Straßenrad-WM in Kanada Franziska Koch holt Bronze im Einzelzeitfahren
Der deutschen Meisterin fehlten auf dem 39,2 Kilometer langen Kurs von Montreal zur siegreichen Titelverteidigerin Marlen Reusser (Schweiz, 50:24,44 Minuten) 45,54 Sekunden. Silber ging an die junge Britin Zoe Backstedt, die rund fünf Sekunden schneller als Koch fuhr.
Große Freude bei Reusser und Koch
Reusser sagte anschließend an ihrem 35. Geburtstag: "Da habe ich mir ein schönes Geschenk gemacht. Ich bin in das Rennen gegangen und dachte, dass ich heute auf jeden Fall etwas zu feiern habe. Es war mein zweiter Titel, aber jedes Rennen fühlt sich immer wieder neu an - und zu gewinnen, das ist immer wieder ein neues und grandioses Gefühl."
Auch Koch war am ARD-Mikrofon begeistert: "Ich hatte eine gute Pace und war schon sehr zufrieden, als ich über die Ziellinie gefahren bin. Ich bin etwas schneller losgefahren als mir es mein Trainer vorgegeben hatte, aber ich dachte mir, man kann es ja mal versuchen. Das hat super geklappt, und ich freue mich total über die Medaille."
Niedermaier landet auf Rang sieben
Die im Vorfeld ebenfalls als Medaillenkandidatin eingeschätzte Antonia Niedermaier erwischte keinen guten Tag und belegte am Ende Platz sieben mit 1:49 Minuten Rückstand. In der WM-Geschichte hatte es bisher viermal Gold für deutsche Radrennfahrerinnen gegeben, Hanka Kupfernagel (2007), Judith Arndt (2011, 2012) und Lisa Brennauer (2014) hatten triumphiert.
Die Frauen waren in Montreal auf dem identischen Kurs unterwegs, den auch die Männer am Abend bewältigen müssen. Ebenfalls ungewöhnlich war die Länge: Mit fast 40 Kilometern war es für Koch das längste Zeitfahren ihrer Profi-Karriere.
Bei allen Zwischenzeiten in den Medaillenrängen
Doch die 26-Jährige ließ sich davon nicht beeindrucken und tauchte bei allen Zwischenzeiten in den Medaillenrängen auf. Während Backstedt immer vor Koch lag, teilte sich Reusser das Rennen am besten ein. Bei der ersten Zwischenzeit lag sie noch sieben Sekunden hinter Koch, bei der dritten und letzten Zwischenzeit rund zehn Kilometer vor dem Ziel waren es dann über 20 Sekunden Vorsprung.