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"Sunset & Sound" am 15. August: 23-Jähriger gründet in Wiesbaden Elektrofestival

Unterhaltung

Dass an der historischen Konzertmuschel im Wiesbadener Kurpark musiziert wird, ist keine Seltenheit, doch ein Open-Air-Festival wie das "Sunset & Sound" gab es hier noch nicht. Bei der Premiere am 15. August 2026 werden den bis zu 4.100 Besucherinnen und Besucher regionale und internationale DJs geboten. Dem jungen Veranstalter David Dick geht es bei seinem Festival-Launch um mehr als die House-, Minimal- und UK-House-Musik. "Ich habe das gemacht, weil ich in Wiesbaden groß geworden bin und die Stadt immer als tote Stadt dargestellt wird", erklärt der 23-Jährige. "Früher gab es hier so geile Konzerte mit Elton John oder Sting. Die haben Leute nach Wiesbaden gebracht." Wiesbadener, durch und durch David Dick ist in Wiesbaden geboren, aufgewachsen, zur Schule und Universität gegangen. Seine Eltern betreiben in der Goldgasse das Pub "Scotch 'n' Soda". Hier arbeitet er in Vollzeit, auch schon während seines kürzlich abgeschlossenen Wirtschaftspsychologie-Studiums. Sein Festival soll ganz bewusst seine Heimat stärken. "Wenn wir hier eine Festivalreihe hinkriegen und Leute bewegen, nach Wiesbaden zu kommen, kurbelt das alles an", so David Dick. "Ob es die Hotellerie, die Gastronomie, der Einzelhandel ist; Leute kommen hierher und genießen die Zeit und sehen, wie geil Wiesbaden ist." Für ihn ist Wiesbaden eine der schönsten Städte Deutschlands. Eine Festival-Odyssee Der Weg zum eigenen Festival mit internationalen Künstlern war lang. Im August 2025 stellte David Dick sein Konzept der Stadt Wiesbaden vor – mit Erfolg. David Dick unterschrieb das Angebot der Stadt, ohne Geld, Künstler oder einen genauen Plan. "Ich war einfach euphorisch, dass die Stadt das angenommen hat. Ich hatte keinen Künstler, noch gar nichts – ich hatte überhaupt gar keine Ahnung, was ich mache." Über das ADE, das Amsterdam Dance Festival, gelang es David Dick, Kontakt zu internationalen Managern aus der Musikszene aufzunehmen, über die er dann auch an Künstlerinnen und Künstler kam. Durch einen neu gegründeten Instagram-Kanal konnte der junge Organisator Aufmerksamkeit für das Festival gewinnen. Es fehlte aber noch das Geld – bis der 23-Jährige die Bürgschaftsbank Hessen und die Wiesbadener Volksbank überzeugen konnte. 220.000 Euro bekam er von den Banken. Das Festival kostet knapp 320.000 Euro. Trotz weiterer kleineren Sponsoren musste David Dick auch auf Eigenkapital zurückgreifen. Das Risiko ist hoch. Rückschläge und Albträume Es geht um viel Geld, Organisation und Verantwortung. "Ich hatte ständig Albträume", erklärt David Dick. Er habe sich oft beherrschen müssen, nicht darüber nachzudenken, was alles schiefgehen könnte, erzählt er. "Es gibt einfach Sachen, die man nicht beeinflussen kann, da muss man sich auf andere Leute verlassen. Und das ist das Schwierigste." Am Festivaltag arbeiten insgesamt 111 Menschen rund um das Event. David Dick hat in der Gastronomie bereits viel Personalverantwortung übernommen, doch diese Dimension ist auch für ihn eine neue Herausforderung. Rückschläge habe es einige gegeben. Zum Beispiel, als David Dick lange auf das Geld der Bank warten musste, gleichzeitig aber mit hohen Kosten in Vorleistung gehen musste und weitere Anzahlungen nicht umsetzen konnte. Lokale und internationale Acts im Kurpark Musikalisch soll es beim "Sunset & Sound" abwechslungsreich werden. Mit DJ Parox und DJ Lenzinger legen zwei lokale Künstler auf. Hannah Wants aus England, Rebuke aus Irland und Julia Sandstorm aus Schweden bringen internationalen Flair in das Event. Ein Highlight dürfte für viele Besucherinnen und Besucher auch die irische Künstlerin Jazzy sein. Sie arbeitet mittlerweile mit großen Künstlern wie Calvin Harris zusammen und performt rund um die Welt auf verschiedenen Festivals. David Dick war bei ihr noch früh dran. "Ich habe sie damals selbst auf Ibiza gesehen, damals kannte sie eigentlich noch keiner." So konnte er sie zu einem guten Preis für das Festival gewinnen. Jetzt hätte er das Fünffache zahlen müssen, erzählt er. Der perfekte Festivalort – auch in Zukunft? Die Lage zwischen dem Kurpark Weiher und dem prunkvollen Kurhaus ist für David Dick ideal: "Mir war wichtig, dass es am Wasser stattfindet, das fühlt sich nach Sommer und Urlaub an", erklärt er. "Das Kurhaus ist in meinen Augen das schönste Gebäude, das ich in Deutschland kenne. Die Konzertmuschel ist historisch, etwas Altes mit der modernen Musik zu verbinden, das sind zwei Gegensätze, das finde ich schön." Langfristig möchte David Dick sein Festival zweimal pro Jahr umsetzen. Für die Premiere zahlt er nach eigenen Angaben selbst drauf, langfristig soll sich das Projekt dann auch auszahlen. Für die Premiere gibt es nur noch wenige Tickets. "12 Prozent sind noch übrig geblieben", sagt David Dick. "Wir sind mega zufrieden. Wer noch kommen möchte, kann noch kommen, wir machen die Abendkasse auf."

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