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Team schafft Sensation: Basketballerinnen stehen nach Glanzleistung gegen Belgien im WM

Sport

Die Stimmung bei dieser Basketball-Weltmeisterschaft in Berlin ist außerordentlich gut, die deutschen Spielerinnen sprechen immer wieder von Gänsehaut. Das Viertelfinale gegen Belgien am Donnerstagabend übertraf den bisherigen Turnierverlauf aber deutlich.

Mehr als 1000 Anhänger waren aus Belgien angereist und das Heimpublikum unter den 10.537 Zuschauenden ließ sich vom lauten Support der Gäste anstacheln. Heraus kam eine Atmosphäre, wie sie der Basketball der Frauen in Deutschland wohl noch nie erlebt hat.

Das galt auch für die Leistung der Nationalmannschaft. Durch das 93:74 (22:19, 20:16, 32:24, 19:15) gegen Europameister Belgien steht die DBB-Auswahl erstmals in ihrer Geschichte im Halbfinale einer WM. „Ich habe 2022 Bronze mit Australien gewonnen“, sagte Bundestrainer Olaf Lange. „Aber das war nicht mein Land, es war das Land meiner Frau. Das heute fühlt sich anders an, es fühlt sich an, wie der beste Tag im deutschen Basketball.“

Der Traum von einer Medaille, der nach der heftigen Auftaktniederlage gegen Spanien vor nicht einmal einer Woche noch sehr unrealistisch erschien, ist nun greifbar. „Ich weiß gar nicht, ob ich es schon richtig glauben kann. Wir sind unter den vier besten Teams der Welt, das ist crazy“, sagte Frieda Bühner. Am Samstag (16.30 Uhr) geht es im Halbfinale gegen Frankreich. Das Spiel ist bereits ausverkauft.

Die große Arena in Friedrichshain war schon vor Spielbeginn in Schwarz, Rot und Gelb gefärbt, wobei die Gäste zumindest bei der Anzahl der Fahnen die Nase vorn hatten. Als ein belgischer Partysong gespielt wurde, fühlte es sich an wie ein Spiel in Brüssel oder Antwerpen. Die Fans der deutschen Mannschaft reagierten jedoch schnell.

Fiebich findet ihren Wurf

Das Spiel begann ähnlich. Die Belgierinnen setzten mit ihrer Ausnahmespielerin Emma Meesseman die ersten Akzente, während dem DBB-Team noch die Präzision fehlte. Für diese sorgte dann Leonie Fiebich.

Die beste Basketballerin im deutschen Team spielt ein starkes Turnier, hat sich dabei aber im Scoring zurückgehalten. Ihr Wurf fiel nicht und sie trat bisher vor allem als Taktgeberin und ausgezeichnete Verteidigerin auf. Das änderte sich am Donnerstag.

Mit zwei Dreiern beendete sie die Anlaufschwierigkeiten der DBB-Auswahl und hatte ihre Turnierbestmarke von 13 Punkten schon früh im zweiten Viertel egalisiert. „Wenn der Moment kommt, ist Leo da, und heute war wichtig, dass sie die ersten Würfe trifft und alle anderen damit beruhigt“, sagte Lange.

Die Gastgeberinnen fanden immer besser ins Spiel und mit jeder erfolgreichen Aktion wuchs auch im Publikum die Zuversicht, dass der Traum vom Halbfinale kein Traum bleiben muss. Alex Wilke brachte die deutsche Mannschaft mit einem Dreier erstmals in Führung und diese wurde anschließend immer größer.

Wie Lange regelmäßig einfordert, machte das Team das Spiel aus der aufmerksamen Verteidigung schnell und erarbeitete sich gute Abschlüsse. Lina Sontag traf aus der Ecke, Frieda Bühner wühlte unter dem Korb und als Fiebich innerhalb weniger Sekunden fünf Punkte erzielte, sprangen die Fans von ihren Sitzen. Die DBB-Auswahl lag mit 34:21 in Führung und viele Zuschauer schauten sich beinahe ungläubig an.

Deutschland hat immer die richtige Antwort

Mit Aufholjagden kennen sich die Belgierinnen allerdings aus. Im EM-Finale vor einem Jahr drehten sie das Spiel gegen Spanien, nachdem sie drei Minuten vor Schluss noch mit zwölf Punkten zurückgelegen hatten.

Auch an diesem Donnerstag geriet die Goldene Generation des belgischen Basketballs um Meesseman, Julie Vanloo und Julie Allemand nicht in Panik. Mit einem 13:2-Lauf arbeiteten sich die Favoritinnen wieder heran, in die Pause ging es dennoch mit einer 42:35-Führung für das deutsche Team. Die Fans verabschiedeten die Spielerinnen nach zwei herausragenden Vierteln mit großem Applaus in die Kabine.

Die Stimmung am Siedepunkt

Eine Unterbrechung birgt nach einer solchen Leistung die Gefahr, den Rhythmus zu brechen, doch sowohl die DBB-Auswahl als auch das Publikum kamen mit unveränderter Energie aus der Pause. Luisa Geiselsöder erzielte ihre ersten Punkte, Nyara Sabally legte nach und feierte sich für eine gelungene Verteidigungssequenz.

Die Halle war nun eindeutig in deutscher Hand. Bis auf Meesseman (29 Punkte) schienen die Europameisterinnen derart beeindruckt von dieser Kombination aus Stimmung und sportlichem Widerstand, dass sie keine Antworten fanden. Ganz im Gegenteil. Marie Gülich übernahm ab Mitte des dritten Viertels und der Vorsprung wuchs bis auf 18 Punkte an.

Belgien gab sich allerdings nicht geschlagen. In der Verteidigung machten die Favoritinnen dem deutschen Team das Leben schwer und verkürzten bis auf zehn Punkte. Anders als den Spanierinnen im EM-Finale gelang es dem deutschen Team aber, die belgische Aufholjagd zu überstehen. Die große WM-Party geht weiter, träumen ist erlaubt.

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