„Sturm der Liebe“-Star Elke Winkens: Ich wurde als Kind missbraucht
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Wien (Österreich) – Mehr als vier Jahrzehnte lang hat Elke Winkens (56) vieles mit sich selbst ausgemacht. Jetzt spricht der deutsche TV-Star in der österreichischen „Krone“ über sexuellen Missbrauch in ihrer Kindheit, über Angst, Scham und über Situationen am Filmset, die sie bis heute beschäftigen.
Besonders bewegt sie eine Frage: Was würde sie dem kleinen Mädchen sagen, das sie einmal war? „Der siebenjährigen Elke würde ich sagen: Du bist nicht schuld!“ Winkens, die von 2018 bis 2019 eine Hauptrolle in „Sturm der Liebe“ spielte, wurde nach eigenen Angaben zweimal Opfer sexueller Gewalt. Das erste Mal als Kind, später noch einmal mit 16 Jahren.
Die Folgen der Taten sind bis heute geblieben
An die Tat selbst erinnert sie sich nur bruchstückhaft, sagt Winkens in der „Krone“ . Die Folgen seien ein Leben lang geblieben. „Nicht als Flashbacks, sondern als tiefe Betroffenheit. Im Alltag bedeutet das, dass ich im Gedanken bin, dass ich verwirrt bin oder in die falsche U-Bahn fahre, in die falsche Richtung.“
Jahrelang habe sie geglaubt, sie sei selbst verantwortlich für das Geschehene. „Mit zehn Jahren beginnt man, sich bewusst zu werden. Ich hätte dem sieben- und dem 16-jährigen Ich gerne gesagt: Der Mann hat etwas getan, das nicht in Ordnung war. Er trägt die Schuld, nicht du.“ Besonders schwer wiegt für sie, dass Kinder sich oft selbst die Verantwortung geben. „Diese Last zu tragen, war schwer.“
Heute spricht Winkens darüber, welche Spuren sexueller Missbrauch hinterlassen kann. „Die Sexualität war kaputt für lange Zeit, aber das war mir egal. Das fehlende Vertrauen in Beziehungen war das viel größere Problem.“
Ein Beleuchter filmte Winkens zwischen die Beine
Auch beruflich habe sie Grenzüberschreitungen erlebt. So schildert sie Dreharbeiten für einen Kinofilm, bei denen sie für eine Nacktszene vor die Kamera treten musste. „Ein Beleuchter hatte eine Kamera am Set versteckt, die mir die ganze Drehzeit zwischen die Beine gefilmt hat.“ Als sie davon erfuhr, habe sie sofort reagiert. „Ich habe die Kamera zerstört und gefordert, dass der Typ vom Set gewiesen wird. Wurde er nicht, ich musste weiterdrehen.“
Winkens macht deutlich, dass Übergriffe nicht erst dort beginnen, wo Straftaten beginnen. „Der Anfang allen Übels ist eine respektlose Äußerung oder das Zeigen eines Nacktfotos.“ Deshalb richtet sie sich auch an Frauen, die heute ähnliche Erfahrungen machen. „Bitte bleibt nicht still. Redet darüber.“ Ein Satz, der vielen anderen Betroffenen Mut machen kann.