Stromausfall in Kuba: Neun Millionen Menschen in Kuba erneut ohne Strom
In Kuba ist es zu einem landesweiten Stromausfall gekommen. Rund neun Millionen Menschen seien ohne Strom, teilte das Energieministerium in Havanna mit. Es ist der siebte Totalausfall seit Jahresbeginn.
Die kubanische Energieversorgung leidet unter einer maroden Infrastruktur und einer von den USA verhängten Ölblockade. Auch vor dem Kollaps kam es auf der Insel regelmäßig zu flächendeckenden Stromausfällen, die Millionen Menschen betrafen. Seit Dezember bekommt Kuba kein Erdöl mehr aus Venezuela.
Die kubanische Regierung macht für die Krise vor allem die USA verantwortlich. Der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez bezifferte den wirtschaftlichen Schaden durch die Handelsblockade der USA im vergangenen Jahr auf 8,1 Milliarden Dollar.
Keine Gespräche zwischen den USA und Kuba
Die Blockade bestrafe nicht die Regierung, sondern jeden Menschen auf der Insel, sagte Außenminister Rodríguez. »Das bedeutet, monatelang mit nur zwei oder drei Stunden Strom pro Tag oder weniger zu leben.« Die US-Regierung rechtfertigt die Blockade und die verschärften Sanktionen mit nationalen Sicherheitsbedenken. Ziel sei es, einen Wandel in der kommunistischen Führung zu erzwingen. US-Präsident Donald Trump wirft der kubanischen Regierung vor, die Wirtschafts- und Menschenrechte seiner Einwohner einzuschränken.
Die Vereinten Nationen bezeichneten die Sanktionen als Verletzung des Völkerrechts. Ein UN-Expertenteam warnte zudem vor einem wachsenden Risiko von Krankheitsausbrüchen auf der Insel. Auch das US-Außenministerium wies auf eine Zunahme von Darmerkrankungen hin, die durch die mangelhafte Wasser- und Stromversorgung verursacht werden.