Syker Schüler gewinnt bei Mathe-Olympiade gleich zwei Bronzemedaillen
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Syker Schüler gewinnt bei Mathe-Olympiade gleich zwei Bronzemedaillen
Von: Hannes Göbel
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Der 16-jährige Thore Schüttemeyer vom Gymnasium Syke holte Bronze im Einzel und mit dem deutschen Team. Deutschland lag punktgleich mit Silbermedaillengewinner Polen.
Celje/Syke – Für die meisten Jugendlichen endet Mathematik mit dem Ende des Unterrichts. Für Thore Schüttemeyer fängt die Rechnerei dort erst richtig an. Der 16-jährige Schüler des Gymnasiums Syke beschäftigt sich auch in seiner Freizeit mit mathematischen Problemen – und das mit Erfolg: Bei der Mitteleuropäischen Mathematik-Olympiade im slowenischen Celje sicherte er sich gleich zwei Bronzemedaillen.
„Wir haben uns alle sehr verblüfft angeguckt und uns gefragt, wie das jetzt zustande gekommen ist“, gibt Thore einen Einblick in den Moment bei der Siegerehrung, als er und fünf weitere Deutsche als Gewinner der Bronzemedaille im Teamwettbewerb ausgerufen wurden. „Wenn diese Leute nicht da wären, dann wäre ein großer Teil vom Tollen an diesen Wettbewerben weg“, schwärmt Thore von der Gemeinschaft, die er an dem Event in Celje besonders geschätzt hat.
Aber wie läuft so ein Teamwettbewerb in der Mathematik überhaupt ab? „Wir haben uns nach Fachgebieten aufgeteilt“, erklärt Thore. Geometrie, Kombinatorik, Algebra. Jeder beschäftigt sich intensiv mit einer speziellen Aufgabe. „Und dann haben wir kommuniziert, welche Aufgabe schon gelöst ist. Man kann über aufgeschriebene Lösungen noch mal drüber gucken, das ist sehr hilfreich bei solchen Teamwettbewerben“, sagt der 16-Jährige und fügt an: „Es gab durchaus Momente, wo man zusammen an einer Aufgabe gearbeitet hat.“
Am Ende erreichte Deutschland mit Thore dieselbe Punktzahl (51) wie Silbergewinner Polen, die lediglich mehr Aufgaben vollständig richtig gelöst hatten. Gold holte Tschechien mit 57 Punkten. „Ich habe mich schon ziemlich gefreut, einfach weil ich es nicht erwartet hatte“, zeigt sich der in Bremen wohnende Schüler glücklich über den dritten Platz. Mit der Slowakei, Kroatien, der Schweiz, Ungarn, Österreich, dem Gastgeber Slowenien und Litauen ließ Deutschland immerhin sieben andere Nationen hinter sich.
Grund zur Freude hatte Thore auch in der Einzelkonkurrenz, in der er ebenfalls Bronze gewann. „Im Einzelwettbewerb war es ziemlich genau so, wie ich es erwartet hatte“, meint er und erläutert bescheiden: „Tendenziell ist es so, dass die oberen 40 Prozent eine Medaille bekommen. Das Verhältnis von Bronze, Silber und Gold ist so 3:2:1.“
Wir haben uns alle sehr verblüfft angeguckt und uns gefragt, wie das jetzt zustande gekommen ist.
So oder so habe Thore aber viel Spaß in Celje gehabt und auch etwas mitgenommen. „Ein bisschen Übung, Erfahrung. Dann vielleicht ein bisschen Ansporn, weil die Individualklausur besser gelaufen ist, als ich erwartet hätte. Ansonsten natürlich, dass ich die Leute da jetzt kenne und wir eine schöne Zeit hatten.“
Seine Leidenschaft für Mathematik entwickelte Thore in einer Mathe-AG in der Grundschule. „Wenn man Mathematik betreibt, dann ist eigentlich eine große Menge an Kreativität involviert“, sagt er. Es gehe darum, welche Ansätze jemand für eine Aufgabe und den Lösungsweg habe. „Es gibt schöne und hässliche Lösungen“, betont Thore und lacht.
Über die MeMo
Die Mitteleuropäische Mathematik-Olympiade (MeMO) ist ein seit 2007 existierender internationaler Mathematikwettbewerb für besonders talentierte Schülerinnen und Schüler. Jedes Land kann maximal sechs Jugendliche ins Rennen schicken. In Deutschland bilden die sechs besten Teilnehmerinnen und Teilnehmer des vom Talentförderzentrum Bildung & Begabung organisierten Förderprogramms Jugend trainiert Mathematik (JuMa) das Olympiaden-Team.
„Zwei, drei Wochen im Jahr“ ist er in puncto Mathe unterwegs auf Seminaren oder Events. Zuhause üben tut er zwar nicht täglich, aber „des Öfteren“. Und verfolgt dabei auch noch ein weiteres großes Ziel: „Es wäre schon cool, mal bei der IMO dabei zu sein“, träumt Thore. Gemeint ist die Internationale Mathematik-Olympiade. „Da bin ich aber noch ein Stück weg.“
Dass Mathe auch seine Zukunft bestimmt, „könnte sehr gut sein, ja“, verrät der 16-Jährige, der voraussichtlich 2028 sein Abitur in der Tasche hat. Welchen Job genau er danach machen möchte, weiß er noch nicht. Bis es so weit ist, freut er sich auf die nächsten Gelegenheiten, seine Rechenkünste unter Beweis zu stellen und seine Mathe-Kollegen wiederzusehen.