DAX +0,75 % 25.897,98 Pkt 14:47:04 MDAX +0,19 % 30.482,69 Pkt 14:47:04 Euro Stoxx 50 -0,76 % 6.160,18 Pkt 14:46:30 Dow Jones -0,68 % 52.116,27 Pkt 15:02:04 S&P 500 -1,48 % 7.629,73 Pkt 15:01:59 Nasdaq -3,38 % 25.652,38 Pkt 15:02:00 Nikkei -2,12 % 63.290,11 Pkt 07:45:03 Gold -2,58 % 3.927,30 USD 14:52:03 Silber -5,25 % 49,45 USD 14:52:03 Brent -1,26 % 113,43 USD 14:52:04 WTI +2,04 % 104,08 USD 14:51:58 Bitcoin -1,11 % 76.912,34 USD 15:01:56 EUR/USD -0,08 % 1,11470 USD 15:01:43 EUR/GBP -0,48 % 0,83290 GBP 15:02:04 EUR/CHF -0,47 % 0,91930 CHF 15:02:04 EUR/JPY -0,41 % 175,346 JPY 15:02:04

Tag Donnerstag, 17. September 2026

Wirtschaft

08:49 Uhr

Auftragspolster der Industrie so dick wie nie

Der Auftragsbestand der deutschen Industrie hat ein neues Allzeithoch erreicht. Der Bestand an offenen Bestellungen wuchs im Juli inflationsbereinigt um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte. Die Auftragsbücher sind demnach aktuell so prall gefüllt wie noch nie seit Beginn dieser Statistik im Jahr 2015. Verglichen mit dem Vorjahresmonat legte der Bestand um 10,9 Prozent zu.

Das neue Allzeithoch ist laut Destatis überwiegend auf den hohen Auftragsbestand im Bereich "Sonstiger Fahrzeugbau" zurückzuführen. Dazu gehören Flugzeuge, Schiffe, Züge und auch Militärfahrzeuge. Ohne die Berücksichtigung des "Sonstigen Fahrzeugbaus" lag der Auftragsbestand deutlich unterhalb seines Höchststandes.

"Wegen des Fiskalpakets strahlt die Sonne bei der Auftragslage", sagte der Chefvolkswirt der Bank Bethmann HAL, Alexander Krüger, mit Verweis auf die staatlichen Investitionen in Infrastruktur und Sicherheit. Viel werde hier davon abhängen, ob Unternehmen Kapazitäten jetzt auch stärker auslasteten: "Die Rüstungsindustrie könnte den Anstoß für mehr Produktion auch in anderen Bereichen geben", meint der Experte.

Im Juli stieg die Reichweite des Auftragsbestands erstmals seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2015 auf 9,0 Monate, wie Destatis mitteilte. Im Juni lag dieser Wert noch bei 8,9 Monaten. Die Reichweite gibt an, wie viele Monate die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne Neugeschäft theoretisch produzieren müssten, um vorhandene Bestellungen abzuarbeiten.

08:31 Uhr

Anleger dürften Bilfinger für Prognosesenkung abstrafen

Händler erwarten Druck auf Bilfinger nach der gesenkten Prognose des Industriedienstleisters. Der Mannheimer Industriedienstleister hat die Hoffnung auf eine Aufholjagd im zweiten Halbjahr aufgegeben und am Vorabend angekündigt, weltweit 1500 Arbeitsplätze zu streichen.

Der Krieg hatte Bilfinger in diesem Jahr gebremst. Die Entwicklung sei im Sommer deutlich hinter den ursprünglichen Annahmen zurückgeblieben, weil der Iran-Krieg länger dauere als gedacht, räumte Bilfinger ein. Während die Umsatzprognose nur leicht gesenkt wurde, ging es bei der erwarteten Ebita-Marge kräftig nach unten auf 3,2 bis 3,6 von 5,8 bis 6,2 Prozent. Stützen dürfte allerdings, dass die Mittelfristziele bis 2030 bestätigt wurden.

Vorstandschef Thomas Schulz hatte auf eine Belebung des Geschäfts gesetzt, etwa durch den Wiederaufbau der Infrastruktur im Nahen Osten. Die Kunden hätten sich aber auch im dritten Quartal zurückgehalten - sowohl bei Neuaufträgen als auch beim Abruf von Leistungen aus bestehenden Rahmenverträgen. Das drücke auf die Renditen, weil Mitarbeiter nicht ausgelastet seien.

