DAX +0,15 % 25.410,84 Pkt 18:00:00 MDAX +0,67 % 30.287,68 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,79 % 6.116,23 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,96 % 52.361,58 Pkt 21:43:41 S&P 500 +0,17 % 7.676,77 Pkt 21:43:43 Nasdaq +0,62 % 26.169,38 Pkt 22:15:59 Nikkei +1,85 % 63.341,99 Pkt 02:41:40 Gold -0,25 % 4.028,20 USD 02:46:39 Silber -0,44 % 54,10 USD 02:46:23 Brent -0,78 % 109,88 USD 02:44:42 WTI -0,79 % 100,96 USD 02:46:38 Bitcoin -0,09 % 79.935,38 USD 02:56:39 EUR/USD -0,41 % 1,11720 USD 02:56:42 EUR/GBP -0,16 % 0,83720 GBP 02:56:43 EUR/CHF +0,02 % 0,92430 CHF 02:56:42 EUR/JPY +0,11 % 176,104 JPY 02:56:43

Strengere Krankschreibungsregeln für Beschäftigte

Welt

Die geplanten Verschärfungen bei Krankschreibungen stoßen auf breite Kritik. Künftig soll eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bereits ab dem ersten Krankheitstag verpflichtend sein und die telefonische Krankschreibung soll abgeschafft werden. Das Ziel: Fehlzeiten reduzieren und möglichen Missbrauch eindämmen. Ob dieser tatsächlich ein größeres Problem darstellt, ist jedoch umstritten.

Deutschland bei Krankschreibungen im EU-Mittelfeld

Denn im europäischen Vergleich liegt Deutschland bei den krankheitsbedingten Fehlzeiten nicht an der Spitze. Nach Daten der OECD befindet sich die Bundesrepublik mit 3,6 Krankheitswochen pro Jahr im oberen Mittelfeld. Diese Länder liegen teils deutlich vor Deutschland:

Norwegen - 5,9 Wochen

Finnland - 5,0 Wochen

Spanien - 4,9 Wochen

Slowenien - 4,7 Wochen

Portugal - 4,1 Wochen

Die niedrigsten Werte haben Bulgarien mit 0,4 Wochen, Griechenland mit 0,2 Wochen sowie Rumänien mit 0,1 Wochen. In der Statistik erfasst wurden nur die Krankmeldungen, die auch der Krankenkasse gemeldet wurden. Der europäische Durchschnitt liegt bei 2,6 Krankheitswochen. Diesen übersteigt Deutschland deutlich. Kritiker verweisen jedoch darauf, dass in manchen EU-Ländern die elektronische Erfassung deutlich lückenhafter ist als in Deutschland. Seit 2022 werden in Deutschland die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen umfänglich elektronisch erfasst.

Becker: "Missbrauchsverdacht ziemlich abwegig"

Der danach vermeldete Anstieg des Krankenstandes hierzulande sei auf diesen statistischen Effekt zurückzuführen und nicht auf eine sprunghaft erhöhte Neigung zum Kranksein,sagte Birgit Becker, Wirtschaftsredakteurin beim Deutschlandfunk. Zudem zeige die Auswertung der Krankenkassen, dass ein großer Teil der Fehlzeiten auf Langzeiterkrankungen zurückgehe. Diese machten nur rund drei Prozent der Fälle aus, verursachten aber etwa 40 Prozent der Ausfalltage. Ein Missbrauchsverdacht sei hier ziemlich abwegig, betonte Becker.

Hauptgründe für Krankmeldungen in Deutschland

Eine Studie der Krankenkasse AOK aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass die meisten Krankschreibungen in Deutschland auf Atemwegserkrankungen zurückzuführen waren. Zudem sei ein stetiger Anstieg der psychisch bedingten Krankmeldungsfälle zu verzeichnen. Es folgten Muskel-Skelett-Probleme.

Weiterführende Informationen

Diese Nachricht wurde am 03.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

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