System bei Trade Republic: „Ich muss Leute feuern, die gut sind, weil es die Regel ist“
Eigentlich mag er seine Aufgabe bei Trade Republic. Das Start-up hat Millionen von Menschen einen einfachen Zugang zum Aktienmarkt verschafft. Der Manager glaubt an das Produkt. Über die Führungskultur im Unternehmen aber will er reden.
Er will, dass mehr Leute erfahren, was die Firma, die ihm ein sechsstelliges Jahresgehalt bezahlt, von ihm verlangt. Hier kann nicht stehen, wie er heißt, wo er wohnt, wie alt er ist und was genau sein Job ist. Nur so viel: Er hat als Führungskraft bei Trade Republic detaillierten Einblick, wie die deutsche Neobank mit Sitz in Berlin-Mitte die rund 750 Mitarbeitenden behandelt. Denn er macht selbst dabei mit. „Ich muss Leute feuern, die gut sind, die wir brauchen. Einfach, weil es die Regel ist.“
Zweimal im Jahr werden alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Trade Republic in einem standardisierten Verfahren bewertet. Mitte Oktober ist es wieder so weit. Jede Top-Level-Führungskraft muss ihr Team in ein Raster einsortieren. Die Namen landen in grünen, grauen oder roten Kästchen. In die roten kommen die „Bottom-Performers“, Schlusslichter.
Wer so markiert wird, der oder die wird mit hoher Wahrscheinlichkeit bald nicht mehr bei Trade Republic arbeiten. Wer nicht gut genug „performt“, wird aussortiert – nach System.