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Strompreise könnten sinken: Wie Speicher den EEG-Topf entlasten können

Technologie

Neue Analyse

Strompreise könnten sinken

Von t-online, jb

Aktualisiert am 28.09.2026 - 14:50 UhrLesedauer: 2 Min.

Zusätzliche Speicherleistung senkt die Anzahl teurer Stromstunden und drückt auch Phasen mit Negativpreisen spürbar. Das stärkt den Marktwert von Solarstrom und entlastet den EEG-Topf.

Mehr Batteriespeicher könnten die Strompreise spürbar senken. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) hervor. Und auch Besitzern von Solaranlagen würde der Ausbau der Speicherleistung zugutekommen.

Die Analyse basiert auf einer Simulation realer Kauf- und Verkaufsgebote am Day-Ahead-Strommarkt des Jahres 2025 – also dem Markt, an dem Strom jeweils einen Tag vor der Lieferung an der Börse gehandelt wird. Die Wissenschaftler untersuchten, wie sich die Strompreise entwickeln würden, wenn zusätzliche Batteriespeicher mit einer Leistung 20 Gigawatt (GW) angeschlossen wären, die den Strom etwa bei einem kurzzeitigen Stromüberschuss für zwei Stunden zwischenspeichern. Dabei handelt es sich sowohl um Großspeicher als auch um kleine Heimspeicher, wie sie in vielen Privathaushalten zu finden sind.

Befunde auf Folgejahre übertragbar

Die Ergebnisse sind eindeutig, beziehen sich auf das betrachtete Kalenderjahr, könnten jedoch auf die Folgejahre übertragen werden.

Durch die Integration zusätzlicher Batteriespeicher würde die Zahl der Stunden mit Börsenstrompreisen über 200 Euro je Megawattstunde (MWh) von 169 auf 20 sinken. Es gäbe also seltener Zeiten, in denen Strom sehr teuer ist. Davon profitieren unter anderem Kunden mit einem dynamischen Stromtarif.

Die Dauer negativer Strompreise könnte von 575 auf 271 Stunden sinken, was wiederum Solaranlagenbesitzern zugutekommen würde, weil bei negativen Börsenpreisen nach § 51 EEG die Förderung entfällt – der anzulegende Wert sinkt auf null, es wird also keine Marktprämie gezahlt. Für Neuanlagen mit über 2 kW, die seit dem 25. Februar 2025 in Betrieb gegangen sind, gilt das gemäß dem Solarspitzengesetz bereits ab der ersten negativen Viertelstunde.

Der Marktwert von Solarstrom würde laut der Analyse von rund 45 auf 61 Euro/MWh steigen. Das würde den Bundeshaushalt und damit die Steuerzahler entlasten, weil die Förderung als Differenz zwischen dem gesetzlich festgelegten anzulegenden Wert und dem Marktwert Solar gezahlt wird: Steigt der Marktwert, schrumpft die Differenz. Das könnte dazu beitragen, dass der EEG-Förderbedarf rechnerisch um bis zu 1,2 Milliarden Euro jährlich sinkt.

Wie funktionieren die Batteriespeicher?

Die installierte Batteriespeicherleistung in Deutschland lag im ersten Halbjahr 2026 bei 19,2 GW. Das Problem: Viele private Speicher – darunter auch Heimspeicher oder Speicher von E-Autos – reagieren nicht auf Marktsignale. Das heißt, dass sie bei einem Stromüberschuss nicht automatisch Energie einspeichern und bei Strombedarf wieder ausspeichern. Stattdessen speichern sie Strom morgens ein, sodass sie mittags, wenn es meist zu Stromspitzen kommt, bereits voll sind. Hinzu kommt, dass der Ausbau weiterer Batterie(groß)speicher durch regulatorische und netzseitige Rahmenbedingungen stark begrenzt ist.

Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (bne), sagt: "Batteriespeicher fangen Preisspitzen ab, machen Solarstrom wertvoll und entlasten so den Bundeshaushalt." Würde man Speicher und erneuerbare Energien als natürliche Partner agieren lassen, könnten sie "günstigen heimischen Strom jederzeit für jedermann verfügbar" machen. Neben der besseren Integration brauche es zudem einen schnelleren Einbau intelligenter Messsysteme (Smart-Meter-Rollout) sowie verlässliche Messdaten und bessere, einheitliche, digitale Prozesse für die Direktvermarktung von Strom aus Erneuerbaren.

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