Taylor Swifts Biograf: „Was sie verlangt, trauen sich nicht mal die größten Stars”
2014 geht Taylor Swift (36) auf Konfrontationskurs mit Spotify. Kurz nach dem Erscheinen ihres Albums „1989“ entfernt sie ihren gesamten Musikkatalog von der Plattform. Damit protestiert sie gegen die aus ihrer Sicht zu niedrige Bezahlung von Künstlerinnen und Künstlern durch Streamingdienste. In der ARD-Doku „The Taylor Swift Years“ werten Expertinnen und Experten diesen Schritt als Auftakt zu Swifts wichtigstem Konflikt: dem Streit um die Rechte an ihren Masteraufnahmen. ARD-Doku „What you made me do“ nimmt Taylor Swift unter die Lupe Die zweite Episode mit dem Titel „What you made me do“, die in der ARD-Mediathek abrufbar ist, zeichnet den Konflikt um Taylor Swifts Musik nach, der mit dem Spotify-Boykott 2014 an Fahrt aufnimmt. Seit 2017 sind die Songs des Popstars zwar wieder bei dem Streaminganbieter zu hören, doch bereits ein Jahr später eskaliert die Lage. Swift-Biograf Rob Sheffield: „Sie fordert es“ 2018 beendet Taylor Swift nach 13 erfolgreichen Jahren und sechs Alben die Zusammenarbeit mit ihrem Produzenten Scott Borchetta. Zwar liegen die Rechte an ihren Songs und Texten als Songwriterin bei ihr, die Originalaufnahmen gehören jedoch Borchettas Label Big Machine. In der Branche ist das nicht ungewöhnlich, für Swift ist dieser Zustand aber nicht akzeptabel. „Was sie verlangt, trauen sich nicht mal die größten Stars zu fordern. Aber sie fordert es“, sagt Swift-Biograf Rob Sheffield in der ARD-Doku. Und Kulturjournalistin Zing Tsjeng vergleicht ihr Verlassen des Labels mit einem Kind, das flügge wird. Sie meint: „Ich glaube, Big Machine und Scott Borchetta zu verlassen, war das Beste, was sie machen konnte.“ ANZEIGE ANZEIGE Am Ende verkauft Scott Borchetta sein Label - und mit ihm auch die Rechte an den Originalaufnahmen von Taylor Swifts Liedern. Käufer ist nach Darstellung der Doku nicht irgendjemand, sondern ohne Wissen der Sängerin der Musikmanager Scooter Braun. Swift wirft ihm vor, sie über Jahre schikaniert zu haben. Nach ihren Angaben hatte sie zuvor erfolglos versucht, die Rechte an ihrer Musik selbst zurückzukaufen. „Da hat sich zum ersten Mal gezeigt, was für eine Power Taylor Swift wirklich hat“ Mit „Lover“ veröffentlicht Taylor Swift 2019 ihr erstes Album, das komplett ihr selbst gehört. Danach folgt der nächste entscheidende Schritt: Sie nimmt ihre früheren Alben neu auf. „Ich glaube fest daran, dass Künstler ihr Werk besitzen sollten“, sagt der Popstar damals und veröffentlicht ihre neuen, alten Songs mit dem Zusatz „Taylor's Version“. Taylor Swifts Songs sind „die Chronik ihres Lebens“ „Ich dachte, sie blufft. Aber Taylor hatte immer schon diese Vision und den Glauben, dass sie Unmögliches möglich machen kann“, so Rob Sheffield in der ARD-Doku. Swift-Biografin Annie Zaleski erklärt: „Taylors Songs bedeuten ihr alles, weil sie die Chronik ihres Lebens sind. Sie erzählen von ihren Höhen und Tiefen, Hoffnungen, Träumen und Ängsten.“ Die Neuaufnahmen entwickeln sich zu einem großen Erfolg. Viele Fans feiern Taylor Swift deshalb als Symbolfigur im Kampf um die Rechte von Künstlerinnen und Künstlern. Autorin Anne Sauer findet: „Da hat sich zum ersten Mal gezeigt, was für eine Power sie wirklich hat.“ Die vollständige dreiteilige Dokumentation „The Taylor Swift Years“ steht in der ARD-Mediathek bereit. Die erste Folge mit dem Titel „American Sweetheart“ läuft in der Nacht auf Donnerstag, 2. Juli, um 0.30 Uhr im Ersten. Von Gianluca Reucher Das Original zu diesem Beitrag ""Trauen sich nicht mal die größten Stars": ARD-Film honoriert Taylor Swifts größten Kampf" stammt von teleschau.