Tausende Android-Smartphones betroffen: Schadsoftware bereits ab Werk an Bord
Tausende Android-Smartphones mit vorinstallierter Malware wurden in mehr als 150 Ländern verkauft. Betroffen sind sowohl günstige Geräte als auch vermeintliche Marken-Handys, hinter denen sich einfache Billigmodelle verbergen. Das Sicherheitsunternehmen Bitdefender hat die verantwortliche Hacker-Kampagne namens „Midnight Mimosa“ im Rahmen einer Studie untersucht.
Malware in Android-Handys arbeitet unbemerkt im Hintergrund
Besonders häufig entdeckten die Experten die betroffenen Smartphones in Mexiko, Frankreich und Italien. Dahinter lagen die USA, Deutschland, Brasilien und Spanien. Laut Bitdefender ist die Malware fest in der Geräte-Software verankert und benötigt keine bestimmte Aktion der Nutzer, um aktiv zu werden. Eine Entfernung mit herkömmlichen Methoden sei kaum möglich.
Die Kriminellen nutzen die Geräte unter anderem, um im Hintergrund Werbung aufzurufen und mit vorgetäuschten Klicks Geld zu verdienen. Zudem können die Angreifer weitere schädliche Anwendungen installieren, Berechtigungen vergeben und bereits vorhandene Apps verändern oder löschen.
Android-Schadsoftware liest SMS und kann sogar Nachrichten verschicken
Durch ihre weitreichenden Zugriffsrechte können die Hacker auch Informationen über das Gerät sammeln und es in ein Netzwerk ferngesteuerter Smartphones einbinden. Darüber hinaus ist die Schadsoftware in der Lage, SMS zu lesen und im Namen der Betroffenen zu versenden. Bei der Installation weiterer Schadprogramme kann die manipulierte Systemkomponente zudem vorübergehend die Schutzfunktion von Google Play Protect abschalten.
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Bitdefender entdeckt getarnte Schadsoftware in Android-Systemdatei
Aufgefallen ist die Kampagne durch eine Sicherheitsfunktion von Bitdefender Mobile Security, die eine ungewöhnliche Systemdatei namens „com.android.system.lite“ meldete. Obwohl die Datei wie eine gewöhnliche Android-Komponente aussah, zeigte sie ein auffälliges Verhalten.
Bei einigen Geräten fanden die Analysten von Bitdefender Zertifikate eines Hardwareherstellers aus der chinesischen Stadt Shenzhen. Die Experten konnten jedoch nicht feststellen, an welcher Stelle der Lieferkette die Schadsoftware auf die Smartphones gelangte oder wer dafür verantwortlich ist.
Bundesnetzagentur warnt vor Händlern außerhalb der EU
Günstige Angebote können verlockend sein, bergen jedoch auch erhebliche Risiken, wie dieser Fall zeigt. Die Bundesnetzagentur rät deshalb zu besonderer Vorsicht bei auffällig niedrigen Preisen sowie beim Kauf über Plattformen und Webseiten aus Nicht-EU-Staaten.
Händler aus Drittstaaten nutzen häufig Versand- und Logistikdienstleister innerhalb Europas. Diese Unternehmen übernehmen jedoch in der Regel keine Verantwortung für gefährliche oder nicht den EU-Vorschriften entsprechende Produkte. Vor dem Kauf sollte daher geprüft werden, von wo das Produkt versendet wird und ob ein Ansprechpartner innerhalb der EU erreichbar ist.