Synchronschwimmen Klara Bleyer feiert EM-Silber wie Gold
Klara Bleyer winkte ins Publikum, ein kleines Lächeln huschte ihr über das Gesicht. Mit ihrer Weltraum-Kür war Deutschlands beste Synchronschwimmerin im freien Solo dieses Mal zwar nicht bis ganz nach oben auf das EM-Podium geflogen, doch angesichts der in diesem Jahr stärkeren Konkurrenz glänzte auch Silber wie Gold. "Es bedeutet mir sehr viel, dass ich auf das Treppchen gekommen bin und meine Leistung abrufen konnte", sagte Bleyer, die mit einer persönlichen Bestleistung von 289,2463 Punkten am Montagmorgen ihre Routine mit dem Thema "Space" zum letzten Mal geschwommen war. "Es ist schön, das mit einer Medaille abzuschließen", erklärte Bleyer: "Ich bin nun bereit für etwas Neues und hoffe, dass die nächsten Jahre so weiterlaufen." Platz zwei hinter Belarusin Denn längst hat sich die 22-Jährige, die im Juni das Weltcupfinale in ihrer Paradedisziplin gewonnen hatte, in der internationalen Spitze einen Namen gemacht. Im vergangenen Jahr hatte sich Bleyer auf Madeira sogar zur ersten deutschen Solo-Europameisterin gekrönt. Im Centre Aquatique Olympique musste sie sich dieses Mal der WM-Zweiten Wassilina Chandoschka aus Belarus (292,3887 Punkte) geschlagen geben, die nach der Sperre der Nation ebenso wie russische Athleten wieder an der EM teilnehmen darf. Bronze holte Weltmeisterin Iris Tio Casas aus Spanien (284,5550). Los Angeles ist das Ziel Im Vorfeld der Wettkämpfe hatten die größten Hoffnungen der deutschen Synchronschwimmer auf Bleyer geruht - und sie lieferte. Doch perspektivisch wichtiger ist für sie das Duett mit ihrer neuen Partnerin Maria Denisov. Denn die Solo-Wettbewerbe sind nicht olympisch und Bleyer möchte als erste deutsche Synchronschwimmerin nach Monika Müller und Margit Schreib 1992 in Barcelona wieder an den Sommerspielen teilnehmen. Die Qualifikation für Los Angeles 2028 beginnt bei der WM im kommenden Jahr in Budapest und endet beim Weltcupfinale kurz vor Olympia. Wertungsrichter als Herausforderung Als Deutsche, die aus keiner der klassischen Synchronschwimmnationen kommt, müsse sie "tausendmal stärker" sein als ihre Konkurrentinnen, um "in die Köpfe der Wertungsrichter" zu kommen, hatte Bleyer im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) erklärt. Das gilt auch für das Duett, um bessere Chancen auf Olympia zu haben. In Paris waren Bleyer und Denisov, die erst seit dem Frühjahr ein festes Duo bilden, zwei Mal auf Platz sechs geschwommen. "Ich würde sagen, so kann es weitergehen", sagte Bleyer. Die Ergebnisse zeigen laut der Bochumerin, dass sie und Denisov bei den Wertungsrichtern gut ankommen. "Der Fokus ist auf dem Duett", betonte Bleyer auch nach ihrer Silbermedaille mit Blick auf die kommenden Monate und Jahre. Das Solo stehe aufgrund des großen Olympia-Traums etwas hinten an, aber das sei "auch okay". Bei der EM gilt diesem aber noch einmal die volle Konzentration. Am Dienstag (9.00 Uhr) bietet sich Bleyer in der Technischen Kür eine weitere Medaillenchance. Unsere Quellen: Sendung: WDR.de, "Klara Bleyer holt EM-Silber" , 03.08.2026 11:10 Uhr