Studie: Deutschland so schlecht wie nie – „Die Schülerschaft hat sich verändert“
In der neuen Pisa-Bildungsstudie schneiden Schülerinnen und Schüler in Deutschland so schlecht ab wie nie zuvor. In Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften wurden bei den hier getesteten 15-Jährigen „die niedrigsten Kompetenzwerte seit Beginn der Pisa-Erhebungen erzielt“, heißt es in der internationalen Vergleichsstudie.
Bildungsministerin Karin Prien sieht die Schulen in Deutschland vor erheblichen Herausforderungen. „Die Schülerschaft hat sich verändert, keineswegs nur durch Zuwanderung, sondern auch durch Erziehungsmethoden, durch die Art und Weise, wie Familien leben, die Anzahl der Alleinerziehenden, den Einfluss von Bildschirmzeiten und durch Social Media“, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.
Schulen müssen heute viel mehr für Bindung und Erziehung leisten als früher, fügte sie hinzu. „Es nützt aber nichts, darüber zu lamentieren. Das ist die Realität, und darauf muss sich das Schulsystem insgesamt besser einstellen.“ Wichtige Weichen seien schon gestellt, meinte Prien: „Mehr Bedeutung für die frühkindliche Bildung, besserer Übergang zwischen Kita und Schule, vor allem die Stärkung der sogenannten basalen Kompetenzen: Lesen, Schreiben, Rechnen.“
Ein Schwerpunkt lag diesmal auf den Naturwissenschaften. Zusätzlich betrachtet wurde „modellbasiertes Problemlösen“ als Teil des Lernens in der digitalen Welt. Pisa steht für „Programme for International Student Assessment“ und ist die größte internationale Schulleistungsvergleichsstudie. Die erste Ausgabe mit Daten aus dem Jahr 2000 hatte den „Pisa-Schock“ ausgelöst: Die deutschen 15-Jährigen schnitten damals im Vergleich schlecht ab. Es folgte eine heftige Bildungsreformdebatte. Danach ging es in den Pisa-Studien für Deutschland bergauf. Seit 2015 sinken die Werte wieder.