TCL P80 Ultra im Test: Das Anti-iPhone
TCL P80 Ultra im Test
Dieses Handy zeigt Apple, wie Innovation geht
Von Steve Haak
22.09.2026 - 12:10 UhrLesedauer: 6 Min.
Ein Handy, das sich auch wie ein E-Reader nutzen lässt: TCL setzt bei seinem P80 Ultra auf ein ungewöhnliches Display. Im Test zeigt sich, ob die Idee überzeugt.
Das TCL P80 Ultra will zwei Geräte in einem sein: Smartphone und E-Reader. Dafür bekommt es ein ungewöhnliches, mattes Display, das kaum spiegelt und sich per Schalter in einen speziellen Lesemodus versetzen lässt.
Im Test zeigt sich: Die Idee funktioniert erstaunlich gut. Und dabei kostet das Handy nur knapp die Hälfte eines iPhone Pro, bei dem seit Jahren echte Neuerungen ausbleiben.
Ein Display, das auffällt
Das Herzstück des P80 Ultra ist das 6,83 Zoll große OLED-Display. TCL versieht es mit einer speziellen Nanotextur, die für eine matte, entspiegelte Oberfläche sorgt. Während andere Hersteller wie Apple und Samsung bei ihren klassischen Smartphones auf spiegelnde Displays setzen, geht TCL einen anderen Weg und positioniert sich damit genau gegen diesen seit Jahren verbreiteten Trend.
Das Display fällt auf den ersten Blick auf. Anders als bei einem klassischen Smartphone-Display spiegeln sich Lichtquellen auf dem Bildschirm des TCL P80 Ultra deutlich weniger. Auch bei hellem Umgebungslicht bleibt der Bildschirm dadurch angenehm ablesbar. Gleichzeitig fühlt sich die Oberfläche hochwertig an und verleiht dem Handy einen ungewöhnlichen Look.
Der Effekt hat allerdings einen kleinen Nachteil: Inhalte wirken nicht ganz so brillant wie auf einem herkömmlichen Smartphone-Display. Dafür aber knackscharf und sehr edel. Das könnte auch der Grund sein, warum Apple sich bei seinem iPhone Duo genannten Klapphandy für ein solches Nanotexturglas entschieden hat. Auch das Macbook Pro und das iPad Pro lassen sich für einen Aufpreis mit einem solchen Display bestellen.
Die Displayoberfläche gehört für uns damit zu den größten Stärken des P80 Ultra. Sie vermittelt einen hochwertigen Eindruck, den man sonst nur von teureren Geräten anderer Hersteller kennt.
Fast wie ein E-Book-Reader
Noch interessanter wird das Display durch den seitlichen Schalter, der das Gerät in den sogenannten Nxtpaper-Modus versetzt. Damit lässt sich die Darstellung des Bildschirms verändern. Zwei Modi stehen zur Verfügung.
Im Max-Ink-Modus kann das Smartphone wie ein E-Book-Reader genutzt werden. Der Bildschirm ahmt dabei die Optik eines E-Ink-Displays nach. Technisch handelt es sich zwar weiterhin um ein OLED-Display, aber der Unterschied zum Bildschirm eines E-Book-Readers fällt kaum auf.
Daneben gibt es den sogenannten Paper Mode. Das Smartphone lässt sich darin weiterhin normal bedienen, die Darstellung wirkt aber ebenfalls deutlich papierähnlicher.
In den Einstellungen kann die Farbtemperatur angepasst und zwischen verschiedenen Darstellungen gewechselt werden. Neben Schwarz-Weiß gibt es auch einen Farbmodus, der beispielsweise beim Lesen von Comics interessant sein kann.
Das ist tatsächlich mehr als eine Spielerei: Wer regelmäßig digitale Bücher liest, bekommt mit dem P80 Ultra eine echte Alternative zu einem zusätzlichen E-Reader. Ob das Smartphone einen solchen vollständig ersetzen kann, hängt allerdings auch davon ab, ob einem das Format zum Lesen ausreicht, denn an die übersichtlichen Maße eines größeren E-Book-Readers kommt der 6,83 Zoll große Bildschirm vom P80 Ultra nicht heran.
