Tankrabatt: Spritpreise steigen nach Tankrabatt-Ende stark an
Die Spritpreise sind mit dem Ende des Tankrabatts stark gestiegen. Wie der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) mitteilte, war Superbenzin der Sorte E10 um 8 Uhr am Morgen 13,4 Cent teurer als zur gleichen Zeit am Vortag. Bei Diesel fiel der Anstieg demnach mit 15,6 Cent noch stärker aus. Der Tankrabatt galt in den Monaten Mai und Juni. Der Staat war in früheren Schätzungen von Steuermindereinnahmen von rund 1,6 Milliarden Euro ausgegangen. Mit Ende Juni war der Steuerrabatt um Mitternacht dann in Höhe von 16,7 Cent pro Liter auf Kraftstoff bei der Lieferung an die Tankstelle ausgelaufen. Aufgrund der 12-Uhr-Regelung dürfen Tankstellen nur noch einmal am Tag die Preise erhöhen. In der Nacht konnten sie ihre Preise daher nicht anpassen. Offensichtlich senkten viele ihre Preise aber nach dem hohen Preissprung nur wenig. Seit der Einführung der 12-Uhr-Regel ist ein Preissprung am Mittag üblich geworden. In der Regel sinken die Preise jedoch bereits am Nachmittag stark und erreichen am Vormittag ihr Tagestief. Teilweise betrug diese Preisschwankung etwa 20 Cent. Nun fiel sie aber sehr niedrig aus. Durch den ausgebliebenen Rückgang vergrößerte sich der Preissprung im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt am Vortag. Am frühen Nachmittag des Vortags waren es laut ADAC fünf bis sieben Cent, am Abend bereits 12 bis 15 Cent. ADAC kritisiert Vorgehen Damit kostete ein Liter Superbenzin der Sorte E10 um 8.00 Uhr im bundesweiten Durchschnitt 1,971 Euro, ein Liter Diesel 1,913 Euro. Sollten sich die Preise im Laufe des Tages wieder ähnlich entwickeln wie in den letzten Monaten, dann dürfte zumindest der Benzinpreis wieder über 2 Euro pro Liter steigen. Sicher ist das jedoch nicht. Vonseiten des ADAC hieß es, die Rücknahme des Tankrabatts sei damit ungerechtfertigt vorweggenommen worden. Das Vorgehen sei fragwürdig, »denn noch befindet sich vielerorts günstiger versteuerter Kraftstoff in den Tanks der Tankstellen«. Daher hätten die Preise nicht schon am letzten Junitag so deutlich steigen dürfen. Am Morgen gab es noch vereinzelt Tankstellen, die einen Liter Kraftstoff für weniger als 1,80 Euro anboten, vor allem Diesel. Mit der Preiserhöhung am Nachmittag dürften diese Angebote jedoch verschwinden. Verbände und Gewerkschaften fordern Alternativen Ein Bündnis verschiedener Verbände und Gewerkschaften begrüßte das Auslaufen der Maßnahmen. Es sei richtig, »dass diese kurzfristige und teure Entlastungsmaßnahme mit begrenzter sozial gerechter Wirkung nicht fortgeführt wird«. Der Zusammenschluss forderte hingegen »ein Mobilitätsgeld, das Menschen unabhängig vom Verkehrsmittel und gezielt nach ihrem tatsächlichen Bedarf unterstützt«. Gewerkschaften und Verbänden zufolge führte die Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe nicht zu einer verlässlichen und zielgenauen Entlastung. Diese sei nicht vollständig an Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben worden und regional unterschiedlich ausgefallen. Auch in Bezug auf Fragen der sozialen Gerechtigkeit übte das Bündnis Kritik: »Gleichzeitig profitierten Menschen ohne eigenes Auto oder mit geringem Einkommen kaum oder gar nicht von der Maßnahme.«