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Studie zeigt Zusammenhang zwischen Herzinfarkt und Mikroplastik im Blut

Gesundheit

Schädliche Umwelteinflüsse

Mikroplastik könnte ein Herz-Kreislauf-Risiko sein

Von Astrid Clasen

16.07.2026 - 09:34 UhrLesedauer: 2 Min.

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Vieles deutet darauf hin, dass Umweltverschmutzung schädlich für das Herz und die Gefäße ist. Eine kleine Studie liefert dazu nun neue Hinweise.

Eine in der renommierten Fachzeitschrift "European Heart Journal" veröffentlichte Studie hat gezeigt, dass bei Menschen mit einem akuten Herzinfarkt deutlich mehr Mikro- und Nanoplastik im Blut vorhanden ist als bei solchen, deren herzversorgende Gefäße gesund oder chronisch schlecht durchblutet sind. Wer raucht oder verschmutzter Luft ausgesetzt ist, weist laut der Studie ebenfalls höhere Konzentrationen an den winzigen Kunststoffteilchen auf.

Kunststoffteilchen in Herzgefäßen im Fokus

Mikro- und Nanoplastik entsteht, wenn Kunststoffe in immer kleinere Teilchen zerfallen. Diese Partikel finden sich mittlerweile nahezu überall in der Umwelt – etwa in der Luft, im Wasser und in Lebensmitteln. Schon länger sind sie auch im menschlichen Körper nachweisbar. Ein Forschungsteam in Italien wollte daher mehr darüber herausfinden, ob die Partikel auch in Herzgefäße gelangen und ob Umweltfaktoren ihr Vorkommen beeinflussen.

An der Studie aus Italien nahmen 61 Menschen teil, die wegen eines vermuteten Herzleidens eine Herzkatheteruntersuchung erhielten. Dabei entnahm das Forschungsteam Blutproben aus den Herzkranzgefäßen beziehungsweise Koronararterien, die den Herzmuskel mit Blut versorgen, um darin nach Mikro- und Nanoplastik zu suchen.

Zudem erfasste das Team, ob die teilnehmenden Personen am Tag der Untersuchung sowie in den beiden vorangegangenen Jahren geraucht hatten und inwieweit sie Luftverschmutzung ausgesetzt gewesen waren.

Bei der anschließenden Datenanalyse verglich das Forschungsteam drei Gruppen: Personen mit akutem Herzinfarkt, solche mit koronarer Herzkrankheit (KHK) sowie eine Kontrollgruppe, deren Mitglieder unauffällige Herzkranzgefäße besaßen.

Höhere Belastung bei Herzinfarkt

Das Ergebnis: Bei 84 Prozent der Herzinfarkt-Betroffenen enthielt das Blut in den Koronararterien Mikro- und Nanoplastik. Bei Menschen mit koronarer Herzkrankheit waren es 40 Prozent, in der Kontrollgruppe knapp 32 Prozent. Zudem fanden sich in der Herzinfarkt-Gruppe höhere Konzentrationen und eine größere Vielfalt an Kunststoffarten, wobei Polyethylen (PE) den größten Anteil ausmachte.

Rauchen und Luftverschmutzung mögliche Einflussfaktoren

Außerdem ging Rauchen mit einem deutlich erhöhten Risiko für Mikro- und Nanoplastik im Blut einher. Nach höherer langfristiger Belastung durch Feinstaub war der Nachweis der Kunststoffpartikel ebenfalls wahrscheinlicher. Dies legt nahe, dass Mikro- und Nanoplastik durch Rauchen und verschmutzte Luft leichter über die Lunge in den Blutkreislauf gelangen könnten.

Das sind die Top-Fragen des Tages:

Bei den Herzinfarkt-Betroffenen waren überdies erhöhte Werte für bestimmte Entzündungsmarker im Blut messbar. Dies könnte darauf hinweisen, dass das Vorhandensein der Kunststoffteilchen mit Entzündungsprozessen zusammenhängt.

Aussagekraft der Studie ist begrenzt

Dass Mikro- und Nanoplastik im Blut Herzinfarkte verursachen kann, lässt sich aus der Studie allerdings nicht ableiten. Die aufgezeigten Zusammenhänge ergänzen jedoch die sich mehrenden Hinweise darauf, dass Umweltbelastungen wie Rauchen, Luftverschmutzung und möglicherweise auch Kunststoffteilchen die Herz-Kreislauf-Gesundheit beeinträchtigen könnten.

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