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Straßkirchen ist offiziell eröffnet

Wirtschaft

BMW hat am Donnerstag sein neues Werk Irlbach-Straßkirchen (Landkreis Straubing-Bogen) offiziell eröffnet und die Serienproduktion gestartet. An dem Standort werden Hochvoltbatterien für die Fahrzeuge der sogenannten Neuen Klasse des Münchner Autobauers montiert. Im Vollbetrieb werden etwa 1.600 Mitarbeiter im Werk beschäftigt sein und mehrere Hundert Hochvoltbatterien auf zwei Produktionslinien pro Tag fertigen.

Der Standort beliefert zum Start der Serienfertigung das Werk München mit den Hochvoltbatterien der sechsten Generation, die dort in den i3 verbaut werden. Aufgrund der hohen Nachfrage nach den Modellen der Neuen Klasse erfolgt der Hochlauf laut BMW schneller als ursprünglich geplant: So starte die Serienfertigung direkt im Zweischichtbetrieb.

Die Investition in Höhe von rund einer Milliarde Euro in das Werk Irlbach-Straßkirchen verdeutlicht BMW zufolge, dass das Unternehmen zum Industriestandort Deutschland steht. „Mit unserem Werk Irlbach-Straßkirchen senden wir ein starkes Signal: für unsere technologische Wettbewerbsfähigkeit, für die Elektromobilität – und für den Standort Deutschland“, sagt BMW-Produktionsvorstand Raymond Wittmann. Das neue Werk übernehme eine Schlüsselfunktion im Produktionsnetzwerk: Als zentrale Drehscheibe versorge es die deutschen BMW-Fahrzeugwerke mit den Hochvoltbatterien der sechsten Generation. Damit leiste das Hightech-Werk Irlbach-Straßkirchen einen entscheidenden Beitrag zum Hochlauf der Neuen Klasse.

In weniger als zwei Jahren vom Baubeginn bis zur ersten Vorserienbatterie

Der Bau des Werks auf dem 60 Hektar großen Areal sowie die Installation der Produktionsanlagen erfolgten laut BMW in Rekordzeit: Zwischen Baurechtserteilung im April 2024 und der Fertigung von Vorserienbatterien ab März 2026 lagen weniger als zwei Jahre.

Im September 2023 fand in der Gemeinde Straßkirchen ein Bürgerentscheid zur Werksansiedlung statt. Dabei hatten sich die Bürger mit einer Mehrheit von über 75 Prozent für die Ansiedlung des Werks ausgesprochen – bei einer sehr hohen Wahlbeteiligung von rund 77

Prozent. „Der Standort Ostbayern bietet ideale Voraussetzungen: hochkompetente Mitarbeitende, moderne Produktionsstrukturen, kurze Wege in den deutschen Werkeverbund und ein leistungsfähiges regionales Umfeld. So sind wir optimal für das weitere Wachstum und die steigende Nachfrage nach vollelektrischen Fahrzeugen aufgestellt“, sagt Produktionsvorstand Wittmann.

Stärkung Ostbayerns als Industriestandort

Mit dem neuen Werk baut BMW seine Präsenz in Ostbayern weiter aus. Etwa 40 Prozent aller jemals produzierten BMW-Automobile sind nach Angaben des Konzerns aus den Fahrzeugwerken Dingolfing und Regensburg gerollt. Das Werk Irlbach-Straßkirchen stärke die Region als Standort für Elektromobilität, so das Unternehmen. Rund ein Fünftel der weltweiten Belegschaft arbeite in den Werken Dingolfing, Regensburg, Landshut und Irlbach-Straßkirchen.

So baut BMW seine Hochvoltbatterien der sechsten Generation

Während des Produktionsprozesses werden dem Autobauer zufolge mehr als 3.500 Datenpunkte pro Batterie erhoben, die in Echtzeit überwacht werden. Die Batteriezellen für die Hochvoltbatterien liefern führende Zellhersteller. Es werden sogenannte Zellcluster gebildet, bei denen die Batteriezellen mit Kühlern verbunden werden. Dieser Schritt sorgt für eine optimale Isolation und Kühlung. Zellcluster und Zellkontaktiersystem werden per Laser gereinigt und verschweißt. Ein neuartiger Prozess mit Schaum sorgt nun dafür, dass alle Elemente zu einer mechanischen Einheit werden und geschützt sind. Der gehärtete Schaum garantiert Sicherheit, Stabilität und Langlebigkeit der Hochvoltbatterie. Anschließend wird das Gehäuse geschlossen, abgedichtet und vernietet. Im letzten Schritt wird der Energy Master – die zentrale Steuereinheit – auf der Hochvoltbatterie montiert. Für die Abdichtung kommt ein dauerelastischer Dichtkleber zum Einsatz. Zum Abschluss durchlaufen alle Hochvoltbatterien eine Endprüfung. Eigens entwickelte KI-Assistenten und -Agenten sorgen zusammen mit 500 Robotern auf der 50.000 Quadratmeter großen Produktionsfläche für eine Null-Fehler-Batterieproduktion. Gleichzeitig steigere der umfangreiche Einsatz künstlicher Intelligenz die Effektivität in der Fertigung.

Die Montage der Hochvoltbatterien der sechtsen Generation erfolgt in weltweit fünf neuen Produktionsstätten, die BMW nah an ihren Fahrzeugwerken errichtet. So entstanden neben Irlbach-Straßkirchen auch in Debrecen (Ungarn), Shenyang (China), Woodruff (USA) und San Luis Potosí (Mexiko) Montagewerke für Hochvoltbatterien.

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