Sumatra und Borneo: Indonesien lässt Wolken impfen, damit Regen Waldbrände löscht
Auf Borneo und Sumatra brennen derzeit Tausende Hektar Wald und Land. Zehntausende Helfer, Feuerwehrleute und Dutzende Hubschrauber sind auf den Inseln im Einsatz, um den Flammen Herr zu werden. Dafür greift Indonesien nun auch zu einer nicht alltäglichen Maßnahme: der Wolkenimpfung mit Trockeneis und Salz.
Die örtliche Agentur für Meteorologie, Klimatologie und Geophysik (BMKG) hat auf beiden Inseln insgesamt 15 Flugzeuge entsandt, die künstlich Niederschlag auslösen sollen.
Neun Flugzeuge sind nach Angaben der Behörde in Zentral- und Südkalimantan auf Borneo im Einsatz, sechs weitere in Südsumatra. Sie bringen Trockeneis und Natriumchlorid, also Salz, in geeignete Wolken ein, um die Bildung von Niederschlag anzuregen. Agenturleiter Teuku Faisal Fathani bezeichnete die Aktion als eine der größten Wettermodifikations-Kampagnen des Landes. Das Vorgehen wird »Cloud Seeding« genannt, auf Deutsch auch Wolkenimpfung.
Brände gefährden Orang-Utans
In Indonesien wüten die Flammen schon länger. Eine unabhängige Satellitenauswertung des Beobachtungsprojekts Nusantara Atlas schätzt, dass zwischen Januar und September 2026 landesweit rund 1,9 Millionen Hektar von Bränden betroffen waren.
Die Flammen vernichten Waldlebensräume, während der giftige Rauch Menschen über die Grenzen Indonesiens hinaus zusetzt, unter anderem in Malaysia und Singapur. Besonders gefährdet sind Orang-Utans, deren verbliebene wild lebende Populationen sich auf Sumatra und Borneo konzentrieren. Immer wieder gibt es Berichte über entkräftete und verletzte Menschenaffen, die keinen Rückzugsort mehr haben.
Hauptauslöser der Feuer war ein gefährlicher Mix aus Brandrodungen zur Gewinnung neuer Plantagen und extremer Trockenheit. Derweil nimmt die Regierung Unternehmen stärker in die Pflicht. Das Forstministerium verhängte nach eigenen Angaben Verwaltungssanktionen gegen 32 Firmen wegen Wald- und Landbränden. Sechs Unternehmen in Zentralkalimantan mussten ihre Betriebsgenehmigungen vorerst aussetzen. Außerdem wurden sie verpflichtet, geschädigte Ökosysteme wiederherzustellen.