„Super-El-Niño“ im Anmarsch - was bedeutet das für unser Wetter?
Im Pazifik entwickelt sich derzeit ein starkes El-Niño-Ereignis. Die US-Wetterbehörde NOAA beobachtet steigende Meerestemperaturen im zentralen und östlichen Pazifik. Wetterforscher verfolgen die Entwicklung genau, da El Niño weltweit Wetterlagen beeinflussen kann. Welche Auswirkungen das auf Europa und Deutschland im Winter 2026/27 haben könnte, ist noch Gegenstand von Prognosen. Der Deutschlandfunk berichtet, dass El Niño möglicherweise auf eine besonders starke Phase zusteuert. Die US-Wetterbehörde NOAA sieht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Ereignis zwischen Oktober und Dezember 2026 zu den stärkeren El-Niño-Phasen seit Beginn moderner Aufzeichnungen zählen könnte. Nach Einschätzung von Fachleuten könnte es zu den stärksten seit 1950 gehören. Das vorherige Ereignis 2023/24 zählte bereits zu den fünf stärksten seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Nachrichtenagentur Reuters bezeichnete ein solches besonders starkes Szenario als möglichen „Super-El-Niño“. Auch ein Forschungsmodell des US-Klimaforschungsinstituts GFDL zeigt derzeit ein starkes Signal für die weitere Entwicklung. Wie stark das Ereignis tatsächlich ausfällt, lässt sich aber erst nach seinem Höhepunkt abschließend beurteilen. El Niño: Was passiert gerade im Pazifik? El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen im tropischen Pazifik. Normalerweise transportieren Passatwinde warmes Oberflächenwasser nach Westen. Schwächt sich diese Zirkulation ab, kann das warme Wasser wieder Richtung Osten wandern. Dadurch verändern sich Luftströmungen und Niederschlagsmuster weltweit. Die Welthungerhilfe erklärt, dass El Niño unterschiedliche Folgen in verschiedenen Regionen haben kann: Während in Teilen Südamerikas Starkregen und Überschwemmungen auftreten können, steigt in anderen Regionen wie Australien oder Südostasien das Risiko für Trockenheit und Dürren. Welche Folgen könnte El Niño für Deutschland haben? Laut Deutschlandfunk sind direkte Auswirkungen von El Niño auf das Wetter in Deutschland kaum zu erwarten. Das Klimaphänomen entsteht im tropischen Pazifik und wirkt sich vor allem auf Regionen rund um den Ozean aus. Europa liegt weit entfernt vom Hauptgebiet des Ereignisses. Wenn El Niño hier überhaupt einen Einfluss hat, könnte er eher mit kühlerem und feuchterem Wetter verbunden sein. Spürbarer könnten dagegen die indirekten Folgen werden: Schlechtere Ernten in wichtigen Anbaugebieten könnten die Preise für Produkte wie Kaffee, Zucker oder Kakao auch in Deutschland erhöhen.