Taschendiebstahl in Berlin: Diese Tricks sollten Sie kennen
Potsdam – Veronika (82) schlendert durch die Bahnhofspassage. Plötzlich bekommt sie einen Schreck: Es klebt ein Sticker an ihrer Handtasche. Jemand ist ihr offenbar so nah gekommen, dass er den Sticker an die Tasche kleben konnte. Wer das unbemerkt tun kann, der kann auch das Handy oder die Geldbörse aus der Tasche klauen. „Ich habe nicht gemerkt, dass jemand so dicht um mich herum war“, sagt die Rentnerin. Und genau darum geht’s.
Polizei Berlin , Polizei Brandenburg und Bundespolizei wollen in dieser Woche darauf aufmerksam machen, wie Taschendiebe vorgehen und wie schnell es Opfer treffen kann.
Allein in Berlin wurden zuletzt mehr als 13.600 Taschendiebstähle innerhalb eines Jahres registriert. Hinter vielen Taten stecken laut Ermittlern professionell organisierte Banden aus Süd- und Osteuropa.
Am Potsdamer Hauptbahnhof führen Polizisten die bekanntesten Tricks der Täter vor. Ein Dieb lenkt sein Opfer mit einem Gespräch ab, während der Komplize zugreift. Beim Karten-Trick wird eine Karte über ein auf dem Tisch liegendes Handy gelegt. Beim Weggehen verschwindet das Smartphone gleich mit.
Neue Masche mit falscher Halskette
Neben den bekannten Tricks warnt das Berliner Landeskriminalamt vor einer besonders perfiden Masche. Vor allem ältere Menschen werden dabei aus einem Auto heraus nach dem Weg gefragt. Zum Dank gibt es eine Umarmung.
Währenddessen stehlen die Täter die echte Halskette des Opfers und ersetzen sie durch billigen Schmuck. „Die Täter sind entsprechend geübt und teilweise arbeitsteilig unterwegs“, sagt LKA-Ermittler Rodion Makufke zu B.Z.
Bärbel wurde in der Straßenbahn beklaut
Wie schnell das gehen kann, weiß Bärbel (71). „Ich wurde schon mal in der Straßenbahn beklaut. Die Bahn war voll, es wurde gedrängelt“, sagt sie zu B.Z. Erst später bemerkte sie ihre offene Tasche.
Auch Gundula (72) kennt einen Fall aus ihrem Umfeld. Ihre Nachbarin sei im Supermarkt bestohlen worden, anschließend sei Geld vom Konto verschwunden. Gundula trägt ihre Handtasche deshalb „vor dem Bauch“ und hält zusätzlich die Hand davor.
Polizei rät: Tasche nach vorne
Ein Berliner Hauptkommissar rät, Taschen körpernah aufzubewahren und Reißverschlüsse zu schließen.
Besonders ältere Menschen geraten laut Polizei auch in Supermärkten ins Visier, wenn Handtaschen unbeaufsichtigt am Einkaufswagen oder Rollator hängen.
Denn Veronikas Erlebnis zeigt: Manchmal merkt man erst, wie nah einem jemand gekommen ist, wenn es schon zu spät sein könnte.