Im Alltag überraschend schnell
Beim Tempo hat uns das P80 Ultra überrascht. Apps öffnen sich blitzschnell, beim Wechsel zwischen mehreren Anwendungen müssen Nutzer nicht warten. Auch Ruckler oder längere Pausen beim Wechsel oder Starten von Apps sind uns im Alltag nicht aufgefallen.
Das P80 Ultra fühlt sich dadurch angenehm direkt an. Gerade angesichts des Preises hatten wir hier weniger erwartet. Auch beim Spielen gibt es keine auffälligen Probleme. Unter Belastung wird die Rückseite warm, ungewöhnlich heiß wird das Smartphone dabei aber nie.
Die Bedienung selbst funktioniert ebenfalls ohne Verzögerung. Der Touchscreen reagiert zuverlässig und präzise, wie Anwender das von höherpreisigen Smartphones gewohnt sind.
Auf dem P80 Ultra läuft Android 16. TCL hat das Betriebssystem vergleichsweise wenig geändert und angepasst. Die Oberfläche wirkt fast wie reines Android, unnötige Zusatzprogramme, Bloatware genannt, halten sich in Grenzen.
Dreifachkamera mit Periskop-Zoom
Auch bei den Kameras setzt TCL auf eine vergleichsweise umfangreiche Ausstattung. Auf der Rückseite sitzen eine 50-Megapixel-Hauptkamera mit optischer Bildstabilisierung (OIS), eine 50-Megapixel-Periskop-Telekamera mit dreifachem Zoom und OIS sowie eine 8-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera. Für Selfies gibt es eine 32-Megapixel-Kamera.
Damit ist das P80 Ultra auch bei der Kameraausstattung vielseitig aufgestellt. Besonders die Periskop-Telekamera ist dabei interessant: Sie ermöglicht einen dreifachen optischen Zoom, ohne dass dafür einfach das Bild der Hauptkamera vergrößert werden muss.
Im Kameramenü stehen außerdem unter anderem Nacht-, Porträt-, Makro- und Videomodi sowie HDR und eine automatische Szenenerkennung zur Verfügung. Aufnahmen gelangen uns mit dem Handy zügig, die Bildqualität ist für diese Preisklasse vollkommen ausreichend.
Beim Akku gibt es wenig zu meckern
Der Akku hat eine Kapazität von 5.800 mAh. Im Test reichte das problemlos für einen ganzen Tag mit moderater Nutzung.
Sollte der Akku doch mal tagsüber schlappmachen: Das P80 Ultra unterstützt 45 Watt schnelles Laden und ist damit zügig wieder einsatzbereit. Eine nennenswerte Erwärmung während des Ladens ist uns nicht aufgefallen.
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Für den Alltag bedeutet das: Einmal morgens vollgeladen, müssen sich Besitzer des P80 Ultra keine Gedanken machen.
Hochwertiges Handy, billige Hülle
Auch beim Gehäuse vermittelt das P80 Ultra einen hochwertigen Eindruck. Das Smartphone liegt gut in der Hand und fühlt sich deutlich teurer an, als der Preis vermuten lässt.
Unser Testgerät war die Variante mit 512 Gigabyte (GB) Speicher in der Midnight Blue genannten Farbe. Das Dunkelblau wirkt elegant und passt zum insgesamt eher hochwertigen Erscheinungsbild.
Weniger überzeugend ist dagegen die mitgelieferte Schutzhülle. Sie wirkt wie günstiger Kunststoff und ist zudem in der Hand sehr rutschig. Das fällt besonders deshalb auf, weil das Smartphone selbst einen deutlich besseren Eindruck hinterlässt.
