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Studie zeigt Schutz vor Krankheiten im ersten Lebensjahr

Gesundheit

Startseite Panorama Warum ein Hund im Haus Babys vor Krankheiten schützen könnte Von: Jasmina Deshmeh Uns auf Google folgen Hunde können nicht nur die Entwicklung von Kindern fördern und den Familienzusammenhalt stärken – sie können als kleine Keimschleudern offenbar auch das Immunsystem stärken. Frankfurt – Ein Hund im Haushalt bringt nicht nur Trubel und Hundehaare auf dem Sofa mit sich – er könnte auch gut für die Gesundheit von Kleinkindern sein. Schon länger fällt Forschenden auf, dass Babys aus Hundehaushalten in ihrem ersten Lebensjahr seltener krank werden. Warum das so ist, war bislang unklar. Eine finnische Studie liefert jetzt eine mögliche Erklärung dafür. Das Team um die Kinderärztin und Doktorandin Jenni Mäki von der Universität Ostfinnland hat rund 370 Kinder vom letzten Drittel der Schwangerschaft ihrer Mütter an bis zum Ende des ersten Lebensjahres begleitet. Die Eltern dokumentierten wöchentlich, wie es ihren Babys gesundheitlich ging – etwa ob Fieber und Erkältungen auftraten und ob Medikamente nötig wurden. Parallel dazu nahmen die Wissenschaftlerinnen Staubproben vom Wohnzimmerboden der Familien, als die Babys rund zwei Monate alt waren. Damit ließ sich untersuchen, welche Bakterien und Pilze in den jeweiligen Haushalten vorkommen – und ob ein Hund im Haus einen Unterschied macht. Kinder mit einem Hund als Haustier insgesamt gesünder Das Ergebnis, veröffentlicht im Fachjournal „Pediatric Allergy and Immunology“: Kinder, die mit einem Hund aufwuchsen, waren in ihrem ersten Lebensjahr insgesamt gesünder. Sie hatten seltener Fieber und Mittelohrentzündungen und benötigten tendenziell weniger häufig Antibiotika. Ein Teil dieses Effekts – bis zu einem Viertel – lässt sich laut den Forschenden auf bestimmte Bakterien- und Pilzarten zurückführen, die typischerweise mit Hunden in die Wohnung gelangen. Zwei Bakterien stachen dabei besonders hervor: Collinsella, das auch im Darm von Hunden und Menschen vorkommt, war mit mehr gesunden Wochen und weniger Mittelohrentzündungen verbunden. Noch deutlicher war der Effekt bei Pasteurella, einem Bakterium aus dem Maul- und Rachenraum von Hunden und Katzen: Es hing am stärksten mit einer verkürzten Fieberdauer zusammen – so stark, dass der ursprüngliche Zusammenhang zwischen Hundehaltung und selteneren Fieberschüben beziehungsweise Antibiotikagaben sich rechnerisch zu einem wesentlichen Teil darauf zurückführen ließ. Keime trainieren das Immunsystem Die Erklärung der Forschenden knüpft an die sogenannte Hygiene-Hypothese an: Wächst ein Kind in einer sterilen, keimarmen Umgebung auf, hat sein Immunsystem weniger Gelegenheit, sich früh mit harmlosen Mikroorganismen auseinanderzusetzen und dadurch zu „lernen“. Hunde bringen bei jedem Spaziergang Erde, Pollen und eine Vielzahl an Mikroben mit ins Haus – ein natürlicher Mix, der offenbar die Reifung des kindlichen Immunsystems unterstützen kann, gerade in den ersten empfindlichen Lebensmonaten. Kein Freifahrtschein für die spontane Anschaffung So verlockend die Ergebnisse klingen: Ein Hund sollte niemals allein wegen eines möglichen Gesundheitseffekts für die Kinder angeschafft werden. Ein Hund ist ein Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen und bedeutet über viele Jahre hinweg tägliche Verantwortung – regelmäßige Spaziergänge bei jedem Wetter, Erziehung, tierärztliche Versorgung, Kosten für Futter und Ausstattung sowie jemanden, der sich kümmert, wenn die Familie verreisen möchte. Wer sich für einen Hund entscheidet, sollte das gut überlegen, sich vorab über Rasse, Bedürfnisse und den nötigen Zeitaufwand informieren und sicherstellen, dass die ganze Familie diese Verantwortung mittragen kann und will. „Die Ergebnisse bestärken unser Verständnis davon, dass die mikrobielle Umgebung in der frühen Kindheit eine wichtige Rolle für die Entwicklung des kindlichen Immunsystems spielt. Es wurde vermutet, dass es zukünftig möglich sein könnte, die Darmflora im Haushalt gesundheitsfördernd zu verändern. Unsere Studie zeigt, dass Hundehaltung dies bereits heute bewirkt“, erklärt Jenni Mäki in einer Mitteilung der Universität. „Atemwegsinfektionen im frühen Kindesalter sind ein bedeutender Risikofaktor für Asthma. Wenn einige Atemwegsinfektionen bei Kindern durch mit Hunden assoziierte Mikroben verhindert werden können, kann dies möglicherweise auch das Risiko des Kindes verringern, später im Leben an Asthma zu erkranken“, ergänzt die leitende Forscherin Anne Karvonen. Studie mit Einschränkungen

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