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Studien zeigen mögliche Verknüpfung

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Erhöhtes Alzheimer-Risiko bei PMOS: Liegt es an der Erkrankung oder am Stoffwechsel dahinter?

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Frauen mit PMOS haben laut Übersichtsarbeit ein erhöhtes Demenzrisiko. Forscher sehen vor allem Stoffwechselfaktoren als wahrscheinliche Ursache.

Ithaca / Cambridge – Eine Erkrankung, die Millionen amerikanische Frauen betrifft, wird mit einem erhöhten Risiko in Verbindung gebracht, an Alzheimer zu erkranken. Eine neue Übersichtsarbeit untersucht, was hinter diesem möglichen Zusammenhang stecken könnte. Forschende aus den USA und dem Iran erläuterten, dass das polyendokrine metabolische Ovarialsyndrom (PMOS), früher als polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) bezeichnet, mit einer erhöhten Anfälligkeit für kognitive Beeinträchtigungen und einem höheren Demenzrisiko in Verbindung gebracht wird, und beschrieben mögliche zugrunde liegende Mechanismen. Allerdings seien die klinischen Belege für einen Zusammenhang mit Alzheimer weiterhin „uneinheitlich“. Während weitere Untersuchungen laufen, solle der Schwerpunkt „weiterhin auf der Optimierung der Stoffwechselgesundheit liegen“.

Content-Partnerschaft

Dieser Artikel von Kara Dolman und Paul Donnelley entstand in Kooperation mit newsweek.com.

Für ihre Schlussfolgerungen durchsuchten die Fachleute umfassend die bis Oktober 2025 vorliegenden Daten. Die Übersichtsarbeit wurde am 13. Oktober online im Journal of the Endocrine Society veröffentlicht. „Die Ergebnisse stehen im Einklang mit unserer Forschung, die Stoffwechselveränderungen mit der kognitiven Funktion bei PMOS in Verbindung bringt“, sagte Marla Lujan, Professorin für Ernährungswissenschaften an der Cornell University, gegenüber Newsweek. „Wir brauchen mehr Studien zu den zugrunde liegenden Mechanismen, um vollständig zu erfassen, wie Fortpflanzungshormone die Entstehung von Alzheimer bei PMOS beeinflussen könnten.“

„Dieser Artikel liefert Denkanstöße“, sagte Shruthi Mahalingaiah, Professorin für umweltbezogene reproduktive Gesundheit und Frauengesundheit an der Harvard University, gegenüber Newsweek. Es sei „wichtig, die möglichen langfristigen Auswirkungen von PMOS auf die kognitiven Fähigkeiten und die neurologische Gesundheit zu untersuchen“. Allerdings „sollten wir vorsichtig sein, die in diesem Artikel ausgewerteten aktuellen Belege als Nachweis eines eindeutigen, unabhängigen Demenzrisikos darzustellen“, da die verfügbaren Studien „begrenzt und uneinheitlich“ seien. Zugleich könne die Forschung „eine wichtige Chance zur Prävention bieten“.

Was ist PMOS?

PMOS ist eine Erkrankung, bei der sich Zysten, also kleine flüssigkeitsgefüllte Bläschen, an den Eierstöcken bilden. Dies kann zu unregelmäßigen Monatsblutungen führen und ist eine häufige Ursache für Unfruchtbarkeit. Schätzungen zufolge betrifft die Erkrankung weltweit zehn bis 15 Prozent der Frauen. Zu den weiteren Symptomen gehören unter anderem Akne, Haarwuchs, eine dunklere Hautfärbung in Körperfalten und Gewichtszunahme. Es wird angenommen, dass ein hormonelles Ungleichgewicht bei den Symptomen eine Rolle spielen könnte.

Bekannt ist, dass PMOS bei Frauen das Risiko für eine Reihe von Erkrankungen erhöhen kann. Dazu zählen Typ-2-Diabetes, Schwangerschaftsdiabetes – also Diabetes während der Schwangerschaft –, Herzerkrankungen, Bluthochdruck, ein hoher Cholesterinspiegel, Schlafapnoe und Schlaganfälle sowie Depressionen und Angststörungen.

Was die Übersichtsarbeit ergab

Mina Amiri, Erstautorin der Studie und Assistenzprofessorin an der Tehran University of Medical Sciences, sagte gegenüber Newsweek, eine der ausgewerteten Studien sei eine retrospektive kanadische Kohortenstudie mit mehr als 16.000 Frauen mit PMOS und fast 50.000 gleichaltrigen Kontrollpersonen gewesen. Bei den Frauen mit PMOS sei Demenz häufiger aufgetreten und habe zudem in einem jüngeren Alter begonnen. Eine ebenfalls einbezogene prospektive Analyse der UK Biobank mit rund 1.000 Frauen mit PMOS und rund 5.000 nach Alter und BMI vergleichbaren Kontrollpersonen habe hingegen keinen signifikanten Zusammenhang mit Demenzerkrankungen jeglicher Ursache gefunden.