TCL AI: Praktische Helfer statt KI-Spielerei
Neben den üblichen Google-KI-Funktionen bringt TCL mit TCL AI ein eigenes Paket an Werkzeugen mit. Dazu gehört etwa Smart Voice Memo: Sprachaufnahmen können automatisch transkribiert und anschließend per KI zusammengefasst werden.
Ebenfalls praktisch sind die Echtzeit-Untertitel, die gesprochene Sprache beziehungsweise System-Audio in Text umwandeln können. TCL unterstützt dabei auch Übersetzungen.
Dazu kommen Werkzeuge zum Übersetzen, Erklären und Umformulieren von Texten sowie Copy & Go. Letzteres erkennt kopierte Informationen und schlägt passende Aktionen vor wie beispielsweise eine Adresse in einer Karten-App zu öffnen oder eine Telefonnummer zu verwenden.
Auch der KI-gestützte Assistent Ask AI gehört zum Paket: Mit einer Drei-Finger-Geste lässt sich dieser aufrufen, um Fragen zu beantworten oder Inhalte auf dem Bildschirm bearbeiten zu lassen.
Ein günstiges Smartphone mit Pro-Merkmal
Das P80 Ultra kostet in der Variante mit 256 GB 549 Euro. Für das von uns getestete Modell mit 512 GB verlangt TCL 599 Euro. Das Gerät ist in den Farben Sunlit Gold, Midnight Blue und Burgundy (Dunkelrot) erhältlich.
Dafür bekommen Käufer ein Smartphone, dessen auffälligste Funktion man sonst eher in deutlich teureren Geräten erwarten würde: ein besonders aufwendig wirkendes, mattes Display mit sehr wenigen Reflexionen.
Gerade die Kombination aus Nanotextur und E-Reader-Modus macht das P80 Ultra interessant. Dazu kommen eine schnelle Bedienung, eine lange Akkulaufzeit für den Alltag und 45-Watt-Laden.
Ein Punkt, den potenzielle Käufer allerdings selbst abwägen müssen, sind mögliche Datenschutzbedenken gegenüber chinesischen Smartphone-Herstellern. TCL ist ein chinesischer Konzern. Studien und Tests kritisieren regelmäßig, dass Hersteller wie Xiaomi, OnePlus oder Oppo im Hintergrund massenhaft Nutzerdaten sammeln.
Inwieweit das auch die Geräte von TCL betrifft, können wir nicht beurteilen. Beim Kauf von Geräten chinesischer Hersteller sollte das aber berücksichtigt werden.
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Fazit: Für wen lohnt sich das TCL P80 Ultra?
Das P80 Ultra ist kein Smartphone, das, wie Apple mit seinen iPhones, mit möglichst vielen außergewöhnlichen Funktionen auffallen will. Im Gegenteil: TCL konzentriert sich auf eine Idee und die funktioniert im Test erstaunlich gut. Damit ist das Handy fast ein Anti-iPhone.
Ganz ohne Nachteile kommt das Konzept aber nicht aus. Das Display ist weniger brillant als ein klassischer Smartphone-Bildschirm und die mitgelieferte Hülle wird dem hochwertigen Eindruck des Telefons nicht gerecht.
Das sind die Top-Fragen des Tages:
Wer häufig digitale Bücher liest und gleichzeitig ein schnelles Smartphone sucht, bekommt mit dem P80 Ultra aber ein ungewöhnliches Gesamtpaket. Wer den E-Reader-Modus dagegen nicht benötigt, hat weniger Grund, gerade wegen der Nxtpaper-Technologie zu diesem Modell zu greifen.
Unterm Strich ist es vor allem das Display, das das P80 Ultra interessant macht. TCL hat hier ein Pro-Bauteil in ein vergleichsweise günstiges Smartphone gepackt. Damit zeigt der Hersteller den großen Konzernen wie Apple und Samsung, dass innovative Smartphone-Konzepte auch knapp zwanzig Jahre nach dem ersten iPhone immer noch möglich sind.
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Verwendete Quellen
Eigener Test
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