Tausende Menschen feiern CSD in Bonn
"Ihr wisst alle, was in Berlin passiert ist. Das hat uns alle geschockt". Mit einer Gedenkansprache eröffnet Claudia Brenig von Rheinqueer e.V. den Christopher Street Day (CSD) in Bonn. "Wir sind heute auch in Gedanken bei den Opfern, bei der verstorbenen Frau und bei allen, die verletzt wurden und in Berlin traumatisiert wurden." Die Menschen auf dem Bonner Münsterplatz nehmen sich in den Arm. Schweigen. Dann Applaus. Berlin ist hier heute allgegenwärtig. Viele Feiernde beim CSD in Bonn Um kurz nach eins ist der Münsterplatz schon voll. Zwischen kleinen Buden und vielen dekorierten Pavillons stehen hunderte Menschen mit Regenbogenfahnen, Glitzer im Gesicht und bunten Kleidern. Keine Angst in Bonn spürbar Julia war schon besonders früh da, um in Ruhe an den Ständen zu stöbern und mit anderen Leuten ins Gespräch zu kommen. Für sie ist das nicht der erste CSD in Bonn, aber eine Woche nach Berlin ist er besonders: Julia ist selbst Teil der queeren Community. Mit zwei anderen organisiert sie Gesprächsangebote für queere Personen. Julia engagiert sich ehrenamtlich für queere Menschen. Auch Sebastian und Sarah berichten, dass sie jedes Jahr zum Kölner und zum Bonner CSD gehen. "Jetzt erst recht", ist ihr Motto. Angst haben sie keine. Sie freuen sich auf den gemeinsamen Tag mit der Community. Schnell noch ein Foto vor dem Beethovendenkmal, dann geht es vor die Bühne. Veranstalter freuen sich auf den CSD Michael Harings ist froh, dass es jetzt endlich los geht: "Ich freue mich auf die ganzen glücklichen Leute!". Mit dem Verein Rheinqueer organisiert er seit zehn Jahren den CSD "Beethovens Bunte". Michael Harings von Rheinqueer e.V. freut sich auf die glücklichen Menschen beim CSD. Seine größte Sorge: "Das heute irgendwas unvorhergesehenes Wettertechnisches passiert. Oder dass die Technik kaputt geht, dass irgendein Ablauf irgendwo unterbrochen wird." Die Demonstrationsroute hat Harings nach dem Anschlag in Berlin mit der Polizei und der Stadt noch einmal überarbeitet. Bis zuletzt bleibt die Streckenführung geheim Um 18 startete der Zug durch die Bonner Innenstadt - ausschließlich durch die Fußgängerzone. An allen Zufahrtspunkten sind Streifenwagen positioniert. Die Polizei zieht eine positive Bilanz: Der Verlauf der Demo sei störungsfrei gewesen, bisher habe man keine Anzeigen aufnehmen müssen. Auch der Veranstalter von Rheinqueer e.V. ist zufrieden: "Die Leute hatten Spaß. Das Konzept ist aufgegangen." Im letzten Jahr sind 3.500 Menschen zu Beethovens Bunter gekommen. Dieses Mal seien es 5.000 gewesen. Nach der Demo feierten die Menschen noch auf dem Münsterplatz weiter. Das Bühnenprogramm geht noch bis 21 Uhr.