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SV Tiefenbach gegen SG Kirchardt: Niklas Süle trifft bei Kreisliga

Sport

Von Michael Rappe Östringen-Tiefenbach. Es war wohl nur eine Person beim SV Tiefenbach so richtig glücklich, und das war der Finanzvorstand des Sinsheimer Fußball-Kreisligisten, Murat Yildiz. Fast 400 Zuschauer, mehr als dreimal so viel wie sonst, kamen zum Saisonauftakt gegen die SG Kirchardt. Der Grund hatte einen Namen: Niklas Süle. Anfang Juli hatten die Tiefenbacher den Sensationstransfer des früheren Champions-League-Siegers, deutschen Meisters und Nationalspielers bekanntgegeben. Insofern wird der 16. August 2026 in die Vereinsgeschichte eingehen. Nach drei Trainingseinheiten mit der Mannschaft stand der 30-Jährige in der Startformation des SV Tiefenbach, der im Vorjahr in die Kreisliga aufgestiegen war. Als beim Verlesen der Aufstellung der Mann mit der Nummer 22 ankündigt wurde, war der Beifall recht verhalten. "Ihr dürft ruhig klatschen", sagte der Stadionsprecher. Und dann war es soweit: Ganz in Gelb liefen die Tiefenbacher um 15.31 Uhr mit Niklas Süle aufs Spielfeld. Da müssen bei ihm Erinnerungen an seine Zeit bei Borussia Dortmund wach geworden sein. Hatte der bei der TSG Hoffenheim groß gewordene gebürtige Frankfurter in seiner ganzen Karriere zumeist als Innenverteidiger fungiert, stand er bei seiner Premiere für Tiefenbach im offensiven Mittelfeld. "Niklas hatte Lust, auch mal weiter vorn zu spielen", meinte Spielertrainer Jason Wenzel. Doch angesichts der verheerenden Defensivvorstellung des SV Tiefenbach wird er darüber nachdenken, ihn weiter hinten spielen zu lassen. Denn die Abwehr war beim desaströsen 2:7 (0:3) gegen den Landesliga-Absteiger völlig von der Rolle. Kapitale Fehlpässe, Ballverluste und riesige Lücken im Defensivverbund kennzeichneten das Spiel der Gastgeber, die zudem extrem zweikampfschwach waren. In der ersten Halbzeit lief das Spiel an Niklas Süle weitgehend vorbei. Nach knapp neun Minuten berührte er erstmals den Ball, das 0:1 (13.) quittierte er mit gesenktem Kopf. Ein paar gute Pässe, ein gewonnener Zweikampf – es war eine unauffällige Partie des Ex-Profis. Zur Pause war beim 0:3 schon fast alles verloren, auch wenn Sportvorstand Klaus Martin den Humor noch nicht verloren hatte. "Jetzt müssen wir halt vier Stück machen", witzelte er. Derweil trottete Niklas Süle mit gesenktem Kopf in die Kabine, klatschte zwei jugendliche Fans ab. Es wurde nicht besser beim SV Tiefenbach. Die Abwehr bekam überhaupt keinen Zugriff, verlor einfachste Bälle und ließ die starken Gäste, die wieder aufsteigen wollen, fast ungehindert gewähren. Ruckzuck stand es 0:6, die Zuschauer murrten, Süles Kopf ging immer mehr nach unten. Doch immerhin kämpften die Gastgeber, und Niklas Süle hatte einige gute offensive Szenen. An der Entstehung des Tores zum 1:6 war er beteiligt, und dann traf er selbst. Nach einer Ecke köpfte er den Ball aus rund acht Metern ins Tor. Nun waren die Zuschauer wach, feierten das Tor und hofften auf mehr. Nach 79 Minuten hätte Süle noch einmal treffen müssen, schoss aber links vorbei und schlug die Hände vors Gesicht. Kirchardt traf noch zum 2:7-Endstand, dann war die historische Begegnung zu Ende. Jugendliche Fans stürmten den Platz. Es dauerte eine Weile, bis Niklas Süle alle Autogramm- und Fotowünsche erfüllt hatte und sich zum Mannschaftskreis gesellte. "Es war viel Trubel die letzten Wochen", berichtete Jason Wenzel, der Süle seit rund zehn Jahren kennt und häufig mit ihm Golf spielt. Seinetwegen und Mergim Gnijovci hatte sich Süle auf das Abenteuer "Fußball in der Provinz" eingelassen. Interviews wollte er nicht geben, aber "er ist ein super Typ und wird uns noch weiterhelfen" (Wenzel). Update: Sonntag, 16. August 2026, 19.30 Uhr Niklas Süle trifft beim Kreisliga-Debüt, kann aber keine Niederlage verhindern Der Ex-Fußball-Nationalspieler löst mit seinem Engagement beim SV Tiefenbach reichlich Trubel aus. Trotz seines Kopfballtreffers gibt es eine 2:7-Schlappe. Östringen-Tiefenbach. (dpa) In ungewohnt offensiver Rolle hat der frühere Fußball-Nationalspieler Niklas Süle sein Kreisliga-Abenteuer begonnen. Der 30-Jährige kickt in dieser Saison für den SV Tiefenbach. Drei Monate nach seinem Abschied von Borussia Dortmund spielte Süle im zentralen Mittelfeld und Sturm – statt wie in seiner Profikarriere gewohnt in der Abwehr. Trotz eines Kopfballtreffers des früheren Champions-League-Siegers kassierte Tiefenbach gegen den Landesliga-Absteiger SG Kirchardt eine deutliche 2:7 (0:3)-Schlappe. Ob es ihm Spaß gemacht habe? "So viel wie ein 7:2 Spaß macht", antwortete Süle. Er habe sich vorgenommen, heute keine Interviews zu geben. Süle verkürzt per Kopfball-Tor Vor rund 500 Zuschauern, auf einem Spielfeld mit der Bratwurst-Bude fast an der Eckfahne und bei 32 Grad Celsius war der ehemalige Bayern-Profi zunächst kaum ins Spiel eingebunden. Süle, den Fitness-Diskussionen in seiner Karriere begleiteten, wurde mit zunehmendem Spielverlauf in der zweiten Hälfte aber aktiver. Nach einer Ecke köpfte er zum 2:6 ein (75. Minute) und spielte durch. Nur drei Trainingseinheiten mit dem Team vor dem Auftakt Süle habe nur dreimal vorher mit der Mannschaft trainiert, sagte Trainer Jason Walzel. Man habe hochverdient verloren. "Vielleicht lässt der Trubel auch langsam nach und wir können uns aufs Fußballspielen konzentrieren", so der Coach und meinte: "Niklas ist ja noch nicht so lange da. Er muss auch erst mal wieder reinfinden." Walzel ist einer von Süles Freunden, über die das Engagement beim SV Tiefenbach zustande kam. "Nach 13 Jahren Profifußball ist es für mich ein absolutes Geschenk, mit meinen Kumpels auf dem Platz stehen zu dürfen und die Freude an diesem wundervollen Sport noch einmal in vollen Zügen genießen zu können", hatte Süle bei der Bekanntgabe des Wechsels gesagt.

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