Tagesgeld bis 4,50 %
Am 29. Oktober 2026 entscheidet die EZB über die Leitzinsen, eine weitere Anhebung erwartet der Markt vorerst nicht. Wer sich einen Aktionszins von bis zu 4,50 Prozent sichern will, sollte deshalb nicht auf steigende Zinsen warten. Biallo zeigt die fünf besten Angebote nach Zinssatz und nach Ertrag.
Kommende Woche findet die nächste Sitzung des Rates der Europäischen Zentralbank (EZB) statt und viele Sparerinnen und Sparer stellen sich die Frage: Lohnt es sich, jetzt einen Aktionszins festzuzurren, oder sollten sie auf weiter steigende Zinsen warten?
Aktuell liegen die höchsten Aktionszinsen deutlich über dem EZB-Zins und dem Marktdurchschnitt. Der Biallo-Index für Tagesgeld liegt bei einer Anlagesumme von 10.000 Euro derzeit bei 1,831 Prozent pro Jahr. Die Spitzenangebote bieten mehr als das Doppelte. Allerdings gilt es dabei, genau hinzusehen, denn die hohen Sätze sind fast immer zeitlich befristete Aktionen für Neukunden.
EZB-Sitzung am 29. Oktober: Der Markt erwartet eine Zinspause
Die EZB dürfte den Einlagensatz am 29. Oktober 2026 nach Einschätzung von Analysten unverändert bei 2,50 Prozent belassen. Diesen Satz hat die Notenbank zuletzt mit Wirkung zum 16. September 2026 auf 2,50 Prozent angehoben, nach einem Zwischenschritt auf 2,25 Prozent im Juni. Der Einlagensatz ist für Sparerinnen und Sparer der maßgebliche Zinssatz, weil er steuert, was Banken für über Nacht geparktes Geld bei der EZB erhalten.
Für Sparer heißt das: Von der Oktober-Sitzung ist kein zusätzlicher Schub bei den Sparzinsen zu erwarten. Wer auf noch höhere Tagesgeldzinsen spekuliert, setzt eher auf kommende Zinsanhebungen. Bei der EZB-Sitzung im Dezember rechnen etliche Beobachter mit einem weiteren Zinsschritt nach oben. Sicher ist das allerdings nicht. Entscheidend für die EZB sind die Inflation und deren wichtigster Treiber der Teuerung die hohen Energiepreise. Insofern wird auch in den kommenden Wochen vieles von den Entwicklungen im Nahen Osten abhängen.
Die fünf besten Tagesgeldangebote nach Zinssatz
Wer sich vor diesem Hintergrund die aktuell besten Zinsen für sofort verfügbares Geld sichern möchte, findet im Tagesgeld-Vergleich von Biallo mehrere Angebote mit vier Prozent Zinsen und mehr. Den höchsten Zinssatz gibt es derzeit bei xtb mit 4,50 Prozent Willkommenszins. Das Angebot ist allerdings kein klassisches Tagesgeld.
Top-Tagesgeld-Angebote, sortiert nach Aktionszins, Anlagesumme 10.000 Euro
für Neukunden; Quelle: Angaben der Anbieter; Anlagesumme 10.000 Euro; Stand: 23. Oktober 2026
Beim Advanziakonto gilt der Aktionszins ab einer Anlage von 5.000 Euro. Wichtig ist der Blick auf den Basiszins: Bei xtb fällt der Satz nach drei Monaten auf 1,10 Prozent, bei Revolut nach vier Monaten auf 1,25 Prozent. Die Crédit Agricole Savings hält mit 2,50 Prozent danach den höchsten Grundzins der Gruppe. Bei drei der fünf Anbieter greift eine ausländische Einlagensicherung.
Top-Angebote nach Zinsertrag
Über sechs Monate bringt die DISTINGO Bank bei 10.000 Euro den höchsten Zinsertrag. Weil hier nicht der nominale Zinssatz allein zählt, sondern die Kombination aus Höhe und Aktionsdauer, verschiebt sich die Rangfolge gegenüber der ersten Tabelle. Ein hoher Satz über nur drei oder vier Monate kann über sechs Monate gerechnet weniger bringen als ein etwas niedrigerer Satz, der die vollen sechs Monate läuft.
Top-Tagesgeld-Angebote, sortiert nach Zinsertrag für sechs Monate, Anlagesumme 10.000 Euro
Quelle: Angaben der Anbieter, Biallo-Vergleichsrechner; Anlagesumme 10.000 Euro; Stand: 23. Oktober 2026
Das zeigt sich am Beispiel der Crédit Agricole Savings: Mit 4,10 Prozent hat sie in der Tabelle den höchsten Zinssatz, landet beim Ertrag über sechs Monate aber auf dem letzten Platz, weil die Aktion nur vier Monate läuft. Das Tagesgeld der DISTINGO Bank bringt mit 3,95 Prozent über volle sechs Monate hingegen den höchsten Ertrag von 199,13 Euro. Unter den Anbietern mit deutscher Einlagensicherung liegt die Volkswagen Bank mit 188,97 Euro vorn. Unabhängig von der Höhe des Ertrags liegen alle Aktions-Angebote sowie beinahe alle Basiszinsen dieser Gruppe über dem Biallo-Index von 1,831 Prozent.
Warten auf die EZB lohnt sich derzeit nicht
Da der Markt für den 29. Oktober keine Zinsanhebung durch die EZB erwartet, spricht wenig dafür, mit dem Abschluss eines Tagesgeldkontos zu warten. Die Spitzenangebote mit bis zu 4,50 Prozent liegen schon jetzt weit über dem Biallo-Index. Ein möglicher Zinsschritt im Dezember ist nicht sicher, und selbst wenn er kommt, müsste er den heutigen Vorsprung eines Aktionszinses erst einholen.
Zwei Dinge sollten Sie vor dem Abschluss prüfen. Erstens den Basiszins: Nach Ablauf der Aktion fällt der Satz teils deutlich, etwa bei der Volkswagen Bank auf 1,00 Prozent. Nach der Aktionsphase lohnt sich deshalb ein erneuter Vergleich oder ein Wechsel. Zweitens die Einlagensicherung: Mehrere Spitzenangebote laufen über ausländische Sicherungssysteme in Frankreich, Spanien, Luxemburg oder den Niederlanden. Diese greifen zwar EU-weit bis 100.000 Euro, im Ernstfall liefe die Entschädigung aber über das jeweilige Land. Wer ausschließlich die deutsche Einlagensicherung will, findet sie beispielsweise bei Revolut und der Volkswagen Bank.
Häufige Fragen zum Tagesgeld vor der EZB-Sitzung