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Sven Schulze liefert sich hitziges Wortgefecht mit Markus Lanz

Nation

Kann die CDU in Sachsen-Anhalt ihre Machtposition erhalten? Bei "Markus Lanz" stellte sich Ministerpräsident Sven Schulze den Fragen des ZDF-Moderators. Statt Hoffnung zu verbreiten, forderte der CDU-Mann mehr Realismus und sorgte damit für reichlich Irritationen. Eine TV-Nachlese von Natascha Wittmann Diese TV-Nachlese gibt die persönliche Sicht von Natascha Wittmann auf die Sendung wieder. Sie basiert auf eigenen Eindrücken und ordnet das Geschehen journalistisch ein. Informiere dich, wie unsere Redaktion mit Meinungen in Texten umgeht. Am 6. September findet in Sachsen-Anhalt die Landtagswahl statt. In aktuellen Umfragen liegt die AfD bei über 40 Prozent und damit weit vor der bislang regierenden CDU. Markus Lanz nahm dies am Dienstagabend zum Anlass, um über die politische Agenda von Ministerpräsident Sven Schulze zu debattieren. Zudem analysierte er die Themen, die beim diesjährigen Wahlkampf eine besonders große Rolle spielen könnten. Die Gäste bei "Markus Lanz" Sven Schulze: CDU-Politiker und Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt Sabine Rennefanz: Journalistin und "Spiegel"-Kolumnistin Martin Greive: Journalist und "Handelsblatt"-Chefreporter Politik Der besondere Moment Die kommende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt beschäftigt ganz Deutschland. Seit 24 Jahren regiert die CDU ununterbrochen das Bundesland. Jetzt steckt CDU-Ministerpräsident Sven Schulze in der AfD-Zwickmühle. "Egal, wer diese Wahl gewinnt - die Herausforderungen sind gigantisch. Der Schuldenberg von Sachsen-Anhalt ist es auch", so ZDF-Moderator Markus Lanz. Sabine Rennefanz warnte daraufhin, dass die AfD in den Umfragen "weit vorne" liege: "Sven Schulze ist in der nicht ganz glücklichen Situation, dass er erst im Januar Ministerpräsident geworden ist", so die Journalistin, "und da quasi so eine Aufholjagd jetzt in wirklich kürzester Zeit hinlegen muss". Grund genug für Lanz, zu fragen, welche Rolle Themen wie Migration und der Fachkräftemangel beim Wahlkampf in Sachsen-Anhalt spielen werden. Journalist Martin Greive offenbarte, dass die demografische Entwicklung vor Ort "relativ katastrophal" sei. Daher könne die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt ohne Zuwanderung in den nächsten Jahren gar nicht funktionieren. Das Problem? "Da kann die AfD natürlich jetzt das Thema wunderbar ausspielen", so Greive. Er ergänzte, dass in Sachsen-Anhalt "sehr, sehr viele Menschen" weiterhin "sehr skeptisch" auf eine weitere Zuwanderung blicken. Lanz stellte daraufhin mit Blick auf Sven Schulze klar: "Jeder Zweite im Bürgergeld hat keinen deutschen Pass", sagte der ZDF-Moderator, "ungefähr 65 bis 70 Prozent dieser Leute könnten arbeiten, aber sie tun es nicht". Der CDU-Politiker konterte prompt: "Stopp! Aber genau das gehe ich jetzt an und da können wir jetzt etwas ändern." Eine Aussage, die den ZDF-Moderator stutzig machte: "Aber warum erst jetzt? Jetzt steht die AfD bei 42 Prozent!" Schulze ließ sich davon nicht beirren und erklärte: "Seit 1. Juli haben sich die Regeln auch geändert, was Sanktionen angeht. (...) Wir können es jetzt angehen!" Er versprach zudem hoffnungsvoll: "Wir können ein Beispiel sein, wie das zukünftig auch anders