DAX +1,62 % 25.590,77 Pkt 18:00:00 MDAX +2,07 % 30.495,47 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,79 % 6.164,69 Pkt 18:00:00 Dow Jones +0,36 % 52.402,47 Pkt 20:07:53 S&P 500 +1,33 % 7.724,75 Pkt 20:07:52 Nasdaq +2,10 % 26.499,36 Pkt 20:07:49 Nikkei +1,73 % 63.268,37 Pkt 07:45:03 Gold +0,78 % 4.070,10 USD 19:57:32 Silber +0,41 % 54,33 USD 19:57:34 Brent -5,46 % 109,49 USD 19:57:16 WTI -1,77 % 99,96 USD 19:57:42 Bitcoin +0,75 % 80.605,62 USD 20:07:45 EUR/USD -0,70 % 1,11400 USD 20:07:45 EUR/GBP -0,26 % 0,83630 GBP 20:07:52 EUR/CHF -0,15 % 0,92270 CHF 20:07:52 EUR/JPY -0,06 % 175,820 JPY 20:07:52

Studie warnt vor Weltraumspiegeln

Wissenschaft

Startseite

Wissen

40 Mal heller als der Vollmond: Studie warnt vor riesigen Weltraumspiegeln

Von: Johannes Weis

Uns auf Google folgen

Das US-Startup Reflect Orbital möchte Tausende sonnenreflektierende Weltraumspiegel in die Erdumlaufbahn befördern. Eine Studie macht auf die Konsequenzen aufmerksam.

Frankfurt/Washington – Die nächtliche Dunkelheit ist für viele Menschen entspannend – doch bald könnte es an einigen Orten damit vorbei sein: Das US‑amerikanische Startup Reflect Orbital möchte Weltraumspiegel in der Erdumlaufbahn platzieren, um mit dem damit reflektierten Licht Solarkraftwerke nach Sonnenuntergang zu betreiben. Wissenschaftler befürchten, dass die Gegend in der Nähe des Strahls in eine dauerhafte Dämmerungszone verwandelt wird.

Laut einem Entwurf einer Studie, die bald im Astrophysical Journal erscheinen soll, erscheint einem Beobachter auf der Erde, der sich in dem Strahl des Spiegels befindet, der Himmel etwa 40 Mal heller als der Vollmond. „Es wird schlimmer sein als in Großstädten wie London“, erläutert Gáspár Bakos, Professor für Astrophysik an der Princeton University und einer der Autoren, die Ergebnisse der Studie gegenüber space.com. „Man würde keine Sterne mehr sehen, wenn man sich im Strahl befände.“

Bald erster Satellit des Startups in der Erdumlaufbahn

Kürzlich gab die US-amerikanische Federal Communications Commission (FCC) die Genehmigung, den Demonstrationssatelliten Earendil-1 des Startups in eine 600 Kilometer hohe Umlaufbahn über der Erde zu bringen. Der 18 mal 18 Meter große Spiegel soll als Vorreiter dazu dienen, Solarkraftwerke bis in die Nacht zu betreiben und Katastrophengebiete auch nach Einbruch der Nacht zu beleuchten.

Astronomen, Umweltschützer, Berufspilotenverbände und andere Interessengruppen sorgen sich jedoch nicht wegen des Demonstrationssatelliten, sondern wegen des Plans des Unternehmens, in den nächsten Jahren bis zu 40.000 große Weltraumspiegel mit einem Spiegel von 54 mal 54 Metern im All zu platzieren. Bakos zufolge zog die Studie Daten zur Lichtstreuung in der Erdatmosphäre heran, um das Ausmaß der Lichtverschmutzung berechnen zu können. Experten warnen derweil, dass der erdnahe Orbit nur eine begrenzte Zahl von Objekten aufnehmen kann.

Himmel würde in der Nacht so hell sein wie in der Dämmerung

„Die Streuberechnungen wurden in realen Situationen umfassend getestet. Wir verfügen nun also über wissenschaftlich fundierte Darstellungen, die auf dieser Grundlage erstellt wurden“, so Bakos. Laut der Studie ist der Strahl von einem Satelliten mit einem großen Spiegel 40-mal heller als der Vollmond und der Himmel so leuchtend wie in der Abenddämmerung. Auch helle Satelliten können schon heute Beobachtungen im All erschweren.

Das lichtverschmutzte Gebiet über dem Horizont erscheine selbst in einem Abstand von 34 Kilometern noch heller als der Nachthimmel bei Vollmond. Selbst diese Lichtmenge würde aber nicht für die Solarkraftwerke ausreichen: „Tatsächlich ist das zu wenig Licht, als dass Solarpaneele funktionieren könnten. Selbst die besten würden kaum funktionieren, selbst wenn 400 Spiegel die Fläche beleuchten würden“, so Bakos gegenüber space.com.

Studienautor: Lichtverschmutzung von Städten durch Satelliten vergrößert

Ein weiterer Kritikpunkt: Das von der Oberfläche reflektierte Licht würde den Himmel noch zusätzlich erhellen. Für Bakos steht fest: „Die Lichtverschmutzung einer Stadt, die von diesem Strahl beleuchtet wird, wird zehn- bis zwanzigmal heller sein als die künstliche Beleuchtung derselben Stadt.“

Greifen Sie mit unserem Astronomie-Newsletter nach den Sternen!

Wann lohnt sich der Blick in den Nachthimmel besonders? Der Newsletter „Weltraum‑Woche“ liefert Ihnen jeden Freitag einen kompakten Überblick: die schönsten Himmels-Highlights der nächsten Tage, aktuelle Themen aus der Astronomie und was in der Raumfahrt als Nächstes ansteht. Abonnieren Sie jetzt – und bleiben Sie Woche für Woche auf dem Laufenden, was im All passiert.

Hier geht es direkt zur Anmeldung.

Ein Sprecher von Reflect Orbital wies die Ergebnisse der Studie zurück: Sie basierten auf „ungenauen Annahmen“. Außerdem würde die Mehrzahl der Menschen die Reflektionen niemals sehen, weil die Einsatzorte und Solarprojekte sehr abgelegen liegen würden. In den USA sind Bundesbehörden nach aktueller Rechtslage nicht verpflichtet, die Umweltauswirkungen ihrer Entscheidungen bei Satellitenprojekten zu bewerten. (Quellen: space.com, unveröffentlichte Studie vom 25. August 2026) (jws)

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren