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Super-Ager: Warum geistige Fitness im Alter nicht nur an den Genen liegt

Allgemein

Neue Studie zu Super-Agern Warum manche Menschen mit 90 noch fit im Kopf sind Von Lynn Zimmermann 29.07.2026 - 12:24 UhrLesedauer: 2 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Einige Menschen behalten bis ins hohe Alter eine außergewöhnliche Gedächtnisleistung. Eine Studie liefert nun neue Erkenntnisse darüber. Nicht alle Menschen erleben im Alter einen geistigen Abbau. Eine kleine Gruppe, die sogenannten Super-Ager, hat selbst im hohen Alter eine Gedächtnisleistung, die mit der von Menschen in ihren 50ern vergleichbar ist. Warum diese Menschen länger geistig fit bleiben als viele andere, ist bislang nicht vollständig geklärt. Eine aktuelle Studie liefert nun neue Erkenntnisse darüber. Sie zeigt, dass dies nicht allein auf ein geringes genetisches Alzheimer-Risiko zurückzuführen ist. Die Studie wurde kürzlich in der Fachzeitschrift "Alzheimer's Research & Therapy" veröffentlicht. Genetische Faktoren im Fokus Die neue, von Wissenschaftlern des Healthy Aging & Alzheimer's Research Care (HAARC) Centers der Universität Chicago und des Translational Genomics Research Institute (TGen) durchgeführte Studie untersuchte, ob ein geringes genetisches Risiko für Alzheimer die Erklärung für diese außergewöhnliche Gedächtnisleistung sein könnte. Dafür analysierten die Forscher die DNA von 142 Super-Agern und verglichen sie mit der von 89 kognitiv durchschnittlichen älteren Erwachsenen. Dabei untersuchten sie das sogenannte APOE-Gen, das als stärkster genetischer Risikofaktor für Alzheimer gilt. Zusätzlich analysierten sie Tausende weitere genetische Varianten, die mit einem erblichen Alzheimer-Risiko in Verbindung stehen. Alzheimer-Risiko nicht entscheidend für Hirnleistung im Alter Das Ergebnis: Weder das APOE-Gen noch die anderen genetischen Risikopunkte konnten die Super-Ager von den durchschnittlich alternden Teilnehmenden unterscheiden. Selbst seltene genetische Varianten, die in früheren Studien mit einer gewissen Widerstandsfähigkeit gegenüber Alzheimer in Verbindung gebracht wurden, kamen bei Super-Agern nicht häufiger vor. Die Studienautoren erklären, dass außergewöhnliches kognitives Altern daher nicht einfach das Gegenteil eines hohen genetischen Alzheimer-Risikos ist. Die Studienergebnisse legen nahe, dass biologische, soziale und verhaltensbezogene Faktoren eine entscheidendere Rolle spielen könnten. Gute Hirnleistung ist mehr als nur Genetik Andere Forschungen zur geistigen Fitness im Alter lassen vermuten, dass eine Kombination aus genetischen, biologischen und lebensstilbedingten Faktoren eine Rolle spielt. Dazu gehören: Risikofaktoren für die Gefäße vermeiden: Dazu gehört etwa, hohen Blutdruck und zu hohes Körpergewicht zu senken Gesunde Lebensweise: Regelmäßige körperliche Aktivität, ausgewogene Ernährung und ausreichend Schlaf könnten das Gehirn schützen. Soziale Interaktion: Ein aktives soziales Leben könnte dazu beitragen, kognitive Fähigkeiten zu erhalten. Mentale Stimulation: Geistig fordernde Aktivitäten wie Lesen, Musizieren, Sprachen lernen oder das Lösen von Rätseln könnten das Gehirn fit halten. Ana Capuano, Mitautorin der Studie, erklärt in einer Pressemeldung: "Das Verständnis der biologischen, sozialen und verhaltensbezogenen Mechanismen, die außergewöhnliches kognitives Altern fördern, könnte dazu beitragen, personalisierte Strategien zur Unterstützung der Gehirngesundheit zu entwickeln." Zukünftige Studien sollen diese und weitere Faktoren genauer untersuchen. Geplant sind unter anderem Analysen von Gehirnaufnahmen, Blutmarkern, Immunprofilen, Schlafmustern und körperlicher Aktivität. Die Forscher betonen, dass die Ergebnisse eine ermutigende Botschaft enthalten: Gedächtnisverlust ist nicht zwangsläufig Teil des Alterns und hängt dabei nicht nur von den Genen ab. Einige Menschen schaffen es, ihre Erinnerungsfähigkeit bis weit in die 80er oder 90er Jahre auf bemerkenswert hohem Niveau zu halten.

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