08:11 Uhr

Ölpreis fällt den zweiten Tag in Folge

Am Ölmarkt geben die Preise für Brent und WTI erneut leicht nach. Die Notierungen für das Nordsee- und das US-Öl fallen in der Spitze um mehr als ein Prozent auf 104,21 beziehungsweise 101,07 Dollar je Fass. Beide Kontrakte waren am Mittwoch bereits um etwa drei Dollar gefallen.

Berichte über alternative Lieferwege für Ölexporte aus Saudi-Arabien dämpften die Sorgen der Anleger über das Ausmaß der Versorgungsengpässe durch den Konflikt in Nahost. Etwas Hoffnung macht zudem, dass US-Präsident Donald Trump am Mittwoch erneut ein baldiges Ende des Iran-Krieges in Aussicht stellte. Nach der jüngsten Eskalation in dem Konflikt waren die Ölpreise Anfang der Woche auf den höchsten Stand seit vier Monaten gestiegen.

07:56 Uhr

"Tag nach der Fed-Sitzung ist fast immer volatil"

Händler rechnen an den Börsen in Europa mit einem freundlichen Start. Die Dax-Terminkontrakte liegen 144 Punkte höher. Treiber ist die Entscheidung der US-Notenbank, den Leitzins wie erwartet um 25 Basispunkte zu erhöhen. Ob die Börsen darauf nachhaltig im Plus bleiben, sei aber offen. "Am Tag nach einer Fed-Entscheidung ist es fast immer volatil", kommentiert ein Händler. Hinzu komme, dass am Freitag der Große Verfalltag an den internationalen Terminbörsen sei und Positionen angepasst werden müssten. Die Vorzeichen für die kommende Woche stünden dann aber auf Grün, einer Erleichterungsrally an den Aktien- und Anleihmärkten stehe nichts im Weg.

Die überwiegende Zahl der Analysten und Volkswirte kommentieren, dass der Hauptgrund für die Zinserhöhung der Fed die Aufrechterhaltung der eigenen Glaubwürdigkeit bei der Inflationsbekämpfung gewesen sei, so unter anderem Christian Scherrmann, Chefökonom USA bei DWS und Jean Boivin vom BlackRock Investment Institute. Bemerkenswert sei, dass die Entscheidung einstimmig gefallen sei, hebt Thomas Altmann von QC Partners hervor. Die Fed sende damit ein Zeichen der Geschlossenheit, auch an Präsident Donald Trump.

07:32 Uhr

US-Behörde knöpft sich Teslas Robotaxi ohne Bremspedal vor

Elon Musks Elektroautobauer Tesla hat Ärger mit der US-Verkehrsaufsicht nach dem Betriebsstart seines Robotaxis Cybercab ohne Lenkrad und Pedale. Die Behörde NHTSA verweist in einem Fragenkatalog unter anderem auf die Regel, dass Fahrzeuge im US-Straßenverkehr eine per Fuß bedienbare Bremse haben müssen - und will wissen, wie ein Cybercab ohne Pedale dieser Sicherheitsvorschrift entsprechen kann. Für eine Antwort bekam Tesla Zeit bis Ende September. Bei fortlaufender Regelverletzung drohen Strafen von bis zu 139 Millionen Dollar (121 Millionen Euro).

Tesla hatte nach einem in den USA üblichen Verfahren vor dem Betriebsstart einiger Cybercabs im texanischen Austin Anfang September selbst versichert, dass die Fahrzeuge den gängigen Verkehrssicherheits-Vorschriften entsprechen. Die NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) hatte sofort Fragen dazu. Denn eigentlich müssen alle Wagen auf US-Straßen ein Lenkrad und Pedale haben. Der führende Robotaxi-Anbieter Waymo etwa behielt die Steuerelemente in tausenden seiner Fahrzeuge bei, die ohne einen Menschen am Steuer unterwegs sind. Zum Beispiel Polizei oder Feuerwehr können darauf bei Bedarf zurückgreifen.

