Strategy und Metaplanet vor Index-Exklusion
Ende 2025 war eines der Themen, das als Erklärung für den fallenden Bitcoin-Kurs angeführt wurde, die mögliche Exklusion von Strategy aus den MSCI‑Indizes. Damals brachte der Indexherausgeber einen Vorschlag ein, um Unternehmen, deren Bilanzen sich mindestens zu 50 % aus Kryptowährungen zusammensetzen, auszuschließen.
Im Januar gab es schließlich die Erleichterung. Strategy und Co. durften in den Indizes bleiben. Dafür behielt MSCI aber Regeln bei, die eine Neuaufnahme dieser Unternehmen blockierten. Eine durch die Emission von Aktien steigende Marktkapitalisierung bei der Gewichtung in dem jeweiligen Index wurde zudem nicht mehr berücksichtigt. MSCI teilte im selben Zuge mit, sich weiter damit auseinanderzusetzen, „nicht operative Unternehmen“ auszuschließen.
Im August dieses Jahres war es schließlich so weit und ein neuer Vorschlag folgte. Dieses Mal sollten bestimmte Kriterien entscheiden, welche Aktiengesellschaften in den Indizes verbleiben dürfen. Eine direkte Diskriminierung nach Kryptowährungen war es nicht mehr, aber laut der Simulation der vorgeschlagenen Methodik würden drei Unternehmen exkludiert werden – darunter Strategy und Metaplanet.
Seither war klar, dass MSCI also immer noch vorhat, sogenannte „Bitcoin Treasury Companies“ zu exkludieren. Und da der neue Vorschlag breiter gefasst war, standen die Chancen grundsätzlich höher, dass es diesmal so weit sein würde.
Strategy brachte sich im Rahmen der Konsultationsphase, die bis Ende September ging, selbst ein und verfasste einen offenen Brief an MSCI, um gegen diese Methodik zu argumentieren. Doch wie sich inzwischen herausstellte, offenbar ohne Erfolg.
MSCI wollte die Entscheidung bis zum 16. Oktober bekannt geben. Am 15. Oktober gegen 22:48 Uhr war es schließlich so weit, und MSCI veröffentlichte die heiß erwartete Pressemitteilung:
MSCI wird den Vorschlag, nicht operative Unternehmen als nicht für die Aufnahme in die MSCI Global Investable Market Indexes geeignet zu definieren und einzustufen, mit geringfügigen Änderungen umsetzen. Der Vorschlag war Gegenstand der am 3. August 2026 angekündigten Konsultation. Die Änderungen werden im Rahmen der Indexüberprüfung im November 2026 umgesetzt und treten zum Handelsschluss am 30. November 2026 in Kraft.
Aus der Pressemitteilung
Auch wenn von nicht näher spezifizierten „geringfügigen Änderungen“ die Rede ist, ist stark davon auszugehen, dass Strategy und Metaplanet nach dem 30. November nicht mehr Teil der Indizes sein werden. Strategy ist unter anderem im MSCI World oder MSCI USA, während Metaplanet im MSCI Japan IMI oder mehreren Small-Cap-Indizes zu finden ist.
Die endgültige Streichungsliste soll jedoch erst am 11. November veröffentlicht werden.
Mit der Indexüberprüfung im November hebt MSCI außerdem die bisherigen Sonderbeschränkungen für Unternehmen mit hohen Beständen an Kryptowährungen auf. Dazu zählen die aufgeschobenen Indexaufnahmen und die eingefrorene Berücksichtigung einer steigenden Aktienanzahl.
Der Bitcoin-Kurs reagierte letztlich gar nicht auf die Meldung. Die Strategy-Aktie war derweil nachbörslich rund 1,5 % in Bitcoin gemessen im Minus. Während des New Yorker Handels stieg MSTR davor jedoch um 5,6 %, als BTC um weniger als 1 % zulegte.
Die aller Voraussicht nach bevorstehende Index-Exklusion scheint demnach weitestgehend eingepreist gewesen zu sein. Auf der Wettplattform Polymarket lag die Wahrscheinlichkeit, dass Strategy in diesem Jahr noch aus MSCI-Indizes geworfen wird, vor der Pressemitteilung bereits bei um die 80 %. Jetzt liegt der Wert bei über 90 %.
Strategy-Gründer Michael Saylor wurde in dieser Woche auch noch während eines Interviews mit Bloomberg auf die Causa angesprochen. Dabei erklärte er, dass sich sein Unternehmen in dieser Hinsicht nicht von Versicherungen oder Banken unterscheiden würde. Laut Saylor sei Strategy mit Produkten wie STRC, auch „Digital Credit“ genannt, dasselbe wie eine Versicherung, die einerseits Kapital akkumuliert und investiert, während sie andererseits Policen verkauft.
Wenn MSCI entscheiden würde, dass die finanziellen Vermögenswerte einer Versicherung oder die Vermögenswerte einer Bank nicht operativ sind, dann würden sie jede Versicherung, jede Bank und die Hälfte der Öl- und Gasunternehmen aus dem Index ausschließen. […] Die Versicherung verkauft dir eine Versicherungspolice oder eine Rentenversicherung. Richtig? Das sind alles Finanzunternehmen. Sie verkaufen Finanzprodukte. Sie sind operative Unternehmen. Sie sind im Index. Was viele übersehen: Das digitale Kreditprodukt ist das Produkt. Und um dieses Produkt zu schaffen, braucht man ein operatives Unternehmen, das sein Kapital aktiv verwaltet. […] Wir sind keine Holdinggesellschaft. Wir arbeiten mit dem Kapital. […] Wir sind also ein operatives Unternehmen. Das ist in der Rechnungslegung eigentlich keine Streitfrage. Die Wirtschaftsprüfer stimmen dem zu. Die bei der SEC eingereichten Unterlagen stimmen damit überein. Nach den SEC-Vorschriften ist das sehr, sehr eindeutig. MSCI steht mit seiner Auffassung allein da. Ich weiß nicht, warum. Aber noch einmal: Das ist nicht meine Entscheidung.
Michael Saylor, Strategy-Gründer