„Die Unterschiede zwischen diesen Studien dürften auf das Studiendesign, die Diagnosekriterien und vor allem darauf zurückzuführen sein, wie gut jeweils Stoffwechselfaktoren wie BMI und Insulinresistenz berücksichtigt wurden“, sagte sie. „Studien, die diese Faktoren berücksichtigen, zeigen einen deutlich schwächeren oder gar keinen Zusammenhang.“ Deshalb, so die Forschenden, „fehlen direkte Belege für Alzheimer-typische Veränderungen im Gehirn von Frauen mit PMOS. Die vorhandenen Biomarkerbefunde stammen aus Bluttests und sind bei Frauen mit Adipositas oder Insulinresistenz am stärksten ausgeprägt.“

„Die Forschung braucht große Langzeitstudien, die Frauen über ihre gesamte reproduktive Lebensphase begleiten, sowie randomisierte Studien mit kognitiven Endpunkten, um zu klären, ob PMOS das Demenzrisiko unabhängig beeinflusst“, sagte Amiri. Sie fügte jedoch hinzu, dass medizinische Fachkräfte „sich weiterhin auf die Stoffwechselgesundheit konzentrieren sollten, durch Lebensstilmaßnahmen und, sofern angezeigt, eine Behandlung zur Verbesserung der Insulinempfindlichkeit“.

Wie PMOS das Demenzrisiko erhöhen könnte

Mahalingaiah zufolge legen Forschungsergebnisse nahe, dass „metabolische Begleiterkrankungen, insbesondere Insulinresistenz, Adipositas und das damit verbundene kardiometabolische Risiko, einen Großteil des beobachteten Zusammenhangs erklären könnten“. Diese Faktoren seien ebenso wie Schlafstörungen „bei PMOS häufig“ und dafür bekannt, „das Alzheimer-Risiko zu erhöhen“, sagte Dr. Anuja Dokras, Direktorin eines Zentrums für das polyendokrine metabolische Ovarialsyndrom an der University of Pennsylvania, gegenüber Newsweek. „Wahrscheinlich sind diese Stoffwechsel- und Gefäßfaktoren die wesentlichen Ursachen eines möglicherweise erhöhten kognitiven Risikos und nicht PMOS selbst“, sagte sie.

Amiri erklärte zudem, Studien hätten bei Frauen mit PMOS „leichte Unterschiede bei Aufmerksamkeit, exekutiven Funktionen und Gedächtnis sowie einige Unterschiede in der Bildgebung des Gehirns“ festgestellt. Diese Veränderungen schienen jedoch „weitgehend durch Insulinresistenz und Adipositas und nicht durch PMOS selbst erklärt zu werden“. „Hormonelle Faktoren wie erhöhte Werte des [luteinisierenden Hormons (LH)], erhöhte Androgenspiegel und Progesteronmangel könnten eine kleinere, zusätzliche Rolle spielen, doch das ist weitaus weniger gesichert“, fügte sie hinzu. „Diese Mechanismen sind Hypothesen, keine nachgewiesenen Ursachen.“

Mahalingaiah ergänzte, dies „unterstreicht, wie wichtig eine frühzeitige, individuell abgestimmte Betreuung der Stoffwechselgesundheit ist, statt PMOS selbst als eine Erkrankung darzustellen, die zwangsläufig zu einem Abbau der kognitiven Fähigkeiten führt“.

Was als Nächstes geschehen muss

Dokras sagte, Frauen mit PMOS „sollten durch diese Ergebnisse nicht beunruhigt sein“. Zwar gebe es „ein zunehmendes Interesse am Zusammenhang zwischen PMOS und kognitivem Altern, doch die derzeitige Beweislage rechtfertigt keine routinemäßigen Demenz-Früherkennungsuntersuchungen allein aufgrund einer PMOS-Diagnose“. „Die wichtigere Erkenntnis ist, dass PMOS eine den gesamten Körper betreffende Erkrankung mit metabolischen, endokrinen, kardiovaskulären und möglicherweise neurologischen Auswirkungen ist, die weiter untersucht werden sollten“, sagte sie.

Sie fügte hinzu, dass große Langzeitstudien nötig seien, die Frauen mit PMOS über ihre gesamte Lebensspanne begleiten, um „festzustellen, ob die Erkrankung das Demenzrisiko unabhängig erhöht“. „Bis dahin lautet die wichtigste Botschaft, sich auf die Optimierung der Stoffwechselgesundheit durch gesunde Lebensgewohnheiten und die Behandlung kardiovaskulärer Risikofaktoren zu konzentrieren, die sowohl für die allgemeine Gesundheit als auch für die Gesundheit des Gehirns wichtig sind“, sagte sie.

Mahalingaiah erklärte ebenfalls, sie würde „längerfristige Studien begrüßen, die untersuchen, ob Bewegung sowie unterschiedliche Bewegungsarten oder -intensitäten neurologischen und kognitiven Risiken bei Menschen mit PMOS vorbeugen oder diese verringern können. Derzeit ist das eine besonders wichtige offene Frage.“ (Quelle: Mina Amiri, Armita Kakavand Hamidi, Daniel L Farkas, Richard P Buyalos, Ricardo Azziz, (2026): Mögliche Zusammenhänge zwischen PCOS/PMOS und der Alzheimer-Krankheit sowie verwandten Demenzerkrankungen. Journal of the Endocrine Society. https://doi.org/10.1210/jendso/bvag206)

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