07:24 Uhr

BYD plant drei Fahrzeugwerke in Europa

Der chinesische Autobauer BYD benötigt für seine Wachstumspläne in Europa langfristig drei Fahrzeugwerke und eine Batteriefabrik. Dies sagte der Europa-Sonderberater des Unternehmens, Alfredo Altavilla, bei einer Präsentation in Turin. Um die anvisierten Volumenziele zu erreichen und gleichzeitig die Vorschriften der Europäischen Union (EU) einzuhalten, sei dieser Ausbau notwendig, erklärte er. Dies werde jedoch nicht über Nacht geschehen.

Derzeit fährt BYD die Produktion in seinem ersten europäischen Werk in Ungarn hoch. Eine Entscheidung über einen zweiten Produktionsstandort werde bis Ende des Jahres erwartet, sagte Altavilla weiter. Das Unternehmen wolle dafür lieber eine bestehende Anlage übernehmen und umrüsten, anstatt ein komplett neues Werk zu bauen. Zu den bevorzugten Standorten zählten dabei Spanien und Frankreich.

07:12 Uhr

Apfelkorn goes America? Whiskey-Hersteller will Berentzen übernehmen

Der deutsche Spirituosenhersteller Berentzen könnte bald aus den Vereinigten Staaten geführt werden. Wie der Finanzdienst Bloomberg berichtet und das Unternehmen am späten Dienstagabend per Ad-hoc-Mitteilung bestätigt hat, befindet sich die Berentzen-Gruppe aus dem niedersächsischen Haselünne in Verhandlungen über ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot. Interessent ist das US-Schwergewicht Sazerac Company mit Sitz in New Orleans.

Sazerac ist bekannt für Marken wie Southern Comfort Whiskey und Buffalo Trace Bourbon. Der Konzern hat laut "Wall Street Journal" in diesem Jahr bereits versucht, den Jack-Daniel's-Hersteller Brown-Forman für rund 15 Milliarden Dollar zu übernehmen. Nachdem dieser Versuch scheiterte, kaufte Sazerac zuletzt die britische Marke Au Vodka für umgerechnet rund 350 Millionen Euro.

Für Berentzen kommt das Interesse zu einem schwierigen Zeitpunkt. Der Hersteller von Berentzen Apfelkorn, Puschkin Vodka und Hansen Rum leidet unter einer schwachen Nachfrage nach Alkohol. Im ersten Halbjahr schrumpfte der Umsatz um elf Prozent auf 71 Millionen Euro, der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern brach um mehr als 80 Prozent auf rund 600.000 Euro ein. Die Jahresziele wurden nach unten korrigiert. Zuletzt war das Unternehmen an der Börse nur noch rund 35 Millionen Euro wert.

Die Nachricht sorgt am Morgen für einen Kurssprung. Die Aktie legte im frühen Handel an der Börse Hamburg um rund 24 Prozent auf 4,31 Euro zu und erreichte damit ein neues Jahreshoch. Das bisherige Zwölf-Monats-Hoch lag bei 4,10 Euro. Ob die Verhandlungen tatsächlich zu einer Einigung führen, ist nach Angaben des Unternehmens jedoch noch offen.

06:56 Uhr

Asien-Börsen suchen Richtung

An den Börsen in Asien zeigt sich am Morgen keine einheitliche Tendenz. Während etwa die Aktienmärkte in Tokio, Südkorea und Sydney von dem wieder gesunkenen Ölpreis profitieren, geht es an den chinesischen Börsen mit den Kursen nach unten. Marktteilnehmer verweisen auf die zuletzt überwiegend schwachen chinesischen Konjunkturdaten. Der Composite-Index in Shanghai fällt um 0,4 Prozent. Der Hang-Seng-Index in Hongkong gibt um 0,8 Prozent nach. Nachdem die US-Notenbank am späten Mittwoch den Leitzins um 25 Basispunkte angehoben hatte, zog die Hong Kong Monetary Authority HKMA am Donnerstag direkt nach und erhöhte ebenfalls die Zinsen. Der Hongkong-Dollar ist an den US-Dollar gekoppelt.

Die Zinserhöhung der US-Notenbank entsprach den Markterwartungen. Allerdings wurden die Kommentare des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh im Anschluss an den Entscheid als Andeutung weiterer Zinserhöhungen interpretiert. So habe er die hartnäckig hohe Inflation hervorgehoben. Die US-Börsen gerieten daraufhin unter Druck; die Anleiherenditen verharrten auf ihrem erhöhten Niveau. Nun warten Anleger heute gespannt auf die Zinsentscheidungen der Bank of England und der Bank of Japan am Freitag.

