Tag Donnerstag, 20. August 2026
08:24 Uhr Dax dürfte schwächer starten Der Dax wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge etwas niedriger starten. Nachgebende US-Anleiherenditen sorgen an den Aktienmärkten zwar für Entspannung, die steigenden Ölpreise wirken dem aber entgegen. 08:06 Uhr Die Autobranche steht vor harten Tarifverhandlungen Der Autoindustrie drohen harte Auseinandersetzungen zwischen Konzernführung und Gewerkschaften. Nach "Handelsblatt"-Informationen wollen die Autokonzerne in der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie im Herbst darauf drängen, Sonderzahlungen zu streichen und teils die Arbeitszeit zu erhöhen. Man werde "in Deutschland bei allen Sonderzahlungen prüfen, welche wir uns weiterhin leisten können", schrieb das Management von Mercedes-Benz jüngst an die Beschäftigten. Aufsichtsratschef Martin Brudermüller forderte im Handelsblatt eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche. Auch Volkswagen und BMW planen Einschnitte. Die Arbeitnehmervertreter kündigen Widerstand an. "Angriffe auf die Entgelte und Arbeitszeiten der Beschäftigten sind Nebelkerzen, die vom eigenen Versagen bei den Zukunftsprodukten ablenken", sagte IG-Metall-Tarifvorständin Nadine Boguslawski. 07:38 Uhr Ifo-Chef sieht nach Zinsanstieg dringenden Handlungsbedarf Clemens Fuest fordert die Bundesregierung angesichts stark gestiegener Anleiherenditen zum Handeln auf. "Der Anstieg der Zinsen auf Staatsanleihen ist Ausdruck wachsender Sorge über steigende Staatsverschuldung und drohende höhere Inflation", sagte der Chef des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo. "Deutschland sollte eine überzeugende, mehrjährig angelegte Strategie zur Senkung der Staatsausgaben und zur Stärkung des Wirtschaftswachstums vorlegen." Dabei sollten investive Ausgaben allerdings geschont werden. "Das würde das Vertrauen in die deutschen Staatsfinanzen stärken und die Zinskosten senken", betonte Fuest. Die Renditen für Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit sind in dieser Woche auf rund 3,3 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit mehr als 15 Jahren gestiegen. Höhere Renditen sind für Finanzminister Lars Klingbeil eine schlechte Nachricht, da sie die Aufnahme neuer Schulden verteuern und den Spielraum für andere Ausgaben wie Investitionen oder Sozialleistungen einschränken. Als ein Auslöser des globalen Renditeanstiegs gilt die Sorge über eine Eskalation des Konflikts im Nahen Osten. Anleger befürchten, dass ein längerer Iran-Krieg die Energiepreise und damit die Inflation hochhalten könnte. Dies könnte etwa die Europäische Zentralbank (EZB) zu weiteren Zinserhöhungen zwingen, um die Teuerung zu bekämpfen. Hinzu kommt eine hohe Verschuldung in Deutschland angesichts milliardenschwerer Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung. Ein weiterer Faktor dahinter ist der wachsende Konkurrenzdruck durch enorme Anleiheemissionen großer US-Technologiekonzerne, die ebenfalls um das Geld der Investoren werben. Dies treibt vor allem in den USA die Renditen 07:08 Uhr Ölpreise klettern weiter Die Ölpreise legen zu. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuert sich um 0,3 Prozent auf 91,94 Dollar. Händler verwiesen auf Daten, wonach sich die Schifffahrt durch die Straße von Hormus wegen der Blockade im Iran-Krieg verlangsamt habe. Das US-Öl WTI notiert 0,1 Prozent im Plus bei 85,98 Dollar. In den vergangenen zwei Wochen haben die Ölpreise um rund 15 Prozent zugelegt. Der Ölmarkt dürfte seinen allmählichen Aufwärtstrend beibehalten, sagt Hiroyuki Kikukawa, Chefstratege von Nissan Securities Investment. 06:49 Uhr Eingreifen der USA beruhigt Anleger Eine Intervention des US-Finanzministeriums zur Stützung des Anleihemarktes hat die Nerven der Anleger beruhigt und beflügelt die Aktienmärkte. Das US-Finanzministerium hatte angekündigt, die Rückkäufe von langlaufenden Staatsanleihen zu verdoppeln. Damit will es dem jüngsten Ausverkauf entgegenwirken, der die Rendite der 30-jährigen US-Anleihe auf den höchsten Stand seit 2007 getrieben hatte. Daraufhin gaben die Renditen nicht nur der Anleihen der USA nach, sondern auch die anderer Länder wie etwa Deutschland und Japan. Die Börse in Tokio legt deutlich zu: Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index steigt um 1,2 Prozent. Die Börse in Shanghai gewinnt 0,2 Prozent. 06:30 Uhr Das wird heute für den Dax wichtig Die Unsicherheit unter den Anlegern wegen steigender Anleihezinsen und der problematischen Lage in Nahost hat auch gestern weiterhin angehalten. Nach zwei schwachen Handelstagen war beim Dax angesichts letztlich nur geringer Abgaben aber ein Hauch von Stabilisierung erkennbar. Die Anfang August erstmals passierte Marke von 26.000 Punkten geriet zunächst nicht in Gefahr. Der deutsche Leitindex ging 0,14 Prozent tiefer bei 26.091,33 Punkten aus dem Handel. Und was wird heute für den Dax wichtig? Die Bundesbank legt ihren Monatsbericht vor. Darin wird die Wirtschaftslage in Deutschland im August und somit Mitte des dritten Quartals beleuchtet. Die Konjunktur hat sich im zweiten Quartal trotz der Belastungen durch den Iran-Krieg als überraschend robust erwiesen: Das Bruttoinlandsprodukt legte um 0,2 Prozent zu, womit sich die deutsche Wirtschaft in der Wachstumsspur hielt. Außerdem dürften in China die Referenzzinssätze für Kredite (LPR) heute den 15. Monat in Folge unverändert bleiben. In einer Reuters-Umfrage gehen alle 25 befragten Experten davon aus, dass der einjährige LPR bei 3,00 Prozent und der fünfjährige bei 3,50 Prozent verharren wird. Zwar deuten jüngste Konjunkturdaten auf eine anhaltende Schwäche der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hin. Analysten rechnen zur Stützung der Wirtschaft jedoch eher mit fiskalpolitischen Maßnahmen der Regierung als mit einer weiteren geldpolitischen Lockerung.