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Studie der Universität Tübingen: Was macht Vogelgesang so schön?

Wissenschaft

Eine Wanderung durch die Natur: Die Sonne scheint, die Blätter rascheln und irgendwo in den Wipfeln singt ein Vogel sein Lied. Wie angenehm – doch warum eigentlich? Dieser Frage ist ein Forschungsteam der Universität Tübingen nachgegangen. In einem Versuch haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 84 Probanden 123 Aufnahmen wildlebender Vögel, die in Deutschland häufig vorkommen, vorgespielt.

Die Teilnehmenden sollten die Gesänge auf einer Skala von 1 bis 5 bewerten – je höher die Zahl, desto angenehmer der Gesang. Zusätzlich fragten die Forschenden das Wissen der Teilnehmenden über Vögel ab. So sollte eine mögliche Voreingenommenheit ermittelt werden.

Das Ergebnis: Vogelfans bewerteten die abgespielten Aufnahmen zwar allgemein positiver. Wie viel die Teilnehmenden über Vögel wussten oder wie gut sie sie anhand ihres Aussehens oder Gesangs erkennen konnten, beeinflusste die Bewertungen im Vergleich zu Vogel-Laien jedoch nicht.

»Man muss keine Vogel-Person sein, um Vogelgesänge als schön zu empfinden«, sagt Biologin Nadine Kalb von der Universität Tübingen. Sie und ihr Team haben die Ergebnisse ihrer Studie im Fachjournal »Frontiers in Bird Science« veröffentlicht. Dabei ging die Schleiereule als Verliererin des Tests hervor – ihre Soundkulisse wurde von den Probanden als am wenigsten angenehm empfunden. Die Amsel gewann den Versuch.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vermuten, dass bestimmte akustische Merkmale, wie hohe Amplituden, als weniger angenehm bewertet werden. Während moderate Amplituden und eine höhere Komplexität des Gesangs womöglich positiver empfunden werde. »Solche Töne signalisieren eine sichere, gesunde und erholsame Umgebung, in der wir uns entspannen können«, sagt Kalb.

Ergebnisse können helfen, Räume angenehmer zu gestalten

Gleichzeitig weist ihr Team darauf hin, dass es bestimmte Aspekte im Test nicht berücksichtigt hat – etwa die Häufigkeit von Vogellauten. Manche singen, rufen oder schreien häufiger als andere, was sich positiv oder negativ auf die menschliche Wahrnehmung auswirken kann.

Vogelbeobachtung klingt angestaubt, »Birding« ist hip: Junge Menschen zieht es zurück in die Natur – um Vögel zu sehen und zu zählen. Eine Berlinerin hat dafür sogar ihren Job gekündigt. Lesen Sie hier mehr dazu.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version war der Artikel mit einer weiblichen Amsel bebildert. Tatsächlich stammen die Flötentöne aber vom Männchen. Wir haben das Bild getauscht.

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