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Sturmflut in Hamburg: Fischmarkt überflutet - Feuerwehr rettet Frau von Autodach auf überfluteter Straße

Nation

KI-Stimme. Info

Gegen 3.30 Uhr hat die Sturmflut in Hamburg ihren Höhepunkt erreicht. Der Hamburger Fischmarkt wurde überflutet. Laut Polizei und Feuerwehr in Hamburg verlief die Nacht jedoch größtenteils ruhig. Zu einem größeren Einsatz kam es kurz vor 5 Uhr. Eine Frau saß auf ihrem Autodach fest, während das Fahrzeug bis zum Dach unter Wasser stand.

Sturmflut in Hamburg: Autos wurden in der HafenCity abgeschleppt

Auf Abendblatt-Anfrage teilte ein Mitarbeiter des Lagezentrums der Polizei Hamburg mit, dass sich der Vorfall in der Zweibrückenstraße in der HafenCity ereignete. Eigentlich sei der Bereich abgesperrt gewesen, da die Straße unter Wasser stand. Warum die Frau dennoch mit ihrem Auto in das Gebiet fuhr, ist unklar. Möglicherweise sei die Absperrung nicht mehr vorhanden gewesen.

Die Einsatzkräfte retteten die Frau aus der misslichen Lage. Anschließend wurde sie in einem Rettungswagen untersucht. Über ihren Gesundheitszustand gibt es noch keine Informationen.

Nach Angaben der Polizei sei die Nacht ansonsten weitestgehend entspannt verlaufen. Einige Autos, die trotz amtlicher Sturmflut-Warnung in Gefahrengebieten geparkt hatten, wurden abgeschleppt. Von der Feuerwehr Hamburg heißt es, es habe in den vergangenen 24 Stunden insgesamt 36 wetterbedingte Einsätze gegeben. Dabei handelte es sich in den überwiegenden Fällen um Bäume oder Äste, die zu fallen oder herabzustürzen drohten.

Baum umgestürzt: Fahrgäste müssen in S-Bahn ausharren

Gegen 10.45 Uhr am Sonntag rückte die Feuerwehr zu einem Einsatz bei einer Tennishalle am Poppenbütteler Berg aus. Ein dreistämmiger Baum drohte zu stürzen. Die Einsatzkräfte zersägten daraufhin zwei Stämme.

Auch in Stade sorgte ein Baum für einen Einsatz: Weil dieser umgestürzt war, mussten die Fahrgäste einer S-Bahn für mehrere Stunden auf ihre Weiterfahrt warten. Die Bahn war am Abend an dem auf die Gleise ragenden Baum entlanggeschrammt, wie die Bundespolizei Lüneburg mitteilte. Verletzte gab es unter den 155 Fahrgästen nicht, die S-Bahn wurde bei dem Unfall leicht beschädigt.

Weil während des Einsatzes die Oberleitung abgeklemmt werden musste, ließen sich die Türen der S-Bahn zunächst nicht öffnen. Nach etwa zwei Stunden konnte die Bahn den Angaben nach zurück nach Stade fahren. Dort durften die Fahrgäste schließlich aussteigen. Die Strecke wurde danach wieder freigegeben.

Verletzte auf Frachtschiff vor niederländischer Küste

Zu einem größeren Vorfall kam es angesichts des Sturms vor der niederländischen Küste. An Bord eines Schwergutfrachtschiffes, das sich auf einer Ankerposition im Sturm befand, haben sich mehrere Besatzungsmitglieder verletzt. Gegen 14 Uhr soll das niederländische Joint Rescue Co-ordination Centre (JRCC) Den Helder das deutsche Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen, das von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) betrieben wird, über die Einsatzlage informiert haben. Die Niederländer baten um Unterstützung durch den deutschen Seenotrettungskreuzer „Hamburg“ der DGzRS-Station Borkum.

Nach niederländischen Angaben soll der Anker des Schwergutfrachters mit 25 Menschen an Bord nicht gehalten haben. Der Havarist driftete deshalb nördlich der Insel Schiermonnikoog mit Wind und Strom. Dazu seien Motorprobleme gekommen. Über einen niederländischen Such- und Rettungshubschrauber kam medizinisches Personal an Bord, um sich um die Verletzten zu kümmern. Der Hubschrauber soll schließlich zwei der drei Verletzten nach Groningen geflogen haben, wo sie ins Krankenhaus kamen.

