Strom- und Gasvertrag wechseln: Anbieter locken mit trügerischen Deals
Verbraucherschützer warnen 300 Euro Bonus beim Stromwechsel? Das ist der Haken Von t-online, wal 11.07.2026 - 10:59 UhrLesedauer: 2 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Wer den Strom- oder Gastarif wechselt, kann oft viel Geld sparen. Viele Anbieter locken mit Neukundenboni. Bei diesen sollten Verbraucher aufpassen. Viele Verbraucher bleiben über Jahre oder sogar Jahrzehnte ihrem Strom- oder Gasanbieter treu. Doch wer regelmäßig die Preise vergleicht, der kann viel Geld sparen. Dabei lohnt sich vor allem der Vergleich zwischen Grundversorgung und anderen Strom- oder Gasanbietern – hier liegt der Preisunterschied oft bei mehreren hundert Euro pro Jahr. Doch beim Blick auf die Neukundenangebote sollten Verbraucher immer genau hinsehen, wie der Geldratgeber "Finanztip" in seinem Newsletter erklärt. Aktuell locken viele Energieversorger nämlich mit besonders hohen Boni: 100, 200 oder sogar 300 Euro versprechen die Unternehmen dann den Neulingen als "Sofortbonus" oder "Neukundenbonus". Das kann ein guter Deal sein – aber auch eine Falle. Darauf sollten Sie beim Strom- und Gaswechsel achten Diese Wechselprämien machen den Strom- oder Gasvertrag im ersten Jahr natürlich ziemlich günstig. Auch bei Vergleichsportalen wird der Neukundenbonus mit dem Arbeits- und Grundpreis des Tarifs verrechnet, diese Zahl wird dann als monatliche Durchschnittskosten ausgewiesen. Das ist aber trügerisch. Zur Veranschaulichung ein Beispiel: ArbeitspreisGrundpreisBonusKosten 1. Jahr*Kosten danach*Stromtarif X27 Cent/kWh14 Euro/Monat150 Euro828 Euro978 EuroStromtarif Y32 Cent/kWh10 Euro/Monat300 Euro780 Euro1.080 Euro *Es wird von einem Stromverbrauch von 3.000 Kilowattstunden im Jahr ausgegangen. Bei Stromtarif X würde das Unternehmen den Kunden vermutlich mit durchschnittlichen Monatskosten von 69 Euro (828/12) locken, bei Stromtarif Y sogar mit nur 65 Euro im Monat. In der Realität liegen die Kosten aber deutlich darüber, was der Kunde spätestens im zweiten Jahr, wenn der Bonus wegfällt, auch merken wird. Wann sich der Wechsel nicht lohnt Deshalb sollten sich Verbraucher nicht von den errechneten Kosten im ersten Jahr blenden lassen und genau hinsehen. Die wichtigste Zahl ist der Arbeitspreis: Das ist der Preis, den Sie pro Kilowattstunde bezahlen. Dieser sollte für Strom im Jahr 2026 nicht über 35 Cent/kWh liegen, es gibt auch viele Tarife deutlich darunter; bei Gas ist ein Preis um die zehn Cent/kWh zu erwarten. Bei besonders niedrigen Arbeitspreisen lohnt sich noch der Blick auf den Grundpreis, oftmals ist dieser dann höher als bei der Konkurrenz. Grundpreise variieren beim Strom zwischen fünf und 15 Euro im Monat, bei Gas kann es auch mal auf 20 Euro im Monat hochgehen. Liegen Arbeitspreis und Grundpreis höher als beim aktuellen Anbieter, dann sollten Sie – auch bei einem sehr attraktiven Neukundenbonus – lieber verzichten. Ab dem 2. Jahr zahlen Sie dann nämlich mehr als beim vorherigen Anbieter. Anders ist das natürlich, wenn Sie kein Problem damit haben, nach einem Jahr wieder zu wechseln. Das kann auch vorteilhaft sein, wenn man sich die Zeit dafür nimmt. Dann können Kunden von einem Neukundenbonus zum nächsten springen. Aber Achtung: Viele Energieanbieter schließen mit ihren Neukunden Verträge mit einer Mindestlaufzeit von 24 Monaten. Das Bonushopping kann bei so einem Vertrag daher nicht funktionieren.