Subtropische Segelqualle auf Sylt: Bote des Klimawandels?
Stand: 26.08.2026 10:25 Uhr
Auf Sylt hat die Nordsee am Strand eine neue Quallenart angespült. Die subtropische Segelqualle kommt eigentlich nur in wärmeren Gewässern vor, bis in die Nordsee kam ein Schwarm noch nie.
von Theresa Ehrl
Als ein "niedliches Naturwunder" bezeichnet Rainer Borcherding von der Schutzstation Wattenmeer die subtropischen Segelquallen auf Sylt (Kreis Nordfriesland). Die Quallenart nutzt ein Segel, um mithilfe des Windes über die Wasseroberfläche zu treiben.
Dass ein Schwarm bis in die kalte Nordsee segelt, ist laut Borcherding ein Novum und ein Bote des Klimawandels. Die Quallenart brauche im Winter 14 Grad Celsius, erklärt Borcherding weiter: "Die haben wir natürlich nicht, aber dass die Qualle trotzdem hier ist, zeigt, wie warm der Atlantik geworden ist."
Subtropische Segelqualle: Harmlos für Mensch und Ökosystem
Die subtropische Segelqualle hat zwar Fangtentakel mit Nesseln, ist laut Borcherding für Menschen aber ungefährlich und das Ökosystem in der Nordsee störe sie auch nicht. Er befürchtet allerdings, dass der Segelqualle gefährlichere Quallen wie die portugiesische Galeere oder die Mittelmeer-Leuchtqualle in die sich aufheizende Nordsee folgen könnten. Beide Arten können schwere Verbrennungen bei Menschen verursachen.
Laut Schutzstation Wattenmeer wird die subtropische Segelqualle auf Sylt immer nur zu Besuch sein. Denn um sich fortpflanzen zu können, sei die Nordsee zu flach.