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Stromknappheit in Ungarn - Jetzt müssen auch BMW und Mercedes reagieren

Welt

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Der Ausfall eines Atomkraftwerks in Ungarn beeinträchtigt auch die deutschen Autohersteller in dem Land. Anders als Dacia und Ford, die am Montag in Absprache mit der rumänischen Regierung eine mehrtägige Produktionspause in dem Nachbarland verkündeten, produzieren die deutschen Hersteller in Ungarn jedoch nach Angaben vom Montag weiter.

Für die deutsche Autoindustrie ist Ungarn einer der wichtigsten europäischen Produktionsstandorte – auch wegen vergleichsweise niedriger Energiekosten. Derzeit steht jedoch das einzige Atomkraftwerk des Landes wegen des niedrigen Donau-Pegels still.

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Der Münchener Autokonzern BMW reagiert in seinem erst vor knapp einem Jahr eröffneten Werk im ostungarischen Debrecen. „Durch ein kurzfristig entwickeltes Maßnahmenpaket werden zusätzliche Einsparpotenziale in den Bereichen Anlagenbetrieb, Beleuchtung, Klimatechnik und Ladeinfrastruktur genutzt“, sagte ein BMW-Sprecher WELT. Dadurch habe das Werk seinen Energieverbrauch seit Freitag bereits um rund 15 Prozent gesenkt.

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BMW profitiert davon, dass der Konzern in dem Werk 50 Hektar Solarfläche installiert hat – auf Dächern etwa über den Parkplätzen der fertiggestellten Autos und auf umliegenden Feldern. An einem Sommertag könne das Werk nahezu vollständig mit der Leistung von bis zu 50 Megawatt betrieben werden.

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Allerdings arbeitet das Werk, das den gut nachgefragten Elektro-SUV iX3 produziert, seit dem Frühjahr im Zweischicht-Betrieb. Daher muss bei Dunkelheit Strom aus dem Netz zugekauft werden.

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Auch für Mercedes ist Ungarn ein wichtiger Standort. Der Hersteller hat sein Werk in der Stadt Kecskemét gerade erst auf die doppelte Kapazität erweitert. „Aktuell läuft der Produktionsbetrieb in allen Bereichen ohne Einschränkungen. Wir beobachten die aktuelle Lage sehr genau und stehen dazu in engem, kontinuierlichem Austausch mit den zuständigen Behörden“, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Dabei gehe es vorwiegend darum, die kontinuierliche Versorgung des Werks mit Strom sicherzustellen.

In Rumänien verkündete Ministerpräsident Ilie Bolojan, dass Dacia und Ford ihre Produktion vorübergehend eingestellt haben. Die Werke stehen demnach bis zum 19. August still. Es handele sich um eine freiwillige Maßnahme, durch die der Strombedarf um 200 Megawatt gesunken sei. Weitere Unternehmen sollten folgen. In Rumänien ist ähnlich wie in Ungarn ein Block eines Atomkraftwerks an der Donau abgeschaltet worden wegen der niedrigen Pegelstände.

Dieser Artikel wurde für das Wirtschaftskompetenzcenter von WELT und „Business Insider Deutschland“ erstellt.

Christoph Kapalschinski berichtet als Redakteur über die Autoindustrie.

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