In Tokio gewinnt der Nikkei-225-Index derweil 0,5 Prozent. Der breiter gefasste Topix rückt um 0,8 Prozent vor. Der Kospi steigt in Seoul um 0,9 Prozent. Der Preis für ein Barrel Brentöl steht aktuell bei knapp 106 Dollar. Am Vortag kostete Brent zeitweise über 108 Dollar, ehe der Preis deutlicher unter Druck geriet. Ursächlich waren zum einen offizielle Daten zu den US-Rohölvorräten. Diese waren in der Vorwoche weniger stark gesunken als angenommen. Marktteilnehmer berichteten zudem von wiedererwachten Hoffnungen auf diplomatische Lösungen im Nahostkonflikt und ein Ende der Versorgungsengpässe.

06:30 Uhr

Das wird für den Dax heute wichtig

Vor der US-Zinsentscheidung am Abend hat der deutsche Aktienmarkt gestern etwas Auftrieb erhalten. Eine Erhöhung der Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte galt als eingepreist. Moderat positive Impulse lieferten die wieder gesunkenen Ölpreise, wenngleich es keine wirklichen Fortschritte bei der Lösung der Konflikte im Nahen Osten gibt. Immerhin stellte US-Energieminister Chris Wright eine schnelle Wiederinbetriebnahme einer wichtigen Ölpipeline in Saudi-Arabien in Aussicht.

Der Dax stand am Ende 0,53 Prozent im Plus bei 25.537,75 Punkten und bewegte sich damit weiterhin über der 100-Tage-Durchschnittslinie, die als Indikator für den mittel- bis längerfristigen Trend gilt. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen legte um 0,45 Prozent auf 31.276,77 Zähler zu.

Und was wird heute für den Dax wichtig? Mitten im Ringen um eine Sanierung von Europas größtem Autobauer trifft sich Vizekanzler und SPD-Co-Chef Lars Klingbeil mit Arbeitnehmervertretern am Stammwerk in Wolfsburg. Im Anschluss an die Gespräche will er sich gemeinsam mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies (SPD) und VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo äußern. Beide sitzen im Aufsichtsrat von Volkswagen. Der hatte Anfang September einen Sparplan beschlossen, der den Abbau von rund 50.000 Stellen umfasst und vier deutsche VW-Werke auf den Prüfstand stellt.

Im Streit um schärfere Kapitalvorschriften steht für die Schweizer Großbank UBS eine wichtige Abstimmung in der kleinen Parlamentskammer (Ständerat) an. Die Regierung in Bern will dem Institut nach dem Zusammenbruch der Credit Suisse zusätzliche Kernkapitalanforderungen von rund 20 Milliarden Dollar aufbürden, was die Bank strikt ablehnt. Bei dem Votum zeichnet sich nun neuer Gegenwind für das Geldhaus ab: Vertreter der FDP wollen das Vorhaben voraussichtlich an die Regierung zurückweisen, anstatt über einen für die UBS wesentlich sanfteren Gegenvorschlag abzustimmen.

Die Notenbank in London dürfte trotz des anhaltenden Inflationsschubs weiter stillhalten. Experten erwarten, dass die Bank of England (BoE) den Leitzins bei 3,75 Prozent belässt. Ein Großteil der Ökonomen geht davon aus, dass die Zentralbank bis zum Jahresende in Wartestellung bleibt. Trotz der zuletzt hohen Inflation von 2,9 Prozent sehen viele Experten derzeit keine Anzeichen dafür, dass der Ölpreisschub das Preisgefüge nachhaltig verändert und damit die BoE auf den Plan rufen würde.

Die japanische Ministerpräsidentin Sanae Takaichi hat eine Umbildung ihres Kabinetts angekündigt. Dabei dürfte sie ihren finanzmarkterfahrenen Finanzminister Satsuki Katayama im Amt belassen, um zu verhindern, dass ihre umfangreichen Ausgabenpläne einen weiteren Ausverkauf beim Yen und bei Staatsanleihen auslösen. Im Fokus steht die Zukunft des auf Wachstum ausgerichteten Wirtschaftsministers Minoru Kiuchi. Wenn auch dieser im Amt bliebe, sähen Analysten dies als Zeichen dafür, dass die Regierungschefin an ihrer expansiven Geld- und Fiskalpolitik festhält.

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