Streit mit Friedrich Merz – RTL distanziert sich „mit Befremden“ von Kinderärztin
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Nach dem heftigen Schlagabtausch zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und der Kinderärztin Bea Merscher in der RTL-Sendung „Am Tisch mit Friedrich Merz“ widerspricht der Sender nun der Darstellung der Ärztin über das Geschehen nach der Aufzeichnung.
Merscher hatte dem Kanzler vorgeworfen, sie nach Ende der Sendung herablassend behandelt und ausgelacht zu haben.
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„Mit Befremden haben wir die Äußerungen von Frau Merscher auf Social Media zur Kenntnis genommen. Ich kann in keiner Weise bestätigen, dass sich der Bundeskanzler nach der Sendung, als die Kameras aus waren, herablassend gegenüber Frau Merscher geäußert hat“, sagte RTL-Chefredakteur Gerhard Kohlenbach gegenüber „Bild“.
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Bereits während der Sendung war es zwischen Merscher und Merz zu einem scharfen Wortwechsel gekommen. Die 39-jährige Kinderärztin und Aktivistin warf dem Kanzler vor, seinen Amtseid zu brechen und „menschenverachtende und zerstörerische Gesetze“ zu erlassen. Gemeint waren insbesondere die geplanten Einsparungen im Gesundheitswesen.
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Merz wies den Vorwurf zurück. „Das geht jetzt ein bisschen über das normale Maß der Kritik hinaus“, sagte der Kanzler. Anschließend fügte er hinzu: „Das ist eine persönliche Herabsetzung, die geht zu weit.“
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Streit über Milliarden im Gesundheitssystem
Hinter dem persönlichen Schlagabtausch steht ein grundsätzlicher Streit über die Zukunft der gesetzlichen Krankenversicherung. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes beliefen sich die Gesundheitsausgaben 2024 auf 538,2 Milliarden Euro. Zugleich gerät die GKV finanziell zunehmend unter Druck. Steigende Ausgaben und wachsende Finanzierungslücken erhöhen den Reformdruck. Die Bundesregierung will die Ausgaben deshalb begrenzen und die Beiträge langfristig stabilisieren.
Die frühere Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte den Reformkurs als notwendig verteidigt. Im Gespräch mit der WELT AM SONNTAG hatte sie gesagt, die Ausgaben müssten wieder stärker mit den Einnahmen in Einklang gebracht werden. Ohne Reformen werde die finanzielle Belastung des Sozialstaats weiter zunehmen. Es gibt derzeit keine Hinweise, dass Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) am GKV-Reformpaket rütteln wird.
Merscher kritisiert dagegen diesen Kurs scharf. Sie befürchtet, dass die geplanten Einsparungen zulasten der medizinischen Versorgung und damit der Patienten gehen. In sozialen Netzwerken macht sie gegen die Gesundheitspolitik der Bundesregierung mobil und sammelt nach Angaben von „Bild“ Spenden.
Für den kommenden Samstag hat Merscher demnach unter dem Motto „Es reicht! Gesundheit statt Sparwahn“ eine Kundgebung vor dem Reichstag angemeldet. Die Demonstration soll sich gegen Einsparungen im Gesundheitswesen und weitere Sozialkürzungen richten.
ceb