Studie belegt 36 Prozent höheres Risiko
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Studie warnt: Wer spät isst, riskiert Fettleber – und das unabhängig von der Kalorienmenge
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Ein Snack kurz vor dem Schlafengehen gilt vielen als harmlos – doch die Wissenschaft schlägt Alarm: Spätes Essen erhöht das Fettleber-Risiko um über 30 Prozent.
Portland – Forschende der Oregon Health and Science University haben in einer Langzeitanalyse über 16 Jahre die Daten von fast 200.000 Teilnehmenden ausgewertet und einen besorgniserregenden Zusammenhang festgestellt: Nächtliche Mahlzeiten erhöhen das Risiko für schwere Lebererkrankungen wie Fettleber und Leberzirrhose erheblich.
Personen, die regelmäßig Mitternachtssnacks konsumierten, hatten ein um 36 Prozent erhöhtes Risiko für eine nichtalkoholische Fettleber; das Risiko für eine Leberzirrhose lag um 28 Prozent höher. Wie EurekAlert! berichtet, blieb dieser statistische Zusammenhang auch nach Berücksichtigung von Einflussfaktoren wie Alter, Diabetesstatus, körperlicher Aktivität und Body-Mass-Index (BMI) bestehen.
Der zirkadiane Rhythmus
Die Studie hebt die wichtige Rolle der inneren Uhr, des sogenannten zirkadianen Rhythmus, hervor, der essenzielle Stoffwechsel- und Schlafprozesse steuert und damit die Leberfunktion maßgeblich beeinflusst. Dr. Robert M. Wilechansky von der Oregon Health & Science University betonte gegenüber The Independent: „Wir wissen, dass die Leber weitgehend mit dem zirkadianen Rhythmus des Körpers synchronisiert ist.“ Bereits eine Verschiebung der Essenszeiten – selbst bei unveränderter Kalorienmenge – könne die Lebergesundheit messbar verbessern. Dies stellt die bisherige Sicht infrage, dass allein die Kalorienzahl entscheidend sei, und rückt den Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme als eigenständigen Gesundheitsfaktor in den Fokus.
Mehrstündige Essenspause vor dem Schlafen schützt die Leber
Die in der Fachzeitschrift Clinical Gastroenterology and Hepatology veröffentlichte Studie zeigt, dass späte Mahlzeiten, insbesondere unmittelbar vor dem Schlafengehen, das Risiko für stoffwechselbedingte Lebererkrankungen signifikant erhöhen. Wilechansky hebt deshalb den präventiven Wert hervor, die Nahrungsaufnahme mehrere Stunden vor dem Schlafengehen zu beenden. Auch wenn nicht jede Fettleber zwangsläufig in einer lebensbedrohlichen Zirrhose endet, unterstreicht die Studie das große Potenzial angepasster Essenszeiten für die Gesundheit der Bevölkerung.
Nächtliche Nahrungsaufnahme stört den gesamten Stoffwechsel
Zur Bedeutung des Mahlzeitentimings äußerte sich auch Dr. Andrew McHill, Co-Autor der Studie: „Wir haben wiederholt beobachtet, wie wichtig das Timing bei verschiedenen Verhaltensweisen ist – vom Schlaf über das Essen bis zur Bewegung.“ Wer dem Körper während der biologischen Ruhephase Nahrung zuführt, stört die metabolischen Abläufe. Dies erhöht nicht nur das Risiko für Lebererkrankungen, sondern auch für Fettleibigkeit und Diabetes, berichtet The Independent.
Darüber hinaus hat spätes Essen weitere gesundheitliche Folgen: Frühere Untersuchungen verknüpfen nächtliches Naschen und Stress direkt mit Magen-Darm-Beschwerden. Daten von über 11.000 US‑amerikanischen Teilnehmenden der National Health and Nutrition Examination Survey zeigen den problematischen Zusammenhang zwischen Alltagsstress, späten Snacks und Verdauungsstörungen, so Donya-e-Eqtesad berichtet. Obwohl diese Studien keine direkte Kausalität nachweisen, verdeutlichen die Befunde, dass für eine gesunde Lebensweise der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme ebenso wichtig ist wie die Qualität der Nahrung. (Redaktion)