Zur Absicherung der Rettungsmaßnahmen waren neben dem deutschen Seenotrettungskreuzer „Hamburg“ drei niederländische Seenotrettungsboote vor Ort. Der niederländische Notfallschlepper „Guardian“ und der deutsche Notfallschlepper „Nordic“ nahmen ebenfalls Kurs auf den Havaristen.

Wetter in Hamburg: Droht am Montag eine weitere Sturmflut?

Für Montag hält das Bundesamt für Schifffahrt und Hydrographie (BSH) an seiner Sturmflut-Warnung für die deutsche Nordseeküste fest. Auf der entsprechenden Webseite heißt es: „Am Montag werden das Mittag-Hochwasser bzw. das Nachmittag-Hochwasser an der ostfriesischen Küste 1 bis 1,5 Meter höher, im Weser- und Elbegebiet etwa 1,5 Meter höher und an der nordfriesischen Küste 1,5 bis 2 Meter höher als das mittlere Hochwasser eintreten.“

Der Pegel in St. Pauli soll am Nachmittag gegen 16.22 Uhr 1 bis 1,5 Meter über dem mittleren Hochwasser liegen. Vor einer erneuten Sturmflut warnt das Bundesamt hier aktuell nicht.

Und das Wetter? Am Montag regnet es bei wechselnder bis starker Bewölkung immer wieder. Zum Abend hin klinge das ab, heißt es vom Deutschen Wetterdienst. Die Temperaturen erreichen bis zu 13 Grad. Dazu mäßiger bis frischer Wind, an den Küsten starker West- bis Südwestwind mit stürmischen Böen.

Wetter in Hamburg: Auf Tief „Luise“ folgt Tief „Manja“

Zusätzlich zur Sturmflut hatte der Wind den Norden in den vergangenen Tagen fest im Griff. Vom Ärmelkanal zog zunächst Sturmtief „Luise“ abgeschwächt über Dänemark nordwärts. Danach wartete schon der nächste Sturm: Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) zog von Schottland aus Tief „Manja“ über das Land.

Am Sonntag wurde es vor allem an den Küsten so richtig ungemütlich: An der Nordsee und auf Fehmarn pusteten dann schwere Sturmböen mit einer Geschwindigkeit um die 95 km/h. In Nordfriesland und auf Helgoland waren sogar orkanartige Böen um 110 km/h möglich, das entspricht der Windstärke elf. Die Folgen davon spürten Reisende vorwiegend an der Küste, passen zum Ende der Herbstferien in Niedersachsen. Für Heimreisende bedeutete das Einschränkungen, die Inselfähren und Autozüge schränkten ihren Betrieb stark ein. Auch am Montag gibt es noch Auswirkungen.

Sylt Shuttle: Deutsche Bahn stoppt den Bahnverkehr nach Sylt

Betroffen waren unter anderem Reisende von und nach Sylt: Die Deutsche Bahn hatte den Sylt Shuttle vorerst eingestellt. Der letzte Zug ab Niebüll fuhr am Sonntag um 11.35 Uhr, ab Westerland um 11.55 Uhr. Grund seien prognostizierte Windgeschwindigkeiten bis 120 km/h in Schauernähe und an exponierten Stellen – dazu zähle auch der Damm, über den die Bahn fährt.

Am Montagmorgen wurde der Betrieb wieder aufgenommen, heißt es von der Deutschen Bahn. Wegen des starken Windes konnten in den ersten Frühzügen keine Campingfahrzeuge, Pkw mit Anhänger, Lkw mit leeren Anhängern oder Gefahrgut sowie Motorräder mitfahren. Inzwischen soll der Betrieb wieder regulär laufen.

Tickets von Sonntag sollen ihre Gültigkeit behalten und können am Montag (26. Oktober) oder Dienstag (27. Oktober) genutzt werden.

Neben der Deutschen Bahn hatte auch die Eisenbahngesellschaft RDC am Sonntag bekannt gegeben, dass der blaue Autozug nach und von Sylt seit 12.35 Uhr aufgrund der angespannten Wetterlage nicht mehr verkehre. Seit Montagmorgen (26. Oktober) sind die blauen Autozüge wieder unterwegs.

Ebenfalls zu Einschränkungen kam es bei den Fährverbindungen zwischen Sylt und Rømø. Auf der Seite von „FRS Syltfähre“ hieß es, dass der „RömöExpress“ am Sonntag und Montag wegen des Wasserstands ausfällt. Der „SyltExpress“ soll weiterfahren.

Orkan an der Nordsee: Fähren fahren nur eingeschränkt

Auf Langeoog änderte sich der Fahrplan ebenfalls. Die Inselgemeinde betreibt die Schifffahrt selbst. Für Sonntag war ab Langeoog nur noch eine Fähre am Morgen eingeplant. Von Bensersiel am Festland zur Insel fuhren zwei frühe Fähren. Danach war Schluss.

Für Montag wird an mehreren Fährverbindungen festgehalten. Ausfallen sollen nach aktuellem Stand die Fährfahrt ab Langeoog um 10.15 Uhr sowie die Verbindungen ab Bensersiel um 9.30 Uhr und 11.30 Uhr. Reisende sollten sich im Internet über Änderungen informieren.

Sturmtief fegt über Norddeutschland: Kein Katamaran nach Helgoland

Änderungen beim Fahrplan ergaben sich auch bei der Wyker Dampfschiffsreederei. Am Sonntag und Montag finden demnach keine Abfahrten von und zu den Halligen statt. Einige Abfahrtszeiten von Dagebüll, Föhr und Amrum wurden für Sonntag und Montag angepasst. Bei der Fahrzeugbeförderung könne es zu Verzögerungen kommen.

Auch Wangerooge ist von Fährausfällen betroffen. Das teilte die Deutsche Bahn im Internet mit. Sie betreibt den Fährverkehr dort mit einer Tochtergesellschaft. Am Montag (26. Oktober) soll der komplette Fährverkehr von und nach Wangerooge, inklusive der regulären Frachtbeförderung, entfallen.

Zwischen Cuxhaven und der Hochseeinsel Helgoland fielen am Wochenende ebenfalls Verbindungen aus. Das teilte die Reederei Cassen Eils mit. Die Fahrten der MS „Helgoland“ wurden demnach für Sonntag und Montag gestrichen. Der Katamaran „Nordlicht“ fällt aus. Die nächste Überfahrt sei nach aktuellem Stand für Dienstag (27. Oktober) vorgesehen.

Auch der HSC „Halunder Jet“ der FRS Helgoline steht im Hafen. Auf der Webseite heißt es, die Fahrten können aufgrund der Wetterlage nicht stattfinden. Der Ausfall soll auch am Montag andauern.

Stürmisches Wetter: Kreuzfahrtschiff macht früher in Hamburg fest

Wegen der stürmischen Wetterlage hatte die „Mein Schiff Relax“ von TUI Cruises bereits am Sonnabend in Hamburg angelegt und war damit früher als geplant von ihrer Kurzreise zurückgekehrt. Der für Freitag geplante Stopp in Oslo – das einzige Ziel der Route – fiel dem Wetter zum Opfer. Statt Norwegens Hauptstadt standen für die Urlauber damit nur Seetage auf dem Programm.

Bereits am Morgen hatte der Kapitän nach Schilderung einer Passagierin die frühere Rückkehr angekündigt. Von Bord gehen mussten die Gäste am Sonnabend deshalb aber noch nicht: Die Reise endete wie gebucht erst am Sonntagvormittag.

Änderungen gab es auch bei der „MSC Preziosa“ von MSC Cruises. Eigentlich war geplant, dass das Schiff am Sonntag in Hamburg anlegen würde. Aufgrund des stürmischen Wetters war das Kreuzfahrtschiff dann aber nach Bremerhaven ausgewichen.

Auf dem Brocken gab es die ersten Schneeflocken

Derweil haben eisige Winde auf dem Gipfel des Brockens im Harz für die ersten Schneeflocken gesorgt. Bei frostigen Temperaturen im tiefen einstelligen Bereich bildete sich stellenweise eine dünne Schneeschicht, die allerdings schnell wieder verschwand.

mit dpa

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