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Taktiken in der „Todeszone“: So sieht die Realität an der Front im Ukraine-Krieg aus

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Startseite Politik Taktiken in der „Todeszone“: So sieht die Realität an der Front im Ukraine-Krieg aus Von: Fabian Hartmann Uns auf Google folgen Drohnen und KI haben den Ukraine-Krieg entscheidend verändert. Wie aber wirkt sich das auf Soldaten in der wenige Kilometer schmalen „Todeszone“ aus? Donezk/Saporischschja – Zu Beginn des Jahres überholte der Ukraine-Krieg den Zweiten Weltkrieg in seiner Dauer, am 10. Juni dann auch den 1566 Tage andauernden Ersten Weltkrieg. Tagesaktuell sind 1614 Tage seit der von Wladimir Putin angeordneten Invasion der Ukraine vergangen – von einem möglichen Ende scheint er jedoch immer noch weit entfernt. Über vier Jahre nach Kriegsbeginn hält Russland immer noch knapp 20 Prozent ukrainischen Territoriums besetzt, nachdem 2025 ein Zuwachs von knapp 5000 Quadratkilometern verzeichnet wurde, wie der Global Conflict Tracker des unabhängigen Council on Foreign Relations (CFR) informiert. Im April dieses Jahres jedoch büßten Russlands Streitkräfte dem Institute for the Study of War (ISW) erstmals seit 2024 mehr Gebiete ein, als erobert werden konnten. Unterdessen halten die ukrainischen Streitkräfte weiter mit Drohnenangriffen auf Russlands Öldepots und die militärische Infrastruktur dagegen. Zuletzt geriet auch Moskau immer mehr ins ukrainische Fadenkreuz. Die florierende ukrainische Rüstungsindustrie mit KI-Fokus und vielen Experten in der Branche bringt immer neue Start-ups hervor. Und sie sorgt dafür, dass die Kriegsführung an der Front im Ukraine-Krieg in Tausenden Tagen erbitterter Gefechte inzwischen eine ganz andere ist als zu Kriegsbeginn. Beide Seiten im Ukraine-Krieg mussten ihre Taktiken in vier Kriegsjahren entscheidend ändern Sie reicht von der südlichen ukrainischen Provinz Cherson über Saporischschja bis in die ostukrainischen – von Russland besetzten – Gebiete Donezk und Luhansk. Auf insgesamt rund 1200 Kilometern erstreckt sich hier die Frontlinie des Ukraine-Kriegs, an der in den vergangenen vier Jahren Krieg immer wieder immense taktische Änderungen vorgenommen wurden. Die gewichtigsten Effekte gingen vom immer stärkeren Einsatz von Drohnen aus, die das Gesicht des Ukraine-Kriegs grundlegend verändern sollten: So ist der Krieg, der mittlerweile bereits in sein fünftes Jahr geht, zum ersten großen Konflikt geworden, der von unbemannten Luftfahrzeugen dominiert wird. Setzten die Generalstäbe der russischen und ukrainischen Armeen in den ersten Kriegsmonaten noch vermehrt auf Konzentrationen von Gerätschaften und Truppen an verschiedenen Gebieten entlang der Front, sind diese dort nun nicht mehr anzutreffen. Denn beide Armeen mussten ihre altbewährten Taktiken aufgeben. Stattdessen füllen Drohnen den Himmel entlang der sogenannten Todeszone: einem vergleichsweise schmalen, an den meisten Stellen etwa 30 Kilometer schmalen Landstreifen, der sich über die Kontaktlinie erstreckt. In diesem Korridor spielt sich schon seit Monaten ein gegenseitiges – und nicht selten tödliches – Versteckspiel russischer und ukrainischer Truppen ab. Ein Schwerpunkt an der Front im Ukraine-Krieg liegt auf dem Verstecken vor feindlichen Drohnen und dem Ausspähen feindlicher Positionen Einer Frontlinien-Rekonstruktion der Nachrichtenagentur Reuters zufolge sind die Soldaten beider Kriegsparteien durch den massiven Drohneneinsatz gezwungen, einzeln, in Zweier- oder Dreierteams in winzigen, unterirdisch ausgehobenen Schächten vor dem Feind unterzutauchen. Und das oftmals wochenlang. Die Soldaten vermeiden direkte Gefechte, denn das würde ihre Position entlang der Frontlinie auffliegen lassen. Stattdessen fungieren Infanteristen als Späher, die Drohnen herbeirufen, wenn sie feindliche Positionen ausgemacht zu haben scheinen, wie ein Offizier der führenden ukrainischen Drohnenbrigade „Madyar’s Birds“ gegenüber Reuters betonte. Die Drohnen werden von Piloten gesteuert, die sich in der Kampfzone oder weiter entfernt verstecken. Viele sind Fluggeräte mit First-Person-View (FPV), die es dem Piloten ermöglichen, ein Echtzeitbild aus der Perspektive der Drohne selbst zu sehen, während er sie steuert. Gesteuert werden sie zumeist über Funksignale oder über lange, ultradünne Glasfaserkabel, die sich hinter den Drohnen erstrecken. So agieren Russland und die Ukraine auf ihren Seiten der „Todeszone“ Auf Russlands Seite der Todeszone liegt der taktische Schwerpunkt primär auf direkten Angriffen, um Gebietsgewinne zu ermöglichen. Doch diese sind ein allzu gefährliches Unterfangen, dessen Möglichkeit für Gebietsgewinne die gravierenden Risiken für personelle Verluste kaum austarieren kann. Die Streitkräfte Wolodymyr Selenskyjs dagegen sind der Reuters-Rekonstruktion vorwiegend darauf fokussiert, Versorgungslinien aufrechtzuerhalten, Truppen rotieren zu lassen und – wenn nötig – eigenes Personal zu evakuieren. Seit Kriegsbeginn schon spielt der ukrainische Personalmangel Russland bei seinen Angriffsversuchen in die Karten – und auch in der sogenannten Todeszone zeigt er seine Effekte. Seinetwegen sind die ukrainischen Frontstellungen weit vertstreut, und der Wechsel zwischen direktem Frontgeschehen und der Organisation von Nachschub an den Versorgungslinien birgt Risiken, weshalb Infanteristen ihre Verstecke nur selten verlassen. Serhii Krynitskyi, ein ukrainischer Soldat, berichtete Reuters etwa, dass er mehr als 300 Tage an einer einzigen Position verbracht habe. (Quellen: Council of Foreign Relations, Institute for the Study of War, Reuters) (fh)

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