Sylvester Stallone trank 30 Tassen Kaffee am Tag: Eine Herz-OP rüttelte ihn wach
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen
New York (USA) – „Rocky! Rocky! Rocky!“ Tosender Applaus, als Sylvester Stallone (80) die Bühne betritt, um über seine neue Biografie „The Steps“ zu sprechen. BILD erlebt vor Ort, wie der Mann, der Millionen als unerschütterlicher Kämpfer begeistert, an diesem Abend selbst tief berührt ist und eine emotionale Lebensbeichte ablegt.
Als „Rocky“ 1977 den Oscar als bester Film gewinnt, fühlt Stallone keine Euphorie. „Ich wollte am liebsten im Sitz versinken“, erinnert er sich. „Ich war tatsächlich traurig.“ Er hatte sich den Triumph als Familienmoment vorgestellt, doch in der jubelnden Menge begriff er: Die ersehnte Anerkennung seiner Familie würde ausbleiben.
Stallone vermisste Liebe seiner Eltern
Stallone spricht über seine harte Kindheit ohne Umarmungen. „Mehr als Geld wünschte ich mir, die Hand meiner Mutter auf meinem Gesicht zu spüren und sie sagen zu hören: ‚Ich liebe dich.‘“ Hat sie es je gesagt? „Nein.“ Sein Vater: ein „sehr harter Mann“. Eine Szene vergisst er nie: „Wir sitzen beim Essen, da sieht er draußen einen Fasanen. Er legt die Gabel hin, greift zur Schrotflinte – Bumm! – und erschießt ihn.“ Danach habe der Vater den Vogel zerlegt und gegessen, während der junge Stallone mit der Gabel in der Hand zusah.
Als sein Vater 1993 an Krebs stirbt, kümmert sich Stallone um ihn. Kurz vor seinem Tod gab ihm der Vater einen Rat: „Ich möchte, dass du nett zu den Menschen bist.“ Hat Stallone ihm vergeben? Er wischt sich übers Auge. „Ja.“ Seine Erkenntnis: „Es befreit dich, wenn du loslässt.“
„Thunfisch und 30 Tassen Kaffee am Tag“
Nicht nur seelisch, auch körperlich ging Stallone ans Limit: Er hungerte sich auf 2,6 Prozent Körperfett herunter. Seine Diät: „Thunfisch und vielleicht 30 Tassen Kaffee am Tag“ und Steroide. Er macht daraus kein Geheimnis: „Glaubt ihr wirklich, diese Typen sehen ohne Steroide so aus?“ Der Preis war hoch: neun Rücken-Operationen, beide Schultergelenke ersetzt, Herzprobleme.
Stallone vergleicht seinen Action-Körper mit einem Kostüm: „Wenn du einen Superhelden spielst, gehört dieser Körper fast dazu.“ Für sechs bis acht Wochen habe er diesen extremen Look aufgebaut, danach musste er ihn wieder loslassen. Der Weckruf kam mit dem Herzen: „Wahrscheinlich, als ich eine neue Herzklappe brauchte.“
Stallone: „Ich wäre ein Pferdemensch geworden“
Könnte er heute noch mal so als Action-Held durchstarten? „Im Moment hätte ich Probleme.“ Ein Klassiker wie „Der Pate“ (1972) wäre heute „unmöglich“ zu besetzen. Und was wäre ohne ‚Rocky‘ aus ihm geworden? Sylvester Stallone scherzt: „Ich wäre irgendwo in einer Zelle gelandet oder ich wäre ein Pferdemensch geworden. Zu Tieren hatte ich immer einen Draht.“
Und was bereut er am meisten? „Dass ich meine Frau nicht acht Jahre früher geheiratet habe“, sagt er und blickt Richtung Backstage, wo Ehefrau Jennifer Flavin (58) auf ihn wartet.