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Strategy hat 3.588 Bitcoin verkauft, um Dividenden zu bezahlen

Technologie

Die Maßnahmen von Strategy, dem mit Abstand größten börsennotierten Bitcoin-Halter, haben eine große Relevanz für den gesamten Markt. Denn zum einen war das Unternehmen immer einer der größten Käufer, während regelmäßig Sorgen aufkommen, dass Strategy kollabiert und alle BTC abstoßen muss.

In den vergangenen Wochen ist die von Michael Saylor gegründete Aktiengesellschaft deutlich unter Druck geraten. Sowohl die Stammaktie (MSTR) als auch die Vorzugsaktien brachen ein, wodurch es wahrscheinlicher wurde, dass Strategy auf der Verkäuferseite aktiv wird.

Strategy gab am Montag vergangener Woche schließlich bekannt, dass die Cash-Reserve von 1,4 auf 2,55 Milliarden US-Dollar vergrößert wurde – finanziert durch die Ausgabe von Stammaktien. Das sorgte erst einmal für Beruhigung am Markt, da das Unternehmen theoretisch erst einmal lange Zeit die Füße stillhalten könnte, sofern die Dividenden aus der Cash-Reserve bezahlt werden.

Insgesamt müssen aufs Jahr gerechnet rund 1,76 Milliarden US-Dollar an die Halter der Vorzugsaktien ausgeschüttet werden. Strategy machte in der Quartalspräsentation Anfang Mai eindeutig klar, dass auch Bitcoin verkauft werden würden, um die Dividenden zu finanzieren, wenn sich das als sinnvoll erweisen sollte.

Die kommunizierte mNAV-Schwelle, ab der Bitcoin-Verkäufe besser für die Aktionäre seien, als neue Stammaktien zu emittieren, betrug 1,22 x. Das mNAV quantifiziert die Aktienbewertung in Relation zum Bilanzwert.

In der vergangenen Woche lag das mNAV deutlich darunter, während zum Monatswechsel Dividenden fällig wurden. Wie sich heute herausgestellt hat, entschied sich Strategy nun dazu, dieses Mal die Bitcoin-Reserve anzuzapfen.

Zu der Verwendung des so beschafften Geldes heißt es in dem Filing wie folgt:

Die Erlöse aus den Bitcoin-Verkäufen wurden zur Finanzierung der Ausschüttungen auf Vorzugsaktien sowie zur Auffüllung des zu diesem Zweck verwendeten Teils der USD-Reserve verwendet.

Aus dem 8-K-Filing

Das bedeutet, dass die Bitcoin-Verkäufe die Dividenden finanziert haben. Zwar wurde ein Teil kurzfristig mit der Cash-Reserve vorgestreckt, anschließend aber wieder aufgefüllt.

Die Cash-Reserve ist nach diesen Aktivitäten weiterhin 2,55 Milliarden US-Dollar schwer, womit sie 17,4 Monate an Dividenden abdeckt.

Zu diesem Monatswechsel musste zum einen die noch monatliche Dividende des Flaggschiffprodukts STRC finanziert werden. Ab diesem Monat schüttet STRC erst zweimal pro Monat aus. Hinzu kamen die Dividenden der anderen Vorzugsaktien, die quartalsweise anfallen, wie Michael Saylor selbst bestätigte.

Strategy hätte für die Dividenden auch die Cash-Reserve nutzen können. Laut dem neuen Framework soll diese immer mindestens 12 Monate an Zahlungsverpflichtungen abdecken, weshalb das Unternehmen theoretisch erst einmal 5 Monate lang gar nichts hätte tun können.

Ebenso wäre es möglich gewesen, weitere MSTR-Stammaktien zu emittieren, um Geld aufzutreiben. So nahm Strategy in der Woche zuvor allein 1,15 Milliarden US-Dollar ein, obwohl das mNAV da bereits unter der kommunizierten Schwelle lag.

Demnach hätte Strategy die 3.588 BTC also nicht verkaufen müssen. Ein Vorteil dabei ist, dass so steuerlich relevante Verluste realisiert werden können und den Haltern der Vorzugsaktien bewiesen werden kann, dass auch die insgesamt rund 50 Milliarden US-Dollar an BTC herhalten können.

Die Rating-Agentur S&P kritisierte an Strategy, als sie dem Unternehmen ein eher schlechtes Kredit-Rating von B– gab, dass es davor zurückschrecken würde, BTC zu verkaufen.

Nach diesem Verkauf hat Strategy seit Jahresauftakt trotzdem noch unter dem Strich 171.275 BTC hinzugekauft. Die im Zuge dessen erwirtschaftete „BTC Yield“ liegt jetzt nur noch bei 7,8 %. Im Mai waren es zeitweise noch 13,3 %. Das liegt daran, dass nach Bitcoin-Verkäufen oder der MSTR-Emission für Dividenden oder Cash immer weniger BTC pro Aktie bleiben.

Hierbei muss jedoch berücksichtigt werden, dass die Ausgabe der Vorzugsaktien, für die jetzt Dividenden anfallen, im ersten Schritt überhaupt erst dazu führte, dass Strategy große Mengen BTC kaufen konnte – ohne direkte Verwässerung der MSTR-Halter. Das zeigt sich dadurch, dass die „BTC Yield“ in diesem Jahr immer noch positiv ist.

Strategy gab am 1. Juni bereits bekannt, 32 Bitcoin für 2,5 Millionen US-Dollar abgestoßen zu haben. Dieser Verkauf war ebenfalls nicht aus Zwang heraus, sondern in erster Linie symbolischer Natur.

Der Bitcoin-Kurs brach infolgedessen aber ein und auch die Stammaktie sowie die Vorzugsaktien von Strategy gerieten unter Druck. Das alles, obwohl Michael Saylor in der besagten Quartalspräsentation zuvor meinte, dass er den Markt immunisieren und zeigen möchte, dass die Welt nicht untergehen würde, wenn Strategy mal verkauft.

Wir werden wahrscheinlich etwas Bitcoin verkaufen, um eine Dividende zu finanzieren – einfach um den Markt zu immunisieren, um die Botschaft zu senden: Wir haben es getan. Schaut her: Das Unternehmen ist in Ordnung, Bitcoin ist in Ordnung, die Branche ist in Ordnung, die Welt ist nicht untergegangen. Und wenn ihr Short-Seller seid und eure These lautet, das Unternehmen muss Aktien verkaufen, um Dividenden zu finanzieren, dann würde ich nichts lieber tun, als euch die Flügel zu stutzen.

Michael Saylor

Am heutigen Montag gab es in unmittelbarer Reaktion letztlich wieder einen Kursrutsch. BTC fiel von 62.420 US-Dollar binnen 1,5 Stunden auf unter 61.500 US-Dollar zurück. Spannend wird zu sehen sein, ob sich der Abverkauf nach dem Börsenstart in den USA verstärken oder es eine Erholung geben wird.

Möglicherweise könnte jetzt der Zeitpunkt erreicht sein, an dem der Markt versteht, dass Verkäufe von Strategy nicht gleich mit einem Weltuntergang gleichzusetzen sind. Strategy ist zwar ein wichtiger Akteur, aber bei weitem nicht so zentral, wie es oftmals den Anschein erwecken mag.

Strategys Ziel ist zudem, weiterhin ein Nettokäufer zu bleiben. Dies könnte in der schwierigen Marktphase jetzt nicht allzu leicht werden. Denn solange das mNAV niedrig bleiben sollte, während STRC unter 100 US-Dollar handelt, dürfte wohl kaum mit weiteren Käufen zu rechnen sein.

Seit dem 1. Juni gelang es Strategy trotzdem, mehr Bitcoin zu kaufen, als zu verkaufen. Denn insgesamt wurden 3.620 BTC verkauft, während 3.657 BTC hinzukamen – finanziert durch die Ausgabe von MSTR-Stammaktien.

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