Stromzähler-Betrug: Ein "Ja" reicht - so schützen Sie sich vor Kostenfallen
Energieversorger
Stromzählerbetrug: Ein Wort reicht und es wird teurer
Von t-online, jb
Aktualisiert am 28.09.2026 - 16:23 UhrLesedauer: 2 Min.
Rund um den Stromzählertausch häufen sich Betrugsmaschen – an der Haustür und am Telefon. Wer auf sie hereinfällt, riskiert einen teuren Anbieterwechsel.
Seit mehreren Monaten warnen diverse Stadtwerke vor irreführenden Briefen zum Stromzählertausch. Absender ist die Deutsche Messwesen GmbH (DMG). In dem Schreiben verspricht sie eine deutliche Senkung der Energiekosten.
Damit diese Einsparung möglich ist, sollen die Haushalte ihren Stromzähler gegen einen Smart Meter, also einen intelligenten Stromzähler, austauschen. Damit können die Stromkosten bis zu 131 Euro im Jahr gesenkt werden, erklärt die DMG.
Verbraucherschützer weisen jedoch darauf hin, dass diese Stromkostenreduzierung nicht für alle Verbraucher gilt. In ihrem Schreiben bezieht sich die DMG auf eine Regelung im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG; § 14a). Diese sieht eine Reduzierung der Netzentgelte vor. Sie gilt jedoch nur für Haushalte, die neben einem Smart Meter auch sogenannte steuerbare Verbrauchseinrichtungen besitzen. Dazu zählen eine Wärmepumpe, eine Wallbox oder ein Batteriespeicher ab 4,2 Kilowatt Leistung. Zudem ist eine Steuerbox nötig.
Bevor Verbraucher dem Austausch des Stromzählers zustimmen, sollten sie sich gründlich über die Konditionen informieren.
Das sind die Top-Fragen des Tages:
Betrug an der Haustür
Die Stadtwerke und Energieversorger warnen zudem vor Betrugsversuchen – entweder telefonisch oder direkt an der Haustür. Die Betrüger geben sich als Partner, Dienstleister oder Mitarbeiter der Stadtwerke oder Energieversorger aus. Unter einem Vorwand versuchen sie an die Zählernummer des Stromzählers zu kommen. Mit ihr kann dann ein Anbieterwechsel durchgeführt werden – dem Betrugsopfer wird also ein Vertragswechsel zu einem deutlich teureren Tarif untergeschoben. Die Betrüger arbeiten üblicherweise für unseriöse Vertriebsfirmen oder Drittanbieter, die Provisionen für neu abgeschlossene Strom- oder Gasverträge kassieren – nicht für die Energieversorger, deren Namen sie missbrauchen.
Niemals "Ja" sagen
Stadtwerke, Energieversorger und Verbraucherschützer raten, bei Anrufen und Haustürbesuchen stets skeptisch und vorsichtig zu sein. Betroffene sollen keine persönlichen Daten herausgeben. Auch dann nicht, wenn sie unter Druck gesetzt werden. Am Telefon sollte das Wort "Ja" vermieden werden. Die Kriminellen könnten das aufnehmen, um es später als angebliche Vertragsbestätigung zu verwenden. Weiterhin sollten sich Betroffene von der fremden Person den Namen und das Unternehmen notieren, für das sie angeblich arbeiten. Auch die Uhrzeit und das Datum des Besuchs oder Anrufs könnten im weiteren Verlauf nützlich sein. Bei unerlaubten Werbeanrufen ist eine Meldung an die Bundesnetzagentur oder Verbraucherzentrale in der Region sinnvoll.