DAX +1,39 % 25.968,24 Pkt 15:11:43 MDAX +0,62 % 32.417,69 Pkt 15:11:43 Euro Stoxx 50 +0,78 % 6.407,44 Pkt 15:11:30 Dow Jones +1,73 % 52.485,03 Pkt 23:22:18 S&P 500 +2,37 % 7.489,72 Pkt 23:22:12 Nasdaq +3,81 % 25.373,85 Pkt 23:15:59 Nikkei -0,94 % 63.754,90 Pkt 08:45:03 Gold -0,30 % 4.094,70 USD 15:16:41 Silber -1,45 % 56,95 USD 15:16:35 Brent -5,14 % 83,41 USD 15:16:40 WTI -6,52 % 79,15 USD 15:16:42 Bitcoin -1,12 % 62.768,01 USD 15:26:40 EUR/USD +0,04 % 1,15290 USD 15:25:55 EUR/GBP +0,02 % 0,85620 GBP 15:26:34 EUR/CHF +0,43 % 0,93270 CHF 15:26:43 EUR/JPY -2,23 % 180,463 JPY 15:26:43

Tausende Bitcoin-Wallets gehackt: Rund 75 Millionen Euro erbeutet

Technologie

Coldcard ist ein Hardware-Wallet, mit dem Nutzer ihre Bitcoins in sogenannten Cold Wallets sichern können. Diese gelten als besonders sicher, weil sie vom Internet getrennt sind. Ein Softwarefehler in den Coldcard-Geräten führte jedoch dazu, dass die erzeugte „Seed Phrase“ – eine lange Folge von Wörtern, mit der sich Zugriff auf ein Wallet erlangen lässt – vorhersagbar war. Das geht aus einem Bericht des Engineering-Teams von Block Inc. hervor. „Das entlarvt den Irrglauben, dass Kryptowährungen sicher sind, nur weil sie offline gespeichert werden“, sagte Aneirin Flynn, Chef des Cybersicherheitsunternehmens Failsafe. „Das Gerät erzeugt lediglich Ihre Passwörter. Wenn die zugrunde liegende Mathematik fehlerhaft ist, lassen sich diese Passwörter zurückberechnen.“ Für einige Nutzer waren die ersten Berichte über die Angriffe zunächst kaum vorstellbar. Jonathan Goodman, einer der Betroffenen, sagte, er sei zunächst davon ausgegangen, dass er nicht betroffen sei, habe sein Wallet aber dennoch überprüft. „In dem Moment, als es geladen wurde, wusste ich, dass ich erledigt bin, weil ich die roten Abbuchungslinien sah“, sagte er Bloomberg. „Zwischen 21:36 Uhr und 21:43 Uhr am 29. Juli wurden alle drei meiner Wallets vollständig geleert.“ Nach Angaben von Block lag der Kern des Problems in der Art und Weise, wie Coinkite den Zufallszahlengenerator bei der Erstellung der Seed Phrases implementierte. Echte Zufälligkeit ist ein zentraler Bestandteil kryptografischer Sicherheit. Bei Coldcard-Wallets gab es jedoch einen Ausweichmechanismus, der dazu führte, dass Schlüssel anhand deterministischer Werte wie der Seriennummer des Geräts erzeugt wurden. Dadurch konnten Angreifer die Schlüssel systematisch neu berechnen und die Wallets der Nutzer leer räumen. „Im Grunde weiß ohnehin niemand, wie das alles funktioniert.“ Am Freitag waren die Verluste noch auf rund 38 Millionen Dollar geschätzt worden, doch die Summe stieg im Verlauf des Wochenendes rasch an. In einer Stellungnahme auf seiner Website bestätigte Coinkite, dass Guthaben gefährdet seien, die durch Seed Phrases erstellt wurden, welche mit der betroffenen Firmware erzeugt wurden. Für alle betroffenen Modelle und Firmware-Versionen stehe inzwischen eine korrigierte Software bereit. Der Angriff hat online große Aufmerksamkeit erregt. Von Influencern bis zu Unternehmenschefs äußerten sich zahlreiche Branchenvertreter zu den Folgen des Vorfalls. Im bisherigen Jahresverlauf 2026 liegt der Wert gestohlener Kryptowährungen unter dem Vorjahresniveau. Nach einem im vergangenen Monat veröffentlichten Bericht von TRM Labs beliefen sich die Verluste im ersten Halbjahr auf insgesamt 972 Millionen Dollar und damit auf weniger als die Hälfte der 2,3 Milliarden Dollar, die im ersten Halbjahr 2025 gestohlen wurden. Die Zahl der Angriffe stieg jedoch auf 207 und erreichte damit den höchsten Stand für einen Sechsmonatszeitraum. TRM-Manager Ari Redbord sagte, Kompromittierungen von Infrastruktur und Schlüsseln machten zwar nur etwa 15 Prozent der Vorfälle aus, verursachten jedoch 76 Prozent der Verluste. „Coldcard zeigt, dass Eigenverwahrung das Risiko verlagert, aber nicht beseitigt“, sagte er. Für Goodman habe der Vorfall deutlich gemacht, wie viel „blinden Glauben“ er in die von ihm genutzte Technologie gesetzt habe. Er werde künftig weder in Bitcoin investieren noch Cold Wallets verwenden. „Wenn das tatsächlich so kompliziert und technisch ist, lohnt es sich vielleicht nicht“, sagte Goodman. „Im Grunde weiß ohnehin niemand, wie das alles funktioniert.“

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