformativ wie der Besitz einer Atomwaffe, wie das Büro des Obersten Führers. Doch in der Realität könnte die Bedeutung weniger relevant sein, als vermutet.
Straße von Hormus: Bedeutung im Iran-Krieg könnte für Teheran schwinden
Wie der Guardian in einer Analyse zur Straße von Hormus und der Bedeutung der Meerenge für das Machtgefüge im aktuellen Iran-Krieg schreibt, gibt es gegenwärtig in der Islamischen Republik Warnungen, dass die Schifffahrtsstraße ihre Bedeutung als Drehscheibe der Weltwirtschaft verlieren könnte. Deswegen gibt es wachsende Bestrebungen, dass die iranischen Unterhändler zeitnah ein Abkommen mit den USA besiegeln sollen. Wie es weiter heißt, kommt Hamid Paktinat, der Gründer des Forums der Wirtschaftsaktivisten, zu der Annahme, dass der Bau alternativer Pipelines und Exportrouten durch Irans Golfnachbarn den strategischen Wert der Straße von Hormus innerhalb von drei Jahren halbieren wird.
„Eine ständig wiederholte Drohung wandelt sich von einer Abschreckung zu einer politischen Gewohnheit; und eine politische Gewohnheit führt, wenn sie nicht mit konkreten Erfolgen einhergeht, früher oder später zu einer Übertreibung von Drohungen“, sagte Hamid Asefi, ein in Teheran ansässiger Journalist mit Schwerpunkt Geoökonomie, dem Guardian. „Das ist das Hormuz-Paradoxon. In der internationalen Politik kann ein Hebel, der ständig zur Schau gestellt wird, zu seinem eigenen Feind werden, weil er andere zwingt, ihre Verwundbarkeit zu verringern.“
US-Sanktionen gegen Teheran im Iran-Krieg: Analysten zweifeln an Wirksamkeit
Parallel zu den Schifffahrtsgesprächen in der Straße von Hormus verschärften die USA im aktuellen Iran-Krieg ihren Wirtschaftsdruck auf Teheran. US-Finanzminister Scott Bessent kündigte unter dem Titel „Operation Economic Outcast“ neue Sanktionen an, die auch Drittstaaten treffen, die mit Iran Handel treiben. „Unser weltweites Ziel ist es, jede wirtschaftliche Lebensader zu kappen, die dieses tyrannische Regime stützt, bis Teheran isoliert dasteht“, sagte Bessent.
Mindestens 60 Unternehmen und Einrichtungen im Nahen Osten, Asien und Europa wurden bereits ins Visier genommen. Irans wichtigster Handelspartner China, der nach Angaben des Analyseunternehmens Kpler im Jahr 2025 rund 80 Prozent des verschifften iranischen Öls abnahm, wies die Sanktionen als „illegal“ zurück. Experten zweifeln indes an der Wirksamkeit des US‑Drucks.
Ali Vaez, stellvertretender Direktor der International Crisis Group, sagte gegenüber der BBC: „Tatsächlich ist im Iran bereits alles, was sich bewegt, von mehreren Sanktionsschichten betroffen. Die Frage ist nun also, wie diese durchgesetzt werden.“ Das Beratungsunternehmen Oxford Economics bezeichnete die direkten Auswirkungen auf Irans Einnahmen als „ziemlicher Reinfall“. Auch die globalen Märkte reagierten verhalten: Die Aktienmärkte in den USA, Europa und Asien bewegten sich kaum. (Quellen: dpa, BBC, Guardian, Al Jazerra, Saba, AFP) (fbu)