Tankrabatt: Autofahrer spüren Steuerersparnis von 17 Cent kaum
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Preisnachlass an der Zapfsäule Autofahrer spüren Entlastung durch Tankrabatt kaum
17 Cent weniger Steuern pro Liter, aber die Leute merken es nicht einmal: Der Tankrabatt kommt laut einer Umfrage in der Bevölkerung nicht so an wie erhofft. Wie viel Autofahrer im Schnitt sparen.
20.10.2026, 11.59 Uhr
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Wenn die Bundesregierung gehofft hat, mit dem neuen Tankrabatt in der Gunst der Wählerinnen und Wähler zu steigen, ist die Rechnung offenbar nicht aufgegangen. Seit Anfang Oktober kassiert der Staat knapp 17 Cent weniger Steuern auf den Liter Sprit – doch die Mehrheit der Autofahrer nimmt den Tankrabatt gefühlt nicht als deutliche Entlastung wahr.
Sieben von zehn Autofahrerinnen und Autofahrern gaben in einer repräsentativen Umfrage an, für sie sei Tanken nicht spürbar günstiger geworden. Die Befragung des Meinungsforschungsinstituts Civey hatte das Nachrichtenportal »Web.de News« in Auftrag gegeben.
Auf die Frage, ob sich das Tanken durch die Steuersenkung spürbar verbilligt habe, antworteten 69 Prozent der 5000 Befragten mit »Nein, auf keinen Fall« oder »Eher nein«. Nur knapp ein Viertel (24 Prozent) gab an, eine Entlastung zu bemerken. 7 Prozent antworteten mit »Weiß nicht«.
Unterschied zwischen Jung und Alt
In dünn besiedelten Regionen nehmen rund drei Viertel der Autofahrer (73 Prozent) keine spürbare Entlastung wahr, in dicht besiedelten Gebieten sind es knapp zwei Drittel (62 Prozent).
Auffällig sind auch die Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Unter den 18- bis 29-Jährigen sieht fast die Hälfte (45 Prozent) eine spürbare Verbilligung. Bei den 30- bis 39-Jährigen sinkt dieser Anteil auf 29 Prozent, bei Autofahrern von 40 bis 64 Jahren beträgt er nur noch 18 Prozent, bei den über 64-Jährigen sind es 19 Prozent.
Der Tankrabatt gilt als umstritten. Kritiker monieren etwa, dass die Ersparnis falsche Anreize setze und Mineralkonzerne an der Steuersenkung mitverdienten. So hatten Wirtschaftsexperten der Institute Ifo und DIW unabhängig von der persönlichen Wahrnehmung kürzlich vorgerechnet, dass die Steuersenkung nur zu einem Teil an die Autofahrer weitergegeben wurde. Das DIW hat für die ersten 18 Tage eine Weitergabe von rund zwei Dritteln errechnet. Das Ifo kommt für die ersten 13 Tage und mit leicht anderer Methodik auf eine etwas höhere Weitergabe.
Ersparnis hält sich in Grenzen
Selbst wenn die Steuersenkung vollständig weitergegeben würde, wäre die Ersparnis laut den Berechnungen gering: Ein typisches Auto wird in Deutschland laut Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts rund 900 Kilometer pro Monat bewegt. Geht man von einem Verbrauch von 7 bis 8 Litern auf 100 Kilometer aus, spart der durchschnittliche Verbrennerfahrer durch den Rabatt auf die vollen drei Monate gerechnet also grob 32 bis 36 Euro. Je nach Fahrleistung und Verbrauch kann der Wert aber teils deutlich abweichen.
In der vergangenen Woche ist Benzin der Sorte E10 laut Daten des ADAC rund 4 Cent billiger geworden, Diesel um 1 Cent. Ein Liter E10 kostete demnach im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Montags 2,107 Euro, ein Liter Diesel 2,249 Euro. Das waren 13,5 beziehungsweise 14,1 Cent weniger als am letzten Tag vor Beginn des Tankrabatts. Allerdings waren die Preise bereits kurz vor dem Start teilweise gesunken.
Tankrabatt? Die meisten Deutschen wollen andere Hilfen gegen hohe Spritpreise, zeigt eine SPIEGEL-Umfrage. Mehr dazu lesen Sie hier.
koe/dpa