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Supermassives Schwarzes Loch wandert durch das All

Wissenschaft

Startseite Welt Fund erschüttert die Astronomie: Schwarzes Loch wandert durch das All Von: Denise Burmester Uns auf Google folgen Ein Schwarzes Loch taucht dort auf, wo niemand es jemals vermutet hätte. Die Erklärung dafür bringt selbst erfahrene Astronomen ins Grübeln. Im Herzen fast jeder Galaxie thront ein gigantischer Schwerkraftkoloss, der als ruhender Anker für Milliarden Sterne gilt. Seit Jahrzehnten galt diese Position im Zentrum als unumstößlich fest, ein Fixpunkt, um den sich ganze Sternensysteme ordnen. Neue Teleskopaufnahmen zeigen nun etwas Unerwartetes: Bewegung, wo eigentlich absolute Ruhe herrschen sollte. Das Grundprinzip der Astronomie gerät dadurch ins Wanken. Astronomen haben erstmals ein supermassereiches Schwarzes Loch dabei beobachtet, wie es seinen angestammten Platz im Zentrum verlassen hat und quer durch seine Heimatgalaxie gewandert ist. Das Objekt mit Millionen Sonnenmassen befindet sich mittlerweile rund 30.000 Lichtjahre von seinem ursprünglichen Standort entfernt. Es ist kein Wackeln, keine kleine Verschiebung, sondern eine echte Wanderung über kosmische Distanzen. Eine solche Beobachtung an der galaktischen Peripherie gelang der Forschung bislang noch nie. Supermassives Schwarzes Loch auf Wanderung: Wie entsteht es? Die Ursache für diesen kosmischen Ausreißer liegt in der Vergangenheit der Galaxie. Wenn zwei Sterneninseln verschmelzen, treffen auch ihre zentralen Gravitationsmonster aufeinander. In extremen Fällen erzeugt diese Wechselwirkung so starke Gravitationswellen, dass ein gewaltiger Impuls entsteht. Dieser Rückstoß katapultiert eines der Schwarzen Löcher mit enormer Geschwindigkeit aus dem Zentrum heraus. Das Fehlen des zentralen Schwerkraftankers verändert die Architektur einer Sterneninsel grundlegend, sagte der Astronom Robert Stein von der University of Maryland gegenüber dem Onlinemagazin ScienceDaily. Ohne das ausgleichende Zentrum verformen sich die Umlaufbahnen der Milliarden Sterne schleichend. Eine Galaxie ohne ihr inneres Herz wandelt sich langfristig in ein chaotisches Gebilde. Ob das neu entdeckte Schwarze Loch weiter auf die Peripherie zudriftet oder sich langsam wieder zum Kern hin fallen lässt, ist bislang ungeklärt. Der Nachweis eines solchen Ausreißers ist eine technische Herkulesaufgabe. Supermassive Schwarze Löcher, Objekte mit Millionen bis Milliarden Sonnenmassen, die Raum und Zeit um sich herum extrem verformen, senden kein Licht aus und bleiben unsichtbar. Wie das Wissenschaftsmagazin Smithsonian Magazine berichtet, machten Forscher das Objekt erst durch das Zerreißen eines Sterns sichtbar. Der Lichtblitz dieses sogenannten Tidal Disruption Events verriet den Astronomen die exakte Position am galaktischen Rand. Laut einer Studie der Universität Yale zieht ein solcher wandernder Gigant eine Spur aus frischen Sternen hinter sich her. Das Objekt bewegt sich mit rasender Geschwindigkeit. Es komprimiert das Gas in seinem Fahrwasser so stark, dass dort kontinuierlich neue Sonnen entstehen. Es hinterlässt also eine leuchtende Narbe im All.

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