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SV Elversberg: Harry Kane sagt, was er über die Container denkt

Sport

Das Ergebnis ist schnell erzählt: Bayern München gewinnt bei der SV Elversberg mit 2:1. Verdient, am Ende. Aber die Saarländer haben dem Rekordmeister einen Abend lang das Leben ziemlich schwer gemacht. Mit etwas mehr Glück wäre sogar ein Punkt drin gewesen. Doch dieses Spiel erzählt eine viel größere Geschichte als nur die von drei Punkten. Denn die SVE hat an diesem Sonntag auch abseits des Rasens Eindruck hinterlassen. Beim Rekordmeister war nach dem Spiel viel die Rede von Elversberg – und vom kleinen Saarland, das sich plötzlich auf der ganz großen Fußballbühne findet.

„Ich habe das so noch nie gesehen“, antwortete Bayern-Trainer Vincent Kompany während der Pressekonferenz auf die Frage, wie der Empfang im Saarland war. „Wir sind zum Hotel gefahren und ich habe gedacht, dass irgendwo ein Festival war. Aber es war kein Festival, es waren einfach Fans, die gewartet haben.“

Hunderte Bayern-Fans hatten am Samstag vor dem Victors Residenz-Hotel Schloss Berg in Perl-Nennig auf FCB-Stars gewartet. Dort hatte der Rekordmeister vor dem Spiel übernachtet. „Wir sind schon viel gewohnt, aber das war....“, sagte Kompany und geriet kurz ins Stocken. „Es gibt jetzt auch Extra-Gründe, warum ich Elversberg das Allerbeste wünsche. Damit wir nächstes Jahr nochmal hierher kommen können“, führte der Erfolgscoach aus – und erntete prompt Applaus aus dem größtenteils saarländisch besetzten Pressepublikum.

Ähnlich lobende Worte fand auch der Sportvorstand der Bayern, Max Eberl, zur neuen Bundesliga-Konkurrenz aus Elversberg. Und zu den mittlerweile in Fußball-Deutschland berühmt-berüchtigten Container-Umkleiden. Wie ist das für den FC Bayern, wenn man sich in diesen Gegebenheiten umziehen muss? „Völlig cool, völlig super“, sagte Eberl. „Das ist Fußball, so wie es sein muss. Fußball ist nicht nur High-End und clean – sondern eben genau so. Und deswegen haben wir uns total gefreut darauf“, sagte der Bayern-Sportvorstand, der wenn er nicht gerade in Elversberg ist, mit Summen hantiert, bei denen einem schwindelig wird. Diesen Sommer waren es etwa 100 Millionen Euro für die Spieler Nathaniel Brown und Ismael Saibari.

Dass Eberl die SVE dabei nicht nur aus Sympathiegründen lobt, machte er anschließend deutlich. „Unabhängig davon habe ich auch sehr großen Respekt vor Elversberg. Sie haben gegen Leverkusen sehr gut gespielt, sie haben in Gladbach einen 3:1-Rückstand in der Bundesliga im ersten Auswärtsspiel gedreht“, macht Eberl deutlich. In Bayern habe man spätestens danach gewusst, dass es sportlich kein Zuckerschlecken wird.

Und dann war da noch die Sichtweise des Mannes, der im Fußball vermutlich schon so einige Umkleidekabinen dieser Welt gesehen hat. Wie ist es, wenn man als einer der größten Superstars der aktuellen Fußballgeneration plötzlich mitten im Saarland in einem Container steht und sich sein Bayern-Trikot mit der Nummer 9 überstreift? Wir haben Harry Kane in der Containerlandschaft nach dem Sieg seiner Mannschaft genau das gefragt. „Um ganz ehrlich zu sein, die sind nicht mal schlecht“, sagte der Brite und musste lachen. „Die haben sogar mehr Platz, als manche der anderen Umkleidekabinen in der Liga“, führt der 33-Jährige aus.

Kane könne sich noch an Zeiten in seiner Karriere erinnern, wo es nicht großartig anders aussah, wenn er zu einem Auswärtsspiel fuhr: „Wir hatten das auch schon so in der Premier League, wenn Teams gerade ihr Stadion umgebaut haben. Das ist natürlich irgendwie einzigartig. Aber am Ende gehts ja darum, was du auf dem Platz machst – und nicht daneben“, sagte Kane. Und auch der Stürmer-Megastar wollte noch ein paar Sätze über die grundsätzliche Erfahrung in Elversberg loswerden. „Am Ende war das ein großes Spektakel in einem halben Stadion. Und das hat es einzigartig gemacht“, sagte Kane.

Bayern-Trainer Vincent Kompany wollte nach dem Spiel eine Sache klarstellen – auch mit Blick auf die Infrastruktur: „Wir sind für nichts zu gut. Wir sind ganz normale Leute“. Es sei noch nicht so lange her, dass Kompany als Trainer in der zweiten englischen Liga aktiv war. „Da musst du in Luten Town Auswärts spielen und dann bist du in einem Nachbarhaus zum Umziehen“, sagte er grinsend. „Wir wollten Respekt zeigen, für diese Situation, wo alles anders ist“.

Ob es noch einmal zu einem Wiedersehen an dem Ort kommt, wo „alles anders ist“ – hier im Saarland, in Elversberg – steht in den Sternen. Nach diesem Sonntag dürfte aber zumindest eines klar sein: Für den FC Bayern war die Reise mehr als nur ein weiterer Bundesliga-Ausflug. (sle)

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