läuft." Markus Lanz reagierte dennoch skeptisch: "Sie werden weiterhin Zuwanderung brauchen. Und das Klima ist so vergiftet, wie es jetzt gerade ist, weil man die Dinge so lange hat schleifen lassen." Der Schlagabtausch Im Laufe der Sendung wollte Markus Lanz näher auf das CDU-Wahlprogramm in Sachsen-Anhalt eingehen. Er erklärte, dass die AfD neben einem Baby-Begrüßungsgeld unter anderem auch kostenfreie Kindergartenplätze, einen Führerscheinzuschuss sowie Prämien für Auszubildende verspreche. "Was sind die Vorschläge der CDU?", wollte der Moderator wissen. Sven Schulze antwortete knapp: "Der Realismus muss einkehren." Lanz konterte irritiert: "Ist Realismus die Übersetzung von 'Wir haben nichts?'" Der CDU-Politiker schüttelte mit dem Kopf: "Mein Ziel ist, dass ich im ländlichen Raum die Kindergärten, die Kinderkrippen erhalten kann." Gleichzeitig mahnte er mit Blick auf den Haushalt in Sachsen-Anhalt: "Sie wissen, wie schwierig die Lage bei uns ist und deswegen verspreche ich hier im Fernsehen nichts, was ich nicht halten kann." Eine Aussage, die Lanz weiter irritierte: "Aber haben Sie ein Konzept? Das ist doch die Frage!" Sven Schulze reagierte genervt: "Natürlich haben wir ein Konzept!" Lanz wollte dies nicht unkommentiert lassen und sagte über das Wahlprogramm der CDU: "Sie wollen den Status quo erhalten. Das ist das, was Sie wollen!" Schulze gab daraufhin zu: "Wir müssen doch realistisch sprechen." Lanz nickte: "Ich finde es gut, dass Sie ehrlich sind. Aber was Sie gerade übersetzt sagen, ist: Wir haben keinen Plan." Ein Vorwurf, den der CDU-Mann nicht akzeptieren wollte: "Nein, das stimmt überhaupt nicht!" Schulze wetterte weiter: "Die AfD hat dieses alte, dunkle Bild von Deutschland." Doch Lanz hielt dagegen: "Mich interessiert ehrlich gesagt überhaupt nicht, was die anderen da sagen! (...) Was ist Ihr Plan?" Schulze antwortete erneut schwammig und sagte: "Das ist die AfD - die schreiben ganz viel auf und machen am Ende nichts und können es auch nicht umsetzen! (...) Die haben inhaltlich überhaupt keine Idee für unser Bundesland." Sabine Rennefanz stimmte zu: "Die können natürlich das Blaue vom Himmel versprechen." Lanz reagierte amüsiert: "Ist auch die Parteifarbe." Martin Greive blickte derweil auf die CDU und sagte in Bezug auf Schulze: "Was mir so ein bisschen fehlt, ist so eine richtig positive Zukunftserzählung von Ihnen für das Land." Lanz nahm dies zum Anlass, konkret zu fragen: "Wie sehr schadet Ihnen Friedrich Merz?" Empfehlungen der Redaktion CDU-Arbeitnehmerflügel warnt vor Misstrauen gegen Kranke CDU-Kritik an Warkens Pflegeplänen "Wie lebensfremd kann man sein?" Sven Schulze antwortete deutlich: "Friedrich Merz nicht direkt!" Lanz ließ nicht locker und wollte weiter wissen: "Aber indirekt - seine Politik. Das ist der Kanzler, das ist Ihre Partei!" Schulze offenbarte schließlich: "Mich ärgert es, wenn eine Bundesregierung am Ende mehr streitet als sie zu Konsens findet. Und deswegen war die letzte Woche echt wichtig!" Martin Greive sah dies anders und mahnte, dass er sich "nicht so sicher" sei, "ob dieses Reformpaket bei der Wahl in Sachsen-Anhalt wirklich positiv gesehen wird". Schulze hielt prompt dagegen: "Wir müssen es doch erstmal am Ende final auch beschließen." © 1&1 Mail & Media